Aushilfsjob nach dem Abi

Aushilfsjob nach dem Abi

Wann drohen Sozialabgaben?


Endlich das Abi in der Tasche! Viele nutzen die Zeit bis zum Studium für einen Aushilfsjob. Doch nicht immer ist dieser von Sozialabgaben befreit.

Aushilfsjob ohne Sozialabgaben

Kurzfristige Beschäftigungen sind grundsätzlich von Sozialabgaben befreit. Und zwar, wenn die Beschäftigung von vornherein begrenzt ist: auf längstens drei Monate oder 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres.

Folge: Der Lohn ist dann – egal wie hoch – in der Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei. Auch muss der Arbeitgeber keine Pauschalabgabe von 30 Prozent abführen, wie dies bei einem Minijob mit einem Monatslohn unter 450 Euro der Fall ist.

Vorsicht bei berufsmäßiger Ausübung

Genau hier müssen Abiturienten aufpassen: Wer nach dem Abi bis zu drei Monate jobbt und dabei mehr als 450 Euro monatlich verdient, sollte die „berufsmäßige Ausübung“ beachten. Denn nur wenn er im Aushilfsjob nicht berufsmäßig tätig ist, ist der Verdienst auch wirklich sozialversicherungsfrei.

Ob eine berufsmäßige Ausübung vorliegt, richtet sich nach der anschließend beabsichtigten Tätigkeit nach dem Aushilfsjob.

Studium an Uni oder FH

Teilt der frisch gebackene Abiturient dem Arbeitgeber mit, er beabsichtige nach dem Aushilfsjob ein Studium an der Uni oder FH aufzunehmen, ist die Beschäftigung nicht „berufsmäßig“. Folglich werden keine Sozialabgaben einbehalten.

Duales Studium

Sagt der Abiturient aber, dass er eine Lehre beginnen oder ein duales Studium aufnehmen werde, ist die Tätigkeit leider als „berufsmäßig“ anzusehen. Folge: der Arbeitgeber muss Sozialabgaben einbehalten. Denn bei der anschließenden Lehre oder beim dualen Studium handelt es sich um ein Ausbildungsdienstverhältnis.

Freiwilligendienst

Will der Abiturient nach dem Aushilfsjob ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst oder den freiwilligen Wehrdienst ableisten, werden ebenfalls Sozialabgaben einbehalten. Dies gilt auch dann, wenn nach der Ableistung des Dienstes voraussichtlich ein Studium aufgenommen wird. Gleiches gilt, wenn ein anderer Jugendfreiwilligendienst beabsichtigt ist (z. B. Europäischer Freiwilligendienst oder Internationaler Jugendfreiwilligendienst).

Hinweis

Wird jedoch eine Aushilfstätigkeit neben dem Bundesfreiwilligendienst ausgeübt, besteht Sozialversicherungsfreiheit. In diesem Fall wird angenommen, dass die Tätigkeit von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung ist. Berufsmäßigkeit liegt daher nicht vor, weil der Bundesfreiwilligendienst quasi als (Haupt-)Beschäftigung angesehen wird.

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