Bogen rund

Beerdigungskosten von der Steuer absetzen

So setzen Sie die Bestattungskosten in der Steuererklärung an


Der Tod eines Angehörigen belastet die Hinterbliebenen nicht nur persönlich, sondern auch finanziell. Manchmal sind die Kosten für eine Beerdigung gar höher als das Erbe des Verstorbenen. Doch in dieser Notlage hilft der Fiskus. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Beerdigungskosten von der Steuer absetzen.

Wer kann Bestattungskosten bei der Steuer angeben?

Ist das Erbe geringer als die Kosten für die Beerdigung, können Hinterbliebene diese Differenz steuerlich geltend machen.

Voraussetzung: Die Kosten mussten aus rechtlichen Gründen übernommen werden – oder sie wurden aus sittlichen Gründen freiwillig gezahlt haben und der Nachlass reichte dafür nicht aus.

Wann ist man zur Zahlung verpflichtet?

Die rechtliche Verpflichtung trifft immer den Erben. Besteht eine Erbengemeinschaft, so ist diese zur Zahlung verpflichtet. Erbt ein Verwandter vom Verstorbenen nichts, ist er zivilrechtlich nicht verpflichtet, die Bestattungskosten zu übernehmen. Erwartet jedoch die nähere Umgebung (Verwandte, Nachbaren oder Freunde) die Übernahme der Kosten, so entsteht eine sittliche Verpflichtung.

Können die Erben aus dem Nachlass alle Kosten tragen, können keinerlei Ausgaben angesetzt werden. (u. A. Urteil des Finanzgerichts Münster, Aktenzeichen 2 K 1062/12).

  • Was gehört zum Nachlass des Verstorbenen?
  • Barvermögen
  • Bankguthaben
  • Wertpapiere
  • Immobilien
  • Schmuck
  • Zahlungen von Versicherungen
  • Sterbegelder

Welche Beerdigungskosten können Sie absetzen?

Grundsätzlich können Sie alle Ausgaben absetzen, die mit der Beerdigung zusammenhängen. Dazu zählen:

  • Totenschein
  • Sterbeurkunde
  • Überführung
  • Einäscherung
  • Sarg
  • Urne
  • Kreuz
  • Leichenschau
  • Seebestattung
  • Sterbehemd
  • Beerdigungsinstitut
  • Traueranzeigen, Karten und Briefe sowie dazugehöriges Porto

Ausgaben für die Grabstätte

  • Nutzungsgebühren
  • Vorbereitung des Grabes
  • Grabstein und Inschrift
  • Erstbepflanzung
  • Grabpflege

Ausgaben für die Trauerfeier

  • Gebühren für Trauerhalle und Kirche
  • Ausgaben für Blumenschmuck, Kränze, Gestecke, Sträuße
  • Honorar für Pfarrer, Organist, Küster, Trauerredner, Sargträger und die musikalische Darbietung

Aber auch sonstige Kosten, die mit dem Tod des Erblassers zusammenhängen, können steuerlich geltend gemacht werden. Dazu gehören:

 Sonstige Ausgaben

  • Kosten für die Finanzierung der Bestattung
  • Reinigung der Wohnung des Verstorbenen
  • Zahlungsrückstände des Verstorbenen
Wichtig: Die Ausgaben für die Beerdigung müssen „angemessen“ sein. Der Fiskus sieht die Grenze bei 7.500 Euro.

Welche Kosten können nicht abgesetzt werden?

Beispiel

  • Ausgaben für Trauerkleidung
  • Traueressen
  • Grabpflege
  • Erneuerung des Grabmals
  • Umbettung
  • Reisekosten für die Teilnahme Angehöriger an der Bestattung
Hinweis: Haben Sie Leistungen von dritter Seite erhalten, z.B. von einer Sterbegeldversicherung? Diese Zahlungen müssen Sie von den geleisteten Ausgaben abziehen.

Zumutbare Eigenbelastung

Außergewöhnliche Belastungen wirken sich nicht immer steuermindernd aus. Eine Steuerersparnis hängt von der zumutbaren Eigenbelastung ab. Diese ergibt gemessen an Gehalt, Familienstand und Anzahl der Kinder ein bis sieben Prozent des jeweiligen Einkommens. Übersteigen alle außergewöhnlichen Belastungen (u.a. Krankheitskosten, Pflegekosten, Scheidungskosten, Behindertenpauschbeträge und bestimmte Unterhaltsleistungen) zusammen den zumutbaren Anteil, wirken sich die übersteigenden Kosten steuermindernd aus.

So tragen Sie die Beerdigungskosten in die Steuererklärung ein

In WISO Steuer tragen Sie die Bestattungskosten unter “weitere Ausgaben” ein:

Beerdigungskosten Steuererklärung Formular WISO

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7 Kommentare

Kommentar hinterlassen
    • 2
      Jochen Breunig

      Guten Tag Petra,

      leider dürfen wir Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. Die gewünschten Informationen zur Kürzung um Nachlass oder sonstige Ersatzleistungen finden Sie aber in unserer steuer:Hilfe (siehe dort 2.4).

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

    • 3
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Im Anwendungsschreiben vom 16.12.2016 (S 2284.1.1 – 21/1 St 32) schreibt das Bayerische Landesamt für Steuern: “Aufwendungen für die Beerdigung eines nahen Angehörigen können als außergewöhnliche Belastung (§ 33 EStG) berücksichtigt werden, soweit sie nicht aus dem Nachlass bestritten werden können und auch nicht durch Ersatzleistungen gedeckt sind.”
      Damit bezieht es bezieht sich auch auf das BFH-Urteil vom 19.10.1990 (Az: III R 93/87).

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  1. 5
    N.

    Vielen Dank für den Hinweis auch beim Bearbeiten der Steuerunterlagen. Ich habe die Beisetzungskosten meines geschiedenen Mannes im Namen meines Sohnes übernommen, für den ich Unterhaltsverpflichtet bin. Da mein Sohn Schüler ist und Bestattungspflichtig habe ich “aus sittlichen Gründen” die Kosten übernommen und auch angegeben. Es bleibt abzuwarten, ob das Finanzamt mir zustimmt.

  2. 6
    Jonas

    Vielen Dank für diesen informativen Beitrag zum Thema Beerdigung. Es ist eine gute Sache, die Beerdigungskosten von der Steuer abzusetzen, da diese unter Umständen sehr kostspielig ausfallen können, z.B. durch den Kauf eines Sargs.

  3. 7
    andreas stecker

    Danke sehr für diesen Artikel. Gut zu wissen, dass die rechliche Verpflichtung zur Zahlung den Erben trifft. Ich weiss nicht, wie es möglich ist, dass ich dies nicht früher wusste. VG

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