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Erbschaftssteuer – was Erben wissen müssen

Erben, vererben und Steuern sparen


Wer sich frühzeitig über die Erbschaftssteuer informiert, bleibt vor unangenehmen Überraschungen bewahrt. Denn es ist ärgerlich, wenn auch das Finanzamt ordentlich miterbt. Wie hoch die Steuer ausfallen kann und welche Freibeträge Ihnen zustehen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Kurz & knapp

  • Für die Steuer sind der Wert des erhaltenen Vermögens und der Grad der Verwandtschaft entscheidend
  • Dank persönlicher und sachlicher Freibeträge bleibt ein großer Teil des Erbes oder der Schenkung steuerfrei
  • Die Höhe der Erbschaftssteuer bestimmen 3 Steuerklassen — nicht verwandte Erben zahlen den höchsten Prozentsatz
  • Bei großem Erbe kann eine Erbschaftssteuererklärung fällig werden

Wer muss Erbschaftssteuer zahlen?

Oftmals werden große Vermögenswerte vererbt oder verschenkt, die zur finanziellen Bereicherung des Empfängers beitragen. Doch auch der Staat möchte ein Stück vom Kuchen haben und belastet das erhaltene Vermögen mit der Erbschaft- oder Schenkungsteuer.

Grundsätzlich muss also jeder der erbt, auch Steuern zahlen. Aber die gute Nachricht lautet: Gezahlt werden müssen sie erst dann, wenn ein bestimmter Freibetrag überschritten ist. Ob Steuern fällig werden und wie hoch sie ausfallen hängt ab:

  • vom Grad der Verwandtschaft und
  • von der Höhe des Erbes

Da die Freibeträge unter nahen Verwandten großzügig ausfallen, bleibt das Erbe oder die Schenkung oftmals komplett steuerfrei. Das, was nach Abzug der Freibeträge übrigbleibt, muss versteuert werden. Dabei entscheiden 3 Steuerklassen, wie hoch die Erbschaftssteuer ausfällt.

Info Icon Grafik

Vererben oder verschenken: Was ist der Unterschied?

Erbschaft, Schenkung – eigentlich das gleiche, oder? Tatsächlich sind die beiden Vorgänge gar nicht so verschieden – auch wenn sie zwei unterschiedliche Dinge beschreiben.

  • Die Gemeinsamkeit:
    In beiden Fällen erhalten Sie Vermögen, ohne dafür zu bezahlen.
  • Der große Unterschied:
    Eine Schenkung gibt es nur unter lebenden Personen. Im Todesfall wird von einem Erbe gesprochen. Damit ist eine Schenkung prinzipiell mehrmals im Leben möglich, Vererben aber nur einmal.

Sie wollen Vermögen vererben? Durch frühzeitige Planung lassen sich hohe Zahlungen für Erbschaftssteuer bzw. Schenkungssteuer vermeiden. Wie Sie am besten vorgehen, lesen Sie in unserem Beitrag Schenkungssteuer

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Steuerfrei erben — mit diesen Freibeträgen

Persönlicher Freibetrag

Erbe: Persönlicher Freibetrag Verwandtschaftsgrad Infografik

Der persönliche Freibetrag ist abhängig von Ihrer Steuerklasse – ganz egal, welche Vermögensgegenstände Sie erhalten.

SteuerklasseVerwandtschaftsgradFreibetrag
IEhepaare, Lebenspartner

Kinder, Enkelkinder (deren Eltern verstorben sind), Stief- und Adoptivkinder

Enkelkinder

(Groß)Eltern, Urenkelkinder
500.000 Euro

400.000 Euro

200.000 Euro

100.000 Euro
IIGeschwister, Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder20.000 Euro
IIINicht verwandte Personen20.000 Euro
Info GlühbirneDie Freibeträge gelten pro Person. Wenn Sie also zum Beispiel mehrere Geschwister haben, steht jedem der Freibetrag von 20.000 Euro zu. Wie Sie sehen, fallen die Freibeträge für Geschwister, Bekannte, Freunde oder Personen entfernterer Verwandtschaft vergleichsweise schmächtig aus. Wenn Sie also ein großes Vermögen wie zum Beispiel ein Grundstück verschenken, informieren Sie sich vorher unbedingt über die Freibeträge.

Versorgungsfreibetrag bei der Erbschaftssteuer

Erbe: Versorgungsfreibetrag Infografik

Einen weiteren Freibetrag gibt für überlebende Ehegatten und Kinder. Diesen Versorgungsfreibetrag können Sie ausschließlich für ein Erbe, also Vermögen einer verstorbenen Person, anwenden. Steuerfrei bleiben dann für den Ehegatten 256.000 Euro – gekürzt um eventuelle Versorgungsbezüge.
Bei Kindern richtet sich die Höhe des Versorgungsfreibetrags nach dem Alter.

Alter in JahrenVersorgungsfreibetrag
bis 552.000 Euro
5 - 1041.000 Euro
11 - 1530.700 Euro
16 - 2020.500 Euro
21 - 2710.300 Euro

Freibetrag für Hausrat und andere bewegliche Güter

Geburtstagsgeschenke müssen also versteuert werden? Keine Sorge, sofern Sie Geschenke in üblichem Wert verschenken. Das Schenkung- und Erbschaftssteuergesetz sieht nämlich auch Befreiungen vor. Wichtig für Sie ist vor allem die Steuerbefreiung für private Gegenstände. So bleiben unter anderem steuerfrei:

  • Übliche Geschenke im Rahmen von Geburtstagen, Jubiläen oder anderer sozialen Ereignisse
  • Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücke bis zu einem Wert von 41.000 Euro (Steuerklasse I)
  • Andere Gegenstände wie z.B. Autos, Schmuck oder Elektronikgeräte bis zu einem Wert von 12.000 Euro (Steuerklasse I)
  • Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücke sowie andere bewegliche Gegenstände (wie Autos) bis zu einem Wert von 12.000 Euro (Steuerklasse II und III)

Beispiel

Stefan erbt von seinem Bruder ein Vermögen von insgesamt 50.000 Euro. Darunter befinden sich Haushaltsgeräte im Wert von 10.000 Euro und ein Auto im Wert von 15.000 Euro.

1. Haushaltsgeräte
Wert

Freibetrag

steuerfrei

10.000 Euro

12.000 Euro

10.000 Euro

2. Auto
Wert

verbleibender Freibetrag

steuerfrei

15.000 Euro

2.000 Euro

2.000 Euro

3. Persönlicher Freibetrag
Erbe

steuerfreie Beträge

verbleiben

persönlicher Freibetrag

50.000 Euro

12.000 Euro

38.000 Euro

20.000 Euro

steuerpflichtiges Erbe 18.000 Euro

Pflegefreibetrag

Der Pflegefreibetrag honoriert Erben, die die Pflege des Erblassers übernommen haben. Er wird zusätzlich zum persönlichen Freibetrag gewährt. Die Höhe hängt von Umfang der Pflegeleistung ab. Maximal sind jedoch 20.000 Euro abzugsfähig. Der Pflegefreibetrag kann unter folgenden Voraussetzungen vom Erbe genutzt werden:

  • Der Erblasser wurde unentgeltlich oder nur gegen ein geringes Entgelt gepflegt.
  • Zur Pflege bestand hierfür keine rechtliche Verpflichtung.
  • Die pflegende Person muss nicht zwangsläufig mit dem Erblasser verwandt sein.
  • Die Hilfsbedürftigkeit des Erblassers sowie die tatsächliche Pflegeleistung muss vom Erben nachgewiesen werden.

Der Pflegefreibetrag kann nach Auffassung des BFH im Urteil vom 10.05.2017 (II R 37/15) auch von den Kindern des Erblassers abgezogen werden. Ebenfalls kann der Freibetrag genutzt werden, wenn die Erben gesetzlich zum Unterhalt des Erblassers verpflichtet waren. Insofern besteht zumindest kein Widerspruch zu den oben genannten Voraussetzungen.

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Wie viel Steuer muss ich zahlen?

Steuerklasse­­

Wie viel Erbschaftssteuer oder Schenkungsteuer Sie auf das erhaltene Vermögen zahlen müssen, hängt von Ihrer Steuerklasse ab. Die Steuerklasse bei der Erbschaftssteuer hat allerdings nichts mit Ihrer Lohnsteuerklasse zu tun, sondern steht für das Verhältnis, in dem Sie zum Erblasser oder Schenkenden stehen.

Das Gesetz unterscheidet 3 Steuerklassen:

SteuerklasseVerwandtschaftsgrad
IEhegatten, Lebenspartner, Kinder, Enkelkinder, Stiefkinder, Adoptivkinder, Urenkelkinder, Eltern, Großeltern
IIGeschwister, Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder
IIINicht verwandte Personen

Steuersatz

Bleibt nach Abzug der Freibeträge noch was übrig? Dann kommt der Steuersatz ins Spiel. Das steuerpflichtige Erbe wird mit dem Steuersatz multipliziert. Daraus ergibt sich dann die Steuer, die Sie ans Finanzamt zahlen müssen.

Der Steuersatz ist abhängig von Ihrer Steuerklasse und dem Wert der Schenkung bzw. des Erbes nach Anrechnung der Freibeträge.

Wert des steuerpflichtigen Vermögens Steuersatz in der Steuerklasse I (%)Steuersatz in der Steuerklasse II (%)Steuersatz in der Steuerklasse III (%)
bis 75.000 Euro71530
bis 300.000 Euro112030
bis 600.000 Euro152530
bis 6.000.000 Euro193030
bis 13.000.000 Euro233550
bis 26.000.000 Euro274050
über 26.000.000 Euro304350

Wann wird die Steuer fällig?

In diesen Fällen kann Steuer auf das erhaltene Vermögen anfallen:

Erwerb von Todes wegen

Das ist das typische Erbe oder der Pflichtteil. Andere Formen sind der Erbvertrag oder ein Vermächtnis.

Schenkungen unter Lebenden

Man spricht hier auch von einer „freigiebigen Zuwendung“. Dabei handelt es sich um Vermögenswerte, die Sie unentgeltlich – also geschenkt – erhalten. Und zwar aus freien Stücken des Schenkenden. Das ist jedoch nicht der Fall, wenn er dazu verpflichtet ist. Zum Beispiel bei Unterhaltszahlungen oder aufgrund eines Gerichtsbeschlusses.

Zweckzuwendungen

Sie bekommen Geld geschenkt oder vererbt mit dem Auftrag, es an eine Organisation weiterzugeben. Dann handelt es sich um eine Zweckzuwendung. Auch wenn Sie dadurch persönlich gar nicht bereichert werden, schulden Sie die Steuer.

Vermögen einer Familienstiftung

Eine Stiftung selbst kann nicht sterben und somit nicht erben. Deswegen erhebt der Staat eine “Erbersatzsteuer”. Auf das Vermögen einer Familienstiftung muss alle 30 Jahre die Erbschaftssteuer gezahlt werden.

Muss ich die Erbschaft dem Finanzamt melden?

Ja. Das Schenkung- und Erbschaftssteuergesetz schreibt vor, dass eine Erbschaft innerhalb von 3 Monaten ab dem Todestag dem Finanzamt gemeldet werden muss. Häufig ist das Finanzamt aber schon darüber informiert, denn viele Behörden wie Banken, Versicherungen oder Standesämter sind verpflichtet, entsprechenden Meldungen weiterzugeben.

Diese Angaben benötigt das Finanzamt:

  • Persönliche Daten: Vorname, Familienname, Beruf, Wohnung des Erblassers und des Erben
  • Datum, Ort: Todestag und Sterbeort des Erblassers
  • Gegenstand und Wert des Erbes
  • Rechtsgrund der Erbschaft wie Erbfolge, Vermächtnis, Ausstattung
  • persönliches Verhältnis des Erben zum Erblasser wie Verwandtschaftsgrad
  • frühere Zuwendungen des Erblassers an den Erben nach Art, Wert und Zeitpunkt

Muss ich das Erbe in der Steuererklärung angeben?

Für die Erben gibt es keine allgemeine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung. Die Erbschaftssteuererklärung müssen sie erst dann abgeben, wenn das Finanzamt Sie dazu auffordert.

Ob sie überhaupt notwendig wird, prüft das Finanzamt, sobald es von der Erbschaft erfahren hat. Dann heißt es:

  • Liegt das geerbte Vermögen unter den persönlichen und sachlichen Freibeträgen, fallen darauf keine Steuern an und Sie müssen gar nicht aktiv werden. Bei nahen Verwandten ist das häufiger der Fall, da die Freibeträge großzügig ausfallen.
  • Übersteigt das geerbte Vermögen aber die Freibeträge, muss dieser Teil versteuert werden. Dafür verlangt das Finanzamt eine Erbschaftssteuererklärung.

Erbschaftssteuererklärung

Die Erbschaft unterliegt nicht der Einkommenssteuer. Das bedeutet: Müssen Sie die Erbschaft versteuern, machen Sie das nicht über die Einkommensteuererklärung. Für die Erbschaftssteuererklärung gibt es gesonderte Formulare, die Ihnen in der Regel das zuständige Finanzamt zukommen lässt.

Info Glühbirne

Steuerlast beim Erbe reduzieren – mit Nachlassverbindlichkeiten

Tragen Sie in die Erbschaftssteuererklärung alle Kosten ein, die das geerbte Vermögen schmälern – hier spricht man auch von „Nachlassverbindlichkeiten“. Dazu gehören zum Beispiel Ausgaben für die Beerdigung oder die Testamentseröffnung. Dafür erkennt das Finanzamt eine Erbfallkostenpauschale von 10.300 Euro an.

Erben Sie Schulden wie offene Darlehen oder andere Verbindlichkeiten, geben Sie diese ebenfalls in der Steuererklärung an.

Kosten, die für die Beerdigung entstehen, können zusätzlich Ihre Einkommensteuer mindern. Und zwar dann, wenn das Erbe geringer als die Ausgaben ausfällt. Diese Differenz können Sie dann in der jährlichen Steuererklärung absetzen.

Welche Kosten das sein können, erfahren Sie in unserem Beitrag Beerdigungskosten absetzen

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Individuelle Fragen zu Ihrer Steuererklärung können wir leider nicht beantworten, da wir keine persönliche Steuerberatung anbieten dürfen. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zu diesem Beitrag.

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22 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  1. 1
    C. Feldhagen

    Von welchem Betrag wird die Erbschaftssteuer berechnet, wenn Kind des Erblassers eine Immobilie im Wert von 600000 € erbt und als Ausgleich hierfür ihrem Geschwister (ebenfalls Kind des Erblassers) 300000 € zahlen muß. Werden die 300000 € auf die Immobilie angerechnet?

  2. 2
    Handke Marcel

    Ich bin der Stiefsohn mein Eltern sind aber nie verheiratet gewesen also trage ich nicht den Nachnamen meines Verstorbenen Vater. Unter welcher Steuerklasse zähle ich dann? Weil in ihrer Tabelle steht Stiefsohn und Adoptivkind in der Steuerklasse 1

  3. 3
    S. Oevers

    Guten Tag,
    in welche “Kategorie” fallen denn die Kinder eines bereits verstorbenen Stiefkindes, also quasi die “Stiefenkel des Erblassers, deren einer Elternteil (= das Stiefkind des Erblassers) bereits verstorben ist”?
    Vielen Dank.

  4. 4
    R. Mattwig

    Wenn ein Ehepaar ohne Gütertrennung ohne Kinder/Verwandte 500.000 € Barvermögen hat und ein Haus im Wert von 500.000 €, wieviel erbt dann die Ehefrau im Todesfall des Ehemanns ? 500.000, da ihr ja eine Hälfte sowieso gehört, oder 1 Million ?

    • 6
      Anna Maringer

      Hallo,

      danke für Ihren Kommentar. Leider dürfen wir Sie aus rechtlichen Gründen nicht steuerlich beraten. Die geltenden Freibeträge für eine Schenkung oder ein Erbe finden Sie aber in diesem Beitrag in der Tabelle unter der Überschrift “Persönlicher Freibetrag”. Bis zu der Höhe der Freibeträge bleiben Schenkungen und Erbe grundsätzlich steuerfrei.

      Viele Grüße
      Anna von Steuern-Sparen

  5. 7
    Glaser

    Hallo,
    wenn ich das richtig verstehe kommt es bei der Berechnung der Zehnjahresfrist auf den Zeitpunkt der Entstehung der Steuer für den jeweiligen Erwerb an.
    Beispiel: Vater schenkt Sohn 100.000€ . Die Schenkung liegt innerhalb des Freibetrages. Dem Finanzamt wird die Schenkung erst 3 Jahre später angezeigt.
    Die 10 Jahresfrist hat aber schon zum Zeitpunkt der Schenkung begonnen richtig?
    Besteht eine Pflicht die Schenkung dem Finanzamt zu melden, wenn sie inklusive aller Vorschenkungen innerhalb des Freibetrages liegt? (Alles Barschenkungen, Wertzuwachs ausgeschlossen)

    • 8
      Alexander Müller

      Hallo,
      Danke für Ihre Frage – aber bitte beachten Sie, dass wir konkrete steuerliche Einzelfragen nicht beantworten dürfen. Das ist nach dem Steuerberatungsgesetz den steuerfachlichen Berufen vorbehalten.
      Grundsätzlich berechnet sich die 10-Jahres-Frist bei Schenkungen unter Lebenden auf den Zeitpunkt der Entstehung der Steuer, §14 ErbStG. §30 ErbStG regelt die Anzeigepflicht. Dazu in einem Kommentar (Fischer/Pahlke/Wachter): Gegenstand der Anzeigepflicht ist der der Erbschaftsteuer unterliegende Erwerb i. S. d. § 1 ErbStG;[…] Für das Bestehen einer Anzeigepflicht ist es unerheblich, ob der jeweilige Erwerb steuerpflichtig (§ 10 ErbStG) ist oder unterhalb eines Freibetrags bleibt.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller von steuernsparen

  6. 9
    U.Kippenhan

    Wie muß ich den Gewinn beim Anlagenverkauf berechnen,wenn ich ein Depot geerbt und ordnungsgemäss eine Erbschaftssteuererklärung abgegeben habe,in der dann ja auch die bis zum Todestag erfolgte Wertsteigerung durch gestiegene Aktienkurse enthalten ist? Nehme ich den Kaufkurs,den der Erblasser bezahlt hat oder den Kurs zum Zeitpunkt der Übernahme. Nach meiner Überlegung käme dies einer Doppebesteuerung gleich.
    Vielen Dank für Ihre Mühe

    • 10
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      bitte beachten Sie, dass ich Ihnen aus rechtlichen Gründen leider keine steuerliche Beratung in Ihrem Einzelfall anbieten darf.
      Grundsätzlich gilt für private Veräußerungsgeschäfte von im Rahmen der Erbfolge erworbene Wirtschaftsgüter einkommensteuerlich der § 23 (1) S. 3 EStG. In diesem Sinne tritt der Erbe in die Rechtsnachfolge des Erblassers.

      Erbschaftsteuerlich ist für den Erwerb § 12 (2) ErbStG zugrunde zu legen.
      Bei der Burteilung, ob ein Veräußerungsgewinn bei Wertpapieren steuerpflichtig ist oder nicht, ist zudem zu unterscheiden, ob die Aktien vom Erblasser vor oder nach dem 31.12.2008 erworben wurden. Ist der Veräußerungsgewinn (bei Erwerb ab dem 1.1.2009) steuerpflichtig, fällt bei Veräußerung zusätzlich zur Erbschaftsteuer auch Steuer auf den Veräußerungsgewinn an.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  7. 11
    B. Lindauer

    Wie läuft es ab, wenn ein Minderjähriger erbt, zB. ein Enkelkind? Wer verwaltet das Erbe bis zur Volljährigkeit, und Wie?
    Können die Eltern etwas verwenden, zB für Ausbildung?

    • 12
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      leider darf ich Ihnen im Einzelfall keine Rechtsauskunft geben.
      Die allgemeine Vorschrift zur Sorgfaltspflicht der Eltern findet sich im § 1626 BGB und regelt u. a. auch die Vermögensverwaltung.
      Hiervon ist u.a. auch das Erbe eines Minderjährigen betroffen. § 1642 BGB bestimmt, dass das Geld, was für ein minderjähriges Kind verwaltet wird, prinzipiell anzulegen ist. Des Weiteren sind in § 1643 BGB genehmigungspflichtige Rechtsgeschäfte der Eltern im Namen des Kindes festgehalten.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  8. 13
    Rumpf, Karl

    Wenn Kinder ihrer Mutter und ihrem Vater eine Schenkung zukommen lassen, steht dann jedem Elternteil jeweils ein Freibetrag in Höhe von 20.000 € zu?

    • 14
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Sie haben im prinzip recht, der Freibetrag gilt pro Erbe und pro Person. Also bei einer Schenkung eines Kindes an seine Mutter und seinen Vater
      gilt der Freibetrag 1x für die Schenkung an die Mutter und 1x für die Schenkung an den Vater.
      Bei Schenkungen gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro pro Person, bei Erbe sind es 100.000 Euro pro Person.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

    • 16
      Carina Hagemann

      Sehr geehrter Herr Schlaht,
      Ja, auch Urenkelkinder zählen in die Steuererklasse I des Erbschaftsteuergesetzes. Der persönliche Freibetrag für Urenkelkinder beträgt 100.000 Euro.
      Ich werde diese Information in die Tabellen auf dieser Seite mit aufnehmen – vielen Dank für den Hinweis.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  9. 17
    K. Schott

    Die Zehnjahresfrist beginnt m.W. erst dann zu laufen an, wenn eine Schenkung dem zuständigen Finanzamt bekannt geworden ist (z.B. durch einen notariellen Vertrag).
    Zu Ihrem Beispiel: Bei einer laufenden Handschenkung über z.B. 15 Jahre wären dann die ersten 5 Jahre nicht verjährt, wären also wie die folgenden 10 Jahre zu versteuern.

    • 18
      Alexander Müller

      Hallo sehr geehrter Herr Schott,

      bitte beachten Sie, dass wir aufgrund der Regelungen des Steuerberatergesetzes keine Einzelfallberatung durchführen dürfen. Bei speziellen steuerrechtlichen Fragen wäre ein Steuerberater der richtige Ansprechpartner. Ich bitte daher um Verständnis, dass ich nur allgemein antworten darf.

      Bei der Berechnung der Zehnjahresfrist kommt es auf den Zeitpunkt der Entstehung der Steuer für den jeweiligen Erwerb an. Im Erbfall ist dies regelmäßig der Todestag, bei Schenkungen der Tag der Ausführung.

      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  10. 19
    U. Holste

    Hallo, der Artikel gefällt mir, da er kurz und bündig einen Überblick gibt. Allerdings habe ich ein Problem mit ihrem Beispiel. M.E. stimmt der Freibetrag bei der Pos. 1 Haushaltsgeräte nicht, da im Beispiel ein Bruder vererbt und es damit St.Kl. 2 ist. Oder verstehe ich in den Erläuterungen “Keine Steuer auf private Alltagsgegenstände” etwas falsch? Freundliche Grüße U. Holste

    • 20
      Carina Hagemann

      Hallo Frau Holste,
      Vielen Dank für Ihren aufmerksamen Hinweis! Sie haben Recht: Unter Geschwistern ist die Steuerklasse 2 anzuwenden und die entsprechenden Freibeträge. Tatsächlich ist mir dabei im Beispiel ein Fehler unterlaufen. Die Berechnung habe ich dahingehend korrigiert.
      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

    • 22
      Carina Hagemann

      Hallo Herr Molkenhin,
      Grundsätzlich gehören private Immobilien zum steuerpflichtigen Vermögen. Selbstgenutztes Wohneigentum bleibt aber ausnahmsweise steuerfrei. Das ist im Erbschaftsteuergesetz im § 13 Abs. 1 Nr. 4c geregelt. Folgende Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein:
      – Das Wohneigentum wird an die Kinder oder Enkelkinder, wenn deren Eltern verstorben sind, vererbt
      – Der Erblasser hat die Immobilie vorher selbst zu Wohnzwecken genutzt
      – Die Wohnfläche ist nicht größer als 200 m²
      – Der Erbe bezieht Immobile nach dem Tod des Erblassers selbst (innerhalb von 6 Monaten)
      – Der Erbe behält das Wohneigentum mindestens für zehn Jahre

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

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