Treppenlift

Treppenlift

Vor Einbau ärztliches Attest besorgen


Planen Sie einen Treppenlift in Ihr Haus einzubauen? Dann sollten Sie sich vor dem Einbau ein amts- oder vertrauensärztliches Attest besorgen. Nur dann können Sie die Kosten von der Steuer absetzen.

Hintergrund

Bei der Anschaffung von Hilfsmitteln, die, wie Brillen, Hörapparate und Rollstühle, nach der Lebenserfahrung ausschließlich von Kranken angeschafft werden und bei denen häufig eine Anpassung an die individuellen Gebrechen des Steuerpflichtigen erforderlich ist (medizinische Hilfsmittel im engeren Sinn), kann davon ausgegangen werden, dass ihr Kauf medizinisch indiziert ist. Deshalb kann hier auf eine Prüfung der Zwangsläufigkeit dem Grunde nach verzichtet werden.

Medizinische Hilfsmittel im weiteren Sinne hingegen sind solche Gegenstände, die nach der Lebenserfahrung nicht nur von Kranken zur Heilung ihrer Krankheit oder zur Linderung der durch ihre Krankheit verursachten Beschwerden, sondern mitunter auch von gesunden Menschen angeschafft werden, um ihre Gesundheit zu erhalten oder ihren Lebenskomfort zu steigern.

Mehr Komfort

Nach Auffassung der Richter fallen Treppenlifte unter die Hilfsmittel im weiteren Sinne, weil sie auch von gesunden Steuerpflichtigen aus Gründen der Steigerung des Lebensstandards vorwiegend im hohen Alter gekauft würden. Die technische Entwicklung von Antrieben und verschiedenen Modellen habe in den letzten Jahren aufgrund des demografischen Wandels in erhöhtem Maße den Verkauf von Treppenliften begünstigt, sodass die Anschaffungskosten gesunken seien und sich die Einsatzmöglichkeiten verbessert hätten.

Nicht individuell

Insbesondere die Werbung, die von den verschiedenen Firmen für diese Produkte betrieben werde, ziele aus Zwecken der Absatzsteigerung immer mehr auf den Komfortgedanken. In vielen Fällen erfolge ein Einbau, um die Beschwerlichkeiten des Alters zu mildern. Darüber hinaus werde – wie es bei Brillen oder Hörgeräten als Beispiele für Hilfsmittel im engeren Sinne der Fall ist – keine individuelle Anpassung des Treppenliftes an die Gebrechen des einzelnen Benutzers vorgenommen. Vielmehr sei der Treppenlift für jeden Nutzer und Besucher des Hauses nutzbar.

Finanzgericht Münster, Aktenzeichen 11 K 3982/11 E

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