Ferienjob

Wann er das Kindergeld gefährdet


Bis 2011 haben Eltern für volljährige Kinder in Berufsausbildung bis zum 25. Lebensjahr den Kindergeldanspruch verloren, wenn das Kind mit einem Ferienjob mehr als 8.004 EUR verdient hat.  Zum 1.1.2012 ist diese Einkommensermittlung gestrichen worden, sodass das Einkommen des Kindes jetzt keine Rolle mehr spielt.

Seit dem 1.1.2012 kommt es darauf an, ob das Kind eine Erst- oder Zweitausbildung absolviert. Eine Zweitausbildung liegt vor, wenn das Kind eine erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium abgeschlossen hat und eine weitere Berufsausbildung aufnimmt, z. B. Studium nach einer Lehre, Masterstudium nach dem Bachelorabschluss, Referendariat nach dem ersten Staatsexamen, Universitätsstudium nach einem Fachhochschulstudium, MBA-Aufbaustudium nach dem Studium, Promotion nach dem Studium. Nur in diesen Fällen wird dann weiter geprüft, ob und in welchem Umfang das Kind einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Wie hoch der Verdienst dabei ist, ist ohne Bedeutung.

Nicht mehr als 20 Stunden

Die Finanzverwaltung weist jetz darauf hin, dass die Eltern ihren Anspruch auf Kindergeld oder die steuerlichen Freibeträge verlieren, wenn das Kind während einer Zweitausbildung eine Erwerbstätigkeit von mehr als 20 Wochenstunden ausübt. Falls jedoch eine Erwerbstätigkeit von bisher weniger als 20 Wochenstunden vorübergehend in den Semesterferien – d. h. für höchstens 2 Monate – auf mehr als 20 Wochenstunden ausgeweitet wird, gilt Folgendes:

  • Die Ausweitung ist noch unschädlich, wenn während des bildungsrelevanten Zeitraumes innerhalb eines Kalenderjahres (Ausbildung, Übergangszeit, Wartezeit oder Freiwilligendienst) die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 20 Stunden beträgt (BMF-Schreiben vom 7.12.2011, BStBl. 2011 I S. 1243, Tz. 24).
  • Falls die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in den Semesterferien doch mehr als 20 Stunden betragen sollte, ist nur der Zeitraum der Ausweitung schädlich, nicht jedoch der gesamte Zeitraum der Erwerbstätigkeit. Dann wird das Kindergeld nur für die Zeit der Überschreitung gestrichen (BZSt-Schreiben vom 20.12.2011, BStBl. 2012 I S. 40).

Beispiel: Tochter Susanne befindet sich während des gesamten Kalenderjahres 2012 im Studium. Dies ist ihre zweite Berufsausbildung, denn sie hat bereits eine Lehre abgeschlossen. Neben dem Studium übt  Susanne ganzjährig eine Beschäftigung mit einer vertraglich vereinbarten Arbeitszeit von 20 Wochenstunden aus. In der vorlesungsfreien Zeit von Juli bis August weitet Susanne ihre wöchentliche Arbeitszeit vorübergehend auf 40 Stunden aus. Ab September beträgt die wöchentliche Arbeitszeit wieder 20 Stunden.

Vorübergehend mehr

Durch die vorübergehende Ausweitung seiner Arbeitszeit erhöht sich die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit auf über 20 Stunden. Aus diesem Grund ist der Zeitraum der Ausweitung als schädlich anzusehen. Für die Monate Juli und August entfällt daher der Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag.

Von der Ausweitung einer bestehenden Beschäftigung in den Semesterferien zu unterscheiden ist eine kurzfristige Beschäftigung, die von vornherein auf längstens zwei Monate begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Eine solcher “Aushilfsjob” ist während der Zweitausbildung immer erlaubt, egal wie viele Stunden gearbeitet werden und wie hoch der Verdienst ist.

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