Darlehen zwischen Eheleuten

Darlehen zwischen Eheleuten

Wann mindert es die Steuer?


Oft gewähren Angehörige einander Darlehen. Nutzt der Darlehnsnehmer dies zur Erzielung von Einkünften, kann er die gezahlten Schuldzinsen von der Steuer absetzen.

Abgeltungsteuer oder persönlicher Steuersatz?

Grundsätzlich müsste der Darlehensgeber die vereinnahmten Darlehenszinsen lediglich mit dem günstigen Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent versteuern. Doch Vorsicht: Da die Parteien „einander nahe stehende Personen“ sind, wird stattdessen zum persönlichen Steuersatz besteuert.

Was sind nahe stehende Personen?

Bereits im April 2014 hat der BFH geklärt, was „nahe stehende Personen“ sind. Hier sei nicht allein das Angehörigenverhältnis maßgebend, sondern das Beherrschungs- oder Abhängigkeitsverhältnis. Da dies bei volljährigen Angehörigen meist nicht der Fall ist, könne der Darlehensgeber die Darlehenszinsen mit dem günstigen Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent versteuern.

Und zwar auch dann, wenn der Darlehensnehmer die gezahlten Schuldzinsen mit dem persönlichen Steuersatz als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzt. Aktenzeichen VIII R 44/13, VIII R 9/13, VIII R 35/13).

Was gilt bei Ehepaaren?

Nun entschied der Bundesfinanzhof, wann diese Regelung bei Darlehen zwischen Eheleuten anzuwenden ist:

Natürlich sind Eheleute „einander nahe stehende Personen“, weil das auf der Ehe beruhende Verhältnis auf eine enge Bindung schließen lässt. Aber der Bundesfinanzhof macht hier eine wichtige Einschränkung (Aktenzeichen VIII R 8/14):

  • Allein die Ehe und das daraus abgeleitete persönliche Interesse an der Erzielung der Einkünfte des anderen begründet noch kein schädliches Näheverhältnis.
  • Wenn aber der Darlehensnehmer bei der Aufnahme des Darlehens von dem Darlehensgeber finanziell abhängig ist, sodass ein Beherrschungsverhältnis vorliegt, ist ein Näheverhältnis gegeben.

Folge: Beim Darlehensgeber ist der vorteilhafte Abgeltungsteuersatz ausgeschlossen.

Bis zu 45 Prozent Steuern sparen!

Im Umkehrschluss bedeutet das: Ist der Ehepartner als Darlehensnehmer nicht finanziell abhängig vom anderen Partner, kann dieser die erhaltenen Darlehenszinsen mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent versteuern.

Der Darlehensnehmer setzt die gezahlten Schuldzinsen als Betriebsausgaben oder Werbungskosten ab und spart so bis zu 45 Prozent Steuern. Vorausgesetzt natürlich, dass der Darlehensvertrag den Bedingungen des Fremdvergleichs entspricht und vom Finanzamt steuerlich anerkannt wird.

Gestaltungs-Tipp

Ein lohnendes Steuerspar-Modell könnte folgende Gestaltung sein: Der gut verdienende Ehemann gewährt seiner Frau, die selbst Einkünfte und Vermögen hat, ein Darlehen zum Kauf eines Mietobjektes. Also kann die Ehefrau die an den Mann gezahlten Zinsen als Ausgaben bei ihren Vermietungseinkünften absetzen.

Dadurch ergibt sich eine Ersparnis in Höhe des persönlichen Steuersatzes des Ehepaares (bis zu 45 Prozent ESt zzgl. Soli und KiSt.). Der Mann seinerseits muss die erhaltenen Zinsen in der „Anlage KAP“ angeben, damit sie mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent versteuert werden. Die familiäre Steuerersparnis liegt dann zwischen 25 Prozent und 45 Prozent.

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