Schuldzinsen bei Miteigentum

Nur anteilig absetzbar


Haben Sie ein Darlehen aufgenommen, um ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben? Und wollen Sie dieses Objekt später vermieten? Dann mindern die Schuldzinsen Ihre Steuer. Doch Vorsicht, wenn Sie nur einen Anteil am Objekt erworben haben.

Miteigentum unter Ehepartnern

Dem Finanzgericht Hamburg lag nun folgender Fall vor: Eheleuten gehörte gemeinsam ein Zweifamilienhaus. Sie trennen sich, und jeder bewohnt sodann alleine eine der beiden gleich großen Wohnungen.

Dann zog einer der beiden aus seiner Wohnung aus. Der andere Ehepartner erwarb dessen Miteigentumsanteil am Haus. Dazu nahm er ein Darlehen bei der Bank auf. Diese Wohnung vermietete er dann. Da die Schuldzinsen hier augenscheinlich mit der vermieteten Wohnung in Zusammenhang stehen, müssten sie eigentlich zu 100 Prozent als Werbungskosten absetzbar sein.

Anteilig absetzbar

Eigentlich. Denn das Gericht entschied nun, dass die Schuldzinsen für das Darlehen nicht in voller Höhe absetzbar sind. Dies ist nur anteilig, entsprechend dem Miteigentumsanteil möglich.

Begründung der Richter: Erworben wird hier tatsächlich nicht die vermietete Wohnung, sondern der Miteigentumsanteil des anderen Ehepartners am gemeinsamen Zweifamilienhaus. Und dieses Zweifamilienhaus wird nur zur Hälfte vermietet und zur Hälfte selbstgenutzt (Aktenzeichen 2 K 28/14.).

Nicht einzeln zuzuordnen

Hier diente das Darlehen zur Finanzierung des ideelen Miteigentumsanteils am Gebäude. Das Miteigentum ist bei Gebäuden nicht einzelnen Gebäudeteilen – hier der vermieteten Wohnung – zugeordnet. Sondern es besteht anteilig am gesamten Grundstück.

Das ursprüngliche jeweils hälftige Miteigentum der Eheleute konnte somit nicht einzelnen steuerrechtlichen Wirtschaftsgütern zugerechnet werden – wie etwa der später vermieteten Wohnung oder der selbst genutzten Wohnung.

Hinweis

In vollem Umfang sind Schuldzinsen nur dann zu berücksichtigen, wenn ein Darlehen mit steuerrechtlicher Wirkung gezielt einem bestimmten, der Einkünfte-Erzielung dienenden Gebäudeteil zugeordnet wird. Zum Beispiel indem mit den empfangenen Mitteln tatsächlich der Kaufpreis dieses Gebäudeteils finanziert wird.

Im besagten Fall wäre dies möglich gewesen, wenn nach der Trennung der Eheleute die Bruchteils-Gemeinschaft zivilrechtlich geteilt und beispielsweise jedem Ehepartner eine Wohnung zugeordnet worden wäre.

 

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