Studienkosten absetzen

Studienkosten absetzen

Was die aktuelle Rechtsprechung für Sie bedeutet


Von A wie Arbeitsmittel bis Z wie Zweitwohnung – Ein Studium ist nicht nur fachlich, sondern vor allem auch finanziell für viele eine Herausforderung. Jahrelang lief der Rechtsstreit über die Frage, wie Studenten ihre Studienkosten in der Einkommensteuer absetzen können – und die Betroffenen wurden im Unklaren gelassen. Doch seit dem 10. Januar 2020 gibt es endlich Gewissheit: Das Bundesverfassungsgericht hat sein lang ersehntes Urteil gefällt. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Studienkosten in eine Steuererstattung verwandeln können.

Studienkosten in der Steuererklärung

Wie Sie Studienkosten absetzen können, hängt davon ob, ob es sich um Ihr Erst- oder Zweitstudium handelt. Denn es gilt: Für Bachelorstudenten ist nur der Abzug als Sonderausgaben möglich. Masterstudenten können Ihre Kosten weiterhin als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben.

Sonderausgaben versus Werbungskosten

Bisher wurde diskutiert, ob die Kosten für ein Erststudium als Sonderausgaben oder Werbungskosten in der Steuererklärung angegeben werden können. Mit dem Ansatz als Werbungskosten können Studienkosten unbegrenzt berücksichtigt werden. Darüber hinaus kann ein Verlustvortrag die Steuerlast zukünftiger Jahre mindern.
Sonderausgaben hingegen können nur im aktuellen Jahr berücksichtigt werden. Sie wirken sich also nur aus, wenn Sie tatsächlich Steuern zahlen und diese nicht schon aufgrund des Grundfreibetrags oder anderer Werbungskosten zurückbekommen.
Laut Gesetz konnten Sie bisher nur Kosten für ein Zweitstudium, also zum Beispiel für einen Master-Studiengang als Werbungskosten abziehen. Dagegen hatten allerdings mehrere Steuerpflichtige geklagt. Die aktuelle Rechtslage sei nicht mit dem Grundgesetz vereinbar, da Studenten von Erststudiengängen klar benachteiligt würden. Die Klagen gelangten dann bis zum Bundesverfassungsgericht, das letztendlich eine Entscheidung im jahrelang schwelenden Rechtsstreit treffen musste.

Das letzte Wort hat das Bundesverfassungsgericht

Das Urteil fiel am 10. Januar 2020 und führte zu großer Enttäuschung unter Studenten:
An der bisherigen Rechtslage wird weiter festgehalten. Das Bundesverfassungsgericht begründet seine Entscheidung damit, dass die Voraussetzung für den Ansatz als Werbungskosten eine berufliche Veranlassung ist. Das Gericht sieht bei Erststudiengängen allerdings einen untergeordneten beruflichen Zusammenhang. Im Gegenteil: Die Kosten seien eher der privaten Lebensführung zuzuordnen, da im Erststudium mehr allgemeine Kompetenzen vermittelt würden. Es sei darüber hinaus eher prägend für die Persönlichkeitsentwicklung des Studenten, als für dessen spätere Karriere. Damit wäre die Behandlung als Sonderausgaben – und damit die Unmöglichkeit eines Verlustvortrags – gerechtfertigt.

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Erststudium

Um ein Erststudium handelt es sich, wenn Sie vorher noch keine Berufsausbildung und noch kein Studium abgeschlossen haben. Egal wie oft Sie den Studiengang wechseln: Das Studium bleibt so lange Erststudium, bis Sie einen Abschluss erlangen. Selbst, wenn Sie Ihr Abitur an einem berufsbildenden Gymnasium erworben haben, zählt jeder darauffolgende Studiengang als Erststudium. Bei Studiengängen, wie z.B. dem Jurastudium, stellt der Teil bis zum ersten Staatsexamen das Erststudium dar.

Kosten für Ihr Erststudium dürfen Sie nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts nur als Sonderausgaben berücksichtigen. Grundsätzlich können Sie dabei die gleichen Ausgaben ansetzen wie für ein Zweitstudium. Allerdings mit zwei deutlichen Nachteilen: Studienkosten können jährlich nur bis zu maximal 6.000 Euro als Sonderausgaben angegeben werden. Dadurch gehen vermutlich einige Kosten ganz unter. Darüber hinaus führt ein Sonderausgabenabzug bei Studenten nur in seltenen Fällen zu einer Steuererstattung. Voraussetzung wäre, dass Sie während des Studiums schon Steuern gezahlt haben. Und zwar so viel, dass nach Abzug des Grundfreibetrags und eventueller anderer Werbungskosten noch eine Steuerlast übrig bleibt. Erst dann könnten die Studienkosten Ihnen die Steuer zurück aufs Konto holen.

Ausnahme: Duales Studium

Duale bzw. berufsbegleitende Studiengänge, die gewöhnlich im Rahmen eines Dienstverhältnisses absolviert werden, sind per Definition ein Erststudium. Da hier allerdings ein klarer Zusammenhang zum Beruf besteht, können die Ausgaben als Werbungskosten berücksichtigt werden. Hier gilt der Betrieb als erste Tätigkeitsstätte. Fahrten und Aufenthalte an der Uni werden nach dem Reisekostenrecht angesetzt.

Zweitstudium

Ein Zweitstudium bzw. weiteres Studium setzt den Abschluss eines früheren Studiums voraus.
Ein Zweitstudium muss also nicht zwingend ein Master-Studiengang sein. Haben Sie zum Beispiel bereits einen Bachelor-Abschluss an einer Hochschule erlangt, aber entscheiden sich dafür, einen weiteren Bachelorstudiengang zu belegen, so zählt dieser als Zweitstudium. Dasselbe gilt, wenn Sie zwei Studiengänge parallel studieren und einen früher abschließen als den anderen. Für den Zeitraum, ab dem Sie den ersten abgeschlossen haben, gilt der zweite Studiengang als Zweitstudium. Auch Zusatz-, Aufbau- oder Ergänzungsstudiengänge, eine Promotion oder MBA-Studium sind als weiteres Studium zu werten. Wurden Sie durch einen Abschluss (z.B. erstes Staatsexamen bei Jurastudenten) qualifiziert, ein Referendariat zu beginnen, so zählt das Referendariat als Zweitstudium.

Kosten für ein Zweistudium gelten als beruflich veranlasst, da Sie dadurch meistens eine konkrete berufliche Laufbahn erreichen wollen. Deswegen können Sie die Ausgaben in der Steuererklärung als Werbungskosten ansetzen und so die Besteuerungsgrundlage mindern. Am Ende des Jahres winkt dadurch eine Erstattung, wenn Sie bereits Steuern gezahlt haben. Aber auch ohne laufende Einnahmen, sind die Kosten nicht vergebens: Entsteht Ihnen beim Abzug der Werbungskosten ein Verlust, so kann dieser in folgende Steuererklärungen mitgenommen werden. Ein solcher Verlustvortrag wird mit künftigen Einnahmen verrechnet und beschert Ihnen eine Erstattung in der Zukunft.

Erst Ausbildung, dann Studium?

Kein Problem! Eine abgeschlossene Erstausbildung zählt genauso wie ein abgeschlossenes Erststudium. Jedes auf die Ausbildung folgende Studium stellt eine Zweitausbildung dar. Die Kosten werden wie Ausgaben für ein Zweitstudium behandelt. Sie können sie als Werbungskosten in der Steuererklärung angeben. Um eine Erstausbildung handelt es sich bei Vollzeit-Ausbildungen mit einer Mindestdauer von 12 Monaten. Am Ende der Ausbildung muss ein Abschluss erworben worden sein.

Welche Studienkosten kann ich absetzen?

Grundsätzlich können Sie sowohl beim Erst- als auch beim Zweitstudium alle Kosten ansetzen, die Sie für das Studium hatten. Beim Erststudium werden sie als Sonderausgaben auf 6.000 Euro pro Jahr gedeckelt. Keine Beschränkung haben Sie stattdessen bei den Werbungskosten im Zweitstudium. Wichtig ist, dass Sie die Kosten selbst getragen haben. Wurden Ihnen Beiträge im Rahmen einer staatlichen Förderung erstattet, können diese nicht mehr angegeben werden. Eine Finanzspritze von den Eltern hingegen müssen Sie nicht abziehen.
Insbesondere für folgende Kostenpunkte kommt ein Steuerabzug in Frage:

Studium: Kosten absetzen Infografik

Studienkosten absetzen: Diese Kosten können Sie in der Steuererklärung angeben

Semesterbeiträge & Studiengebühren

Das können Studiengebühren oder Semesterbeiträge, aber auch Gebühren für Aufnahmetests, Seminare, Repetitorien, Prüfungen oder Leihgebühren der Bibliothek sein.

Fahrtkosten und Semesterticket

Die Universität bzw. Hochschule stellt Ihre erste Tätigkeitsstätte dar. Damit können Sie Fahrtkosten mit einer Pauschale von 30 Cent pro Kilometer ansetzen. Es zählt aber immer nur der einfache Weg (nicht Hin- und Rückweg). Die Pauschale können Sie unabhängig davon ansetzen, mit welchem Verkehrsmittel Sie unterwegs waren.

Sind Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs? Wenn Ihre Kosten für Fahrkarten bzw. Semesterticket höher waren, als die errechnete Kilometerpauschale, können Sie die tatsächlichen Kosten ansetzen.

Nicht mit dem eigenen PKW unterwegs?
Wenn Sie nicht mit dem eigenen PKW zur Uni gefahren sind, können Sie die Pauschale und Fahrkarten maximal in einer Höhe von 4.500 Euro ansetzen.

Schreibtisch und Regal

Wenn Sie nicht ständig in der Bibliothek lernen wollen, haben Sie sich sicher zu Hause ein Arbeitszimmer eingerichtet. Die Kosten für Schreibtisch, Bürostuhl & Co können Sie mit dem Anteil der Nutzung fürs Studium angeben. Dabei können Gegenstände bis zu 952 Euro (brutto) sofort abgezogen werden. Waren sie allerdings teurer, müssen die Kosten im Rahmen der Abschreibung über mehrere Jahre verteilt werden.

Laptop oder Computer

Studieren ohne einen Computer? Heutzutage undenkbar. Deshalb können Sie die Ausgaben für einen Laptop oder Computer in der Steuer angeben. Es gelten dabei die gleichen Regeln wie bei den Büromöbeln: Abgezogen darf jeweils nur der Anteil Ihrer Nutzung für das Studium. Sofort abziehbar sind Kosten bis zu 952 Euro (brutto). Waren die Geräte teurer, müssen Sie die Ausgaben über 3 Jahre verteilen.

Arbeitszimmer

Bildet Ihr Arbeitszimmer zu Hause den Mittelpunkt Ihres Studiums bzw. Ihrer Arbeit berufsbegleitenden Studiengängen, können Sie die Kosten hierfür bis zu 1.250 Euro absetzen. Zu den  Kosten zählen z.B. die anteiligen Miet- oder Stromkosten. Voraussetzung ist, dass Sie das Arbeitszimmer zu mindestens 90 Prozent für das Studium oder die berufliche Tätigkeit nutzen.

Fachbücher, Kopien und Co

Hier lohnt sich jeder Kassenzettel: Fachbücher, Zeitschriften, Büromaterial, Drucker- und Kopierkosten oder die Kosten für das Binden für Abschlussarbeiten können deine Steuer mindern.

Studienreisen und Exkursionen

Studienreisen und Exkursionen werden hier wie Dienstreisen behandelt. Wenn Sie Kosten dafür selbst getragen haben, können Sie Hin- und Rückweg mit der Kilometerpauschale angeben. Auch Übernachtungskosten sind ansetzbar. Mussten Sie sich selbst um die Verpflegung kümmern, können Sie für jeden Tag eine Verpflegungspauschale geltend machen. Natürlich sind darüber hinaus noch Eintrittsgelder für Ausstellungen oder Teilnahmegebühren für Vorträge  steuerbegünstigt.

Zweitwohnung

Unter der Woche am Studienort, aber am Wochenende wieder nach Hause? Kosten für Ihre Zweitwohnung am Studienort können Sie als Kosten der doppelten Haushaltsführung ansetzen. Voraussetzung dabei ist, dass Sie entweder parallel eine eigene Wohnung an einem anderen Ort haben. Auch eine abgetrennter Wohnraum bei den Eltern zählt als eigene Wohnung, wenn Sie sich zudem finanziell im Haushalt Ihrer Eltern beteiligen. Bewohnen Sie stattdessen Ihr altes Kinderzimmer im Elternhaus, so können keine Kosten für die doppelte Haushaltsführung abgesetzt werden.

Zinsen fürs BAföG

Ein Studium finanziert sich nicht von allein. Bekommen Sie Unterstützung durch BAföG oder haben Sie einen Studienkredit aufgenommen, können Sie die Zinsen hierfür ansetzen. Das gilt auch, wenn Sie das Darlehen erst nach dem Abschluss zurückzahlen.

Was passiert beim Fernstudium?

Das Fernstudium verhält sich aus steuerlicher Sicht wie ein gewöhnliches Studium. Das bedeutet, dass Sie alle oben genannten Kosten auch auch bei Ihrem Fernstudium ansetzen können. Einziger Unterschied: Die Hochschule gilt hier aber nicht als erste Tätigkeitsstätte. Das heißt, dass besonders Reisekosten für Fahrten, Übernachtung und Verpflegung hier wichtig werden. Denn hier genießen Sie die Vorteile einer Dienstreise.

Aber Achtung: Auch beim Fernstudium wird nach Erst- und Zweitstudium unterschieden.

 Wie kann ich einen Verlustvortrag machen?

Den Verlustvortrag machen Sie ganz einfach über Ihre Steuererklärung. In dieser geben Sie in der Anlage N unter „Fortbildungskosten“ Ihre Studienkosten an. In der Kopfzeile des Mantelbogens müssen Sie dann nur noch ein Häkchen bei „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ setzen -- fertig. Alle nützlichen Tipps und Infos erfahren Sie in folgendem Video:

Steuererklärung nachholen

Sie haben erst jetzt von der Möglichkeit erfahren, Studienkosten bei der Steuer anzugeben? Ihre Chance auf eine Steuererstattung ist noch nicht vertan. Die Einkommensteuererklärung können Sie noch für die letzten vier Jahre einreichen, wenn Sie bisher noch keine abgegeben haben. Im Jahr 2020 können Sie also die Jahre 2019, 2018, 2017 und 2016 noch abgeben. Etwas mehr Zeit haben Sie, wenn Sie wissen, dass Sie durch den Werbungskostenabzug einen Verlust erklären können. Die Verlustfeststellung kann noch für die letzten sieben Jahre, also im Jahr 2020 für die Jahre 2019 bis 2013 erfolgen, wenn Sie bisher keine Steuererklärung eingereicht haben.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.
In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

24 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Astrid Meyer

    Guten Tag,
    ich habe auch noch eine Frage.
    Unser Sohn hat auf Lehramt studiert, also seinen Bachelor gemacht und anschließend den Masterabschluß. Danach das Referendariat. Das Staatsexamen hat er nicht bestanden…. Die Kosten für das Studium hat er immer als Werbungskosten angesetzt, wurde dann vom Finanzamt als Sonderausgabe behandelt. Er hat immer Einspruch eingelegt und es wurde dann als vorläufig eingestuft. Können Sie mir sagen, ob das Masterstudium bei Lehramt dann ein Zweitstudium ist? Vielen Dank… Astrid Meyer

    • 2
      Alexander Müller

      Hallo Frau Meyer,

      sobald eine abgeschlossene Erstausbildung vorliegt (Mindestdauer 1 Jahr, mit Abschluss!) sind die Kosten für jede weitere Ausbildung Werbungskosten (selbst, wenn der Abschluss nicht klappt). Typische Erstausbildung kann ein Bachelor sein, oder auch eine Duale Ausbildung. Ein Masterstudiengang ist dann eine Zweitausbildung.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

  2. 3
    J. Müller

    Hallo,

    Ich habe meinen Bachelorabschluss über eine Fernuni bereits Ende 2017 erlangt. Die Abschlussfeier der Uni fand allerdings erst Anfang 2019 statt, also über ein Jahr später. Hierfür sind mir Fahrtkosten und Hotelübernachtungen entstanden. Kann ich diese auch steuerlich geltend machen weil sie noch im Bezug zum Studium stehen, obwohl dieses bereits vor über einem Jahr abgeschlossen war? Die gesamten Studienkosten habe und konnte ich immer als Werbungskosten steuerlich geltend machen.

    Danke bereits im Voraus für die Antwort.

    • 4
      Carina Hagemann

      Hallo Frau Müller,
      ich würde Ihnen sehr gerne bei Ihrer Frage helfen. Leider sind wir gesetzlich daran gehindert Ihnen hier Auskunft zu geben, da wir keine Steuerberatung anbieten dürfen. Meine Empfehlung: In unserer Steuer-Hilfe finden Sie viele hilfreiche Tipps rund um Ihre Steuererklärung.
      Liebe Grüße,
      Carina Hagemann aus der :buhl-Redaktion

    • 6
      Alexander Müller

      Hallo Frau Meissner,

      Sie haben es richtig beschrieben. Ohne eine vorherige abgeschlossene Ausbildung ist ein erstes Bachelorstudium nur im Rahmen der Sonderausgaben abzugsfähig. Ein Verlustvortrag ist nicht möglich. Anders würde es nur aussehen, wenn das Bachelorstudium im Rahmen einer Dualen Ausbildung absolviert wird (wie im Artikel beschrieben).

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

  3. 7
    S.K.

    Jetzt wurden Bachelor / Master und Jura 1. und 2. Staatsexamen diskutiert, wie sieht es denn mit Vordiplom und Diplom aus für die älteren Studiengänge?

    Mal so gesehen: Ein Bachelor dauert 6 Semester, der Master 4. Im Vordiplom hat man 4 Semester gebraucht und im Hauptstudium dann 6 Semester. Wie ist da die Relationsmäßigkeit?
    Beide Studiengänge Bachelor/ Master und Vordiplom / Diplom dauern 10 Semester.
    Der Master darf nun aber seine 4 Semester als Werbungskosten angeben, der Diplomer sein Hauptstudium aber nicht?

    Kann mich hier jemand erleuchten?

    • 8
      Alexander Müller

      Hallo und vielen Dank für die Frage,

      mit einem Vordiplom erreicht man keinen berufsqualifizierenden Abschluss. Es ist nur eine Art Zwischenprüfung vereinfacht dargestellt. Bei einem Bachelor sieht das anders aus. Daher sind aus steuerrechtlicher Sicht Vordiplom und Bachelor anders zu beurteilen.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

    • 10
      Alexander Müller

      Hallo Marion, vielen Dank für die Frage.

      Leider ist die Antwort nein. Solange man für die eigenen Kinder noch Kindergeld / Kinderfreibeträge erhält, kann man keine weiteren Ausbildungskosten der Kinder in der eigenen Steuererklärung geltend machen. Der Gesetzgeber will es so, dass mit dem Kindergeld / Kinderfreibeträgen sämtliche Kosten für das Existenzminimum und Betreuung/Erziehung/Ausbildung damit abgedeckt sind. Erst, wenn es kein Kindergeld mehr gibt, gibt es eine Möglichkeit bestimmte Kosten als Unterhalt bei der Steuer geltend zu machen.

      Das Kind kann jedoch eine eigene Steuererklärung abgeben und die Kosten geltend machen. Wenn das Kind aber keine Lohnsteuer in dem Jahr gezahlt hat, gibt es allerdings auch nichts vom Finanzamt zurück.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

    • 12
      Alexander Müller

      Hallo,

      jede abgeschlossene Ausbildung zählt als Erst-Ausbildung. Das Bachelor-Studium wäre also schon die Zweitausbildung (auch wenn es erst das erste Studium ist). Und alle Kosten der Zweitausbildung können in voller Höhe als Werbungskosten bei der Steuererklärung angesetzt werden.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  4. 13
    David

    Kann ein Berufsschüler auch von dieser Sache profitieren? Mir geht es in erster Linie um Fahrtkosten mit dem eigenen Pkw zur Berufsschule (einfache Fahrt 70km). Erste Tätigkeitsstätte ist 14km entfernt (Ausbildungsbetrieb) Wenn ja, wie?! P.S.: Das jährliche Steuerbrutto lag zwischen 5500,- und 8500,-€ –> Lohnsteuer wurde nicht entrichtet.

    • 14
      Alexander Müller

      Hallo David, danke für Deine Frage.

      Leider ist es so: wenn Du keine Steuern zahlen musstest, dann kann man auch keine zurückbekommen. Nur wenn die Kosten höher als die Einnahmen sind, gib es den im Artikel genannten Verlustvortrag.
      Bei einer Ausbildung hat man auch ein „Dienstverhältnis“ und das bedeutet, dass man immer sofort alle Kosten in voller Höhe bei der Steuer geltend machen kann.

      Grundsätzlich kann man aber immer eine Steuererklärung abgeben und dann wäre der beschriebene Fall so:
      1. Ausbildungsbetrieb ist die erste Tätigkeitstätte. Dafür setzt man bei der Steuer die „Entfernungspauschale“ an: Arbeitstage x einfache Entfernung x 0,30€.
      2. Berufsschule wäre dann eine „Dienstreise“. Dafür kann man ansetzen: Arbeitstage x Hin- und Rückfahrt x 0,30€. War der Tag an der Berufsschule sogar länger als 8 Stunden (Haustür – Schule – Haustür), gibt es sogar 12€ extra für die Tage als Verpflegungspauschale.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

  5. 15
    Reinhold

    Reinhold
    Meine Tochter ist ausgebildete Einzelhandelskauffrau und möchte für ihre berufliche Weiterbildung ein Fernstutium der Psychologie/ oder Sozialwissenschaft studieren mit dem Ziel, später im Betrieb als im HR Bereich – oder Mediatorin zu arbeiten. Kann sie dieses Studium wie ein Zweitstudium behandeln, da dies ja zur beschriebenen Weiterbildung ihrer eingeschlagenen Karriere dient? Oder sind hier Studienabsolventen gleicher gestellt?

    • 16
      Alexander Müller

      Hallo Reinhold,
      vielen Dank für die Frage.

      Genau richtig: jede erste abgeschlossene Ausbildung ist „wie ein Erst-Studium“. Die Zweitausbildung zählt in dem beschriebenen Fall „wie ein Zweitstudium“. Der Betrag zielt vornehmlich auf Studienkosten, ist aber auf jede Ausbildung anwendbar.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

  6. 17
    Stefan

    Haben Medizinstudenten in Bayern eine Möglichkeit das Studium ab dem Physikum als Zweitstudium angerechnet zu bekommen? Bei den Juristen scheint dies ja mit dem Staatsexamen möglich zu sein.

    • 18
      Alexander Müller

      Hallo Stefan,

      das Physikum / Erster Abschnitt der ärztlichen Prüfung ist meines Wissens eine Zwischenprüfung. Es handelt sich damit nicht um einen Berufsabschluss. Daher ist das weitere Studium auch kein Zweitstudium.
      Bei den Juristen sieht es mit dem ersten Staatsexamen anders aus.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  7. 19
    Silke Winkelmann

    Ich habe 2 Fragen: kann ich mit der meiner Wiso Software auch die Steuererklärung für meine studierende Tochter vornehmen oder muss eine neue Software erworben werden?
    2. Gilt eine Bachelor Studium nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur Industriekauffrau als Zweitstudium?

    • 20
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrte Frau Winkelmann,

      1. die Lizenz des WISO steuer:Sparbuchs umfasst die Abgabe von 5 Steuererklärungen. Sie können also auch die Erklärung für Ihre Tochter damit machen.
      2. Ja, jede weitere Ausbildung nach einer abgeschlossenen Erst-Ausbildung zählt als weitere (Zweit-)Ausbildung. Die Kosten dafür kann man dann als Werbungskosten ansetzen. Begrifflich ist es dann zwar kein „Zweit-Studium“, aber eben eine „Zweit-Ausbildung“. Diese Begriffe benutzt man oft, um eben erste und zweite Ausbildung zu unterscheiden.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

    • 22
      Alexander Müller

      Hallo, vielen Dank für Deine Frage.

      Ausbildungskosten angeben in der Steuererklärung der Eltern geht leider nicht. Dafür gibt es das Kindergeld / die Kinderfreibeträge. Laut Gesetzgeber sollen damit alle Kosten für das Kind hinsichtlich Existenzminimum / Erziehung / Betreuung / Ausbildung abgegolten sein. Eine Ausnahme gibt es nur bei der Krankenversicherung. Eltern können eventuelle Beiträge des Kindes in ihrer Steuererklärung geltend machen.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist von steuernsparen.de

  8. 23
    J.Surdziel

    Sehr geehrte Damen und Herren. Hier Ihre Text: „Für den Antrag auf Verlustfeststellung verwenden Sie den Mantelbogen und die Anlage N. Im Mantelbogen kreuzen Sie „Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags“ an.“ Meine Frage ist: wo in Wiso Sparbuch oder in Wiso Steuer rein technisch der Kreuz eingesetzt wird oder Muss ich die Formulare erstmals ausdrücken und manuell ankreuzen?

    • 24
      Michael Schopp

      Hallo Herr Surdziel,

      das WISO steuer:Sparbuch überprüft für Sie welcher Fall vorliegt und setzt dann das Kreuzchen richtig. Sie müssen an dieser Stelle nichts unternehmen.

      Viele Grüße

      Michael Schopp

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