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Bogen rund

Maske von der Steuer absetzen

Geht das?


Egal ob beim Einkaufen, der Zugfahrt oder dem Behördenbesuch: Momentan geht nichts mehr ohne die Mund-Nasen-Maske. Den Schutz gibt es in verschiedenen AusfĂŒhrungen: Einweg oder wieder verwendbar, Stoff-, OP- oder FFP2-Maske – und all dies kann auf die Dauer ganz schön ins Geld gehen. Nun stellt sich die Frage, ob Sie Ihren Mundschutz von der Steuer absetzen können.

Kurz & knapp

  • Setzen Sie Kosten fĂŒr Masken als Werbungskosten oder außergewöhnliche Belastungen an
  • FinanzĂ€mter sind bei der PrĂŒfung in diesem Punkt eher streng
  • Werden die Kosten gestrichen, sollten Sie Einspruch einlegen

Werden meine Kosten fĂŒr Masken in der SteuererklĂ€rung akzeptiert?

Geht es um die Kosten fĂŒr den Mund-Nasen-Schutz, sind die FinanzĂ€mter leider nicht sehr großzĂŒgig. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass diese Angaben aus Ihrer SteuererklĂ€rung gestrichen werden. Aber geben Sie nicht auf! Legen Sie unbedingt Einspruch ein – denn mit der richtigen Argumentation können Sie den Steuervorteil vielleicht doch noch retten.

Sie haben noch keine SteuererklĂ€rung abgegeben? Dann können Sie die Kosten fĂŒr Masken auf zwei Arten absetzen:

Maske als Werbungskosten absetzen

Sie sind verpflichtet, am Arbeitsplatz eine Mund-Nasen-Schutzmaske zu tragen? Und Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen den Mundschutz nicht kostenfrei zur VerfĂŒgung? Dann sollten Sie die Ausgaben als Werbungskosten absetzen.

Achtung Steuer Hinweis Icon MaskeBewahren Sie Kaufbelege ĂŒber die Mund- und Nasenbedeckungen zum Nachweis auf. Auch Schreiben Ihres Arbeitgebers ĂŒber die Maskenpflicht am Arbeitsplatz sollten Sie aufheben.

Gleiches kĂ€me fĂŒr Masken in Betracht, die Sie auf Ihrem Arbeitsweg tragen. Da öffentliche Verkehrsmittel ohne diese nicht mehr genutzt werden dĂŒrfen, könnten sie – wie auch die Fahrkarten – ebenfalls als Werbungskosten absetzbar sein. Auch als Mitglied einer Fahrgemeinschaft könnten Sie den Mundschutz dann steuerlich geltend machen.

Masken als Werbungskosten – was tun, wenn das Finanzamt die Kosten streicht?

Da Sie die Masken auch privat tragen können, wird das Finanzamt die Kosten vermutlich mit dieser BegrĂŒndung streichen. Aber: Der BFH hat auch schon FĂ€lle zugelassen, in denen die Kosten aufgeteilt werden können. Unser Tipp: Ziehen Sie am besten von Anfang an den Anteil der privaten Nutzung ab – zum Beispiel 20 Prozent. In Ihrer SteuererklĂ€rung setzen Sie dann 80 Prozent der Kosten ab (BFH, GrS 1/06 und BFH, VI R 15/19).

Hat das Finanzamt die Kosten in Ihrem Steuerbescheid gestrichen? Dann legen Sie Einspruch ein. Beziehen Sie sich auf die oben genannten Urteile. ZusÀtzlich können Sie argumentieren, dass das Tragen einer Maske sowohl am Arbeitsplatz, als auch auf dem Arbeitsweg in öffentlichen Verkehrsmitteln verpflichtend ist.

Maske als außergewöhnliche Belastung absetzen

Im Steuerrecht gilt der Grundsatz: Alle Ausgaben, die nicht im Zusammenhang mit EinkĂŒnften stehen, zĂ€hlen zu den Kosten der privaten LebensfĂŒhrung. Damit sind sie steuerlich grundsĂ€tzlich irrelevant – also nicht abzugsfĂ€hig. Möglich wĂ€re es theoretisch dennoch, die Masken als außergewöhnliche Belastungen  abzusetzen.

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Masken als außergewöhnliche Belastung – was tun, wenn das Finanzamt die Kosten streicht?

Eine Steuerersparnis als außergewöhnliche Belastung ist laut Gesetz nur möglich, wenn die Kosten nicht bei der Mehrzahl der Steuerzahler anfallen – eben „außergewöhnlich“ sind. Da die Maskenpflicht momentan jedoch fĂŒr alle in vielen Bereichen der Öffentlichkeit gilt, wird das Finanzamt die Kosten vermutlich mit dieser BegrĂŒndung streichen.

Legen Sie trotzdem Einspruch ein. Beziehen Sie sich dabei am besten darauf, dass sogar KrankenhĂ€user fĂŒr Masken und Desinfektionsmittel einen “Zuschlag fĂŒr besondere Hygienemaßnahmen” erheben. Diese Kosten sollten dann auch fĂŒr die Steuerzahler “besonders” oder eben “außergewöhnlich” sein.

Zudem hat auch die Bundesregierung berichtet, dass Kosten fĂŒr Masken einzelfallbezogen sind. Im Umkehrschluss hieße das, dass man eben nicht von einer gleichen Belastung fĂŒr alle Steuerzahler ausgehen kann (Bundestags-Drucksache 19/27632, Seite 120). Einen Versuch ist es also allemal wert!

Info GlĂŒhbirne

Aber Achtung: Bei den außergewöhnlichen Belastungen wirken sich die Kosten erst dann steuermindernd aus, wenn Sie die sogenannte zumutbare Eigenbelastung ĂŒbersteigen. Diese ist abhĂ€ngig von Ihrem Einkommen, Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Beitrag zumutbare Belastung.

 

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