Haushaltsnahe Dienstleistungen

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Was lange währt…


Ein neues Anwendungsschreiben zu haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen klärt viele Streitigkeiten – auch rückwirkend.

… wird endlich gut?

Das letzte Schreiben zu haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen liegt fast vier Jahre zurück. In der Zwischenzeit musste das höchste Finanzgericht so manche der zahlreichen Streitfälle zwischen Fiskus und Steuerzahler entscheiden.

Kurzum: Ein neues Anwendungsschreiben wurde von allen Seiten händeringend erwartet. Wir verraten Ihnen, was sich bei Ihrer nächsten Steuererklärung ändert.

Worum geht’s eigentlich?

§ 35a EStG ist einer der meistgenutzten Möglichkeiten zum Steuernsparen- denn praktisch jeder kann ihn nutzen. In der Vorschrift sind nämlich die sogenannten haushaltsnahen Dienst- und Handwerkerleistungen geregelt. Und darum geht’s im Detail:

Wenn Sie jemanden im Minijob einstellen, der Ihnen bei Tätigkeiten im Haushalt helfen sollen, können Sie 20 Prozent des Arbeitslohns (zzgl. Sozialversicherungsabgaben) von Ihrer Steuer abziehen. Der Abzug ist allerdings auf 510 € pro Kalenderjahr begrenzt.

Stellen Sie jemanden regulär ein oder beauftragen Sie eine Firma mit diesen Tätigkeiten, können Sie ebenfalls 20 Prozent des Entgelts, jedoch maximal 4.000 €, von Ihrer Steuer abziehen. Wenn Sie eine Firma beauftragen, kann die Begünstigung nur auf das Entgelt für die Arbeitsleistung und Fahrtkosten zzgl. Umsatzsteuer beantragt werden.

Die letzte, und streitanfälligste, Begünstigung gibt es für Handwerkerleistungen. Auch hier können Sie 20 Prozent des Entgelts für Arbeitsleistung und Fahrtkosten zzgl. Umsatzsteuer bei Ihrer Einkommensteuererklärung abziehen. Hier Beträgt der Höchstbetrag jedoch nur 1.200 €.

Handwerkerleistungen immer begünstigt – außer bei Neubauten

Diese Fundstelle sollen Sie sich unbedingt merken! Ob es bei der Handwerkerleistung um Herstellungskosten handelt oder nicht sollte bereits vor dem neuen Anwendungsschreiben für die Frage der Steuerermäßigung unbeachtlich sein. Dort wurde in Randnummer 20 des Schreibens festgelegt, dass nun auch die Aufwendungen für eine Wohnraumerweiterung steuerbegünstigt sein können. Das wurde bisher ausdrücklich ausgeschlossen.

Mit anderen Worten: Haben Sie einen Wintergarten an Ihr Haus anbringen lassen oder Ihr Dach ausgebaut, kann der Lohnanteil nun als Handwerkerleistung geltend gemacht werden.

Und noch eine gute Nachricht an dieser Stelle: Das gilt für alle noch offenen Fälle ab dem Jahr 2006. Das heißt, wenn Sie im letzten Jahr einen Wintergarten ausgebaut haben, können Sie die Lohnkosten in Ihrer Steuererklärung für 2013 angeben.

Bei Neubauten können nach wie vor keine Handwerkerleistungen geltend gemacht werden.

Tipp: Sie haben Ihre Steuererklärung 2013 bereits abgegeben, aber die Kosten für einen Wohnraumausbau nicht erklärt? Dann reichen Sie einfach eine Steuererklärung ein, in der Sie die Kosten geltend machen. Bevor Sie keinen Steuerbescheid erhalten haben, können Sie Ihre Steuererklärung zu jeder Zeit ändern.
Haben Sie Ihren Steuerbescheid schon? Dann haben Sie einen Monat Zeit Ihrem Finanzamt Ihre Änderungswünsche mit zu teilen. Wenn Sie sich auf das Schreiben vom 06.02.2014 berufen, muss das Finanzamt Ihrem Antrag folgen und einen neuen Bescheid erlassen.

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