Geldwerter Vorteil

Steuern sparen mit Dienstwagen, Jobticket & Co


Geld regiert die Welt? Früher hat man seine Mitarbeiter nicht mit Geld, sondern mit Naturallohn bezahlt. Heute undenkbar? Auch heutzutage spielen Sachleistungen eine wichtige Rolle in der Arbeitswelt. Zwar wird wohl kaum jemand von seinem Chef zusätzlich zum Monatsgehalt einen Sack Getreide einfordern. Vielmehr sind Firmenfahrrad oder Tankgutscheine in Mode. Aber was bringt Ihnen ein geldwerter Vorteil?

Geldwerter Vorteil – Was bedeutet das?

Geldwerter Vorteil bedeutet, dass Sie Ihren Lohn bzw. Ihr Gehalt nur teilweise ausgezahlt bzw. überwiesen bekommen. Den anderen Teil des Gehalts erhalten Sie als Sachleistung. Deshalb spricht man auch von Sachbezug. Um tatsächlich als Gehalt zu zählen, muss die Sachleistung bewertbar sein. Also einen bestimmten Geldwert haben.

Zur Abgrenzung: Das ist z. B. bei einer Kantine innerhalb Ihres Betriebs nicht möglich. Zwar genießen Sie den Vorteil, eine Kantine nutzen zu können. Allerdings lässt sich dieser Nutzen nur schwer bewerten. Deshalb kann das bloße Dasein der Kantine kein geldwerter Vorteil sein. Sehr wohl hingegen aber das Essen in der Kantine: Bezahlt Ihnen der Arbeitgeber dort täglich Ihr Mittagessen, kann das mit einem konkreten Preis bewertet werden. In diesem Fall handelt es sich um einen geldwerten Vorteil.

Auch steuerlich ein Vorteil?

Wo ist der Vorteil dabei, wenn man seinen Lohn in eine Sachleistung umwandelt? Auf den ersten Blick macht es keinen Unterschied, in welcher Form der Lohn bezahlt wird. Auf den zweiten Blick springen aber vor allem steuerliche Aspekte ins Auge. Denn viele SachbezĂĽge unterliegen nicht oder nur teilweise der Steuer. Das ist ein klarer Pluspunkt gegenĂĽber dem Geld-Lohn.

Generell gilt die Steuerpflicht

Auf Ihrer Gehaltsabrechnung steht mehr Lohn, als auf Ihrem Konto ankommt? Das liegt daran, dass Ihr Arbeitgeber einen Teil Ihres Gehalts einbehält. Die Lohnsteuer wird nämlich direkt ans Finanzamt abgeführt. Beiträge zu den Sozialversicherungen gehen ebenfalls direkt an den Leistungsträger. Fallen für Sachbezüge ebenfalls Lohnsteuer und Sozialversicherungen an?

Grundsätzlich ist die Regel, dass auch geldwerte Vorteile lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig sind. Das bedeutet: Der Wert Ihres Sachbezugs wird wie ganz normaler Lohn behandelt – und versteuert. Deshalb ist er auch in Ihrer Lohnsteuerbescheinigung enthalten.

Banner Steuern Sparen Umsatzsteurerklärung

Stauern sparen mit WISO Steuer

Pauschalversteuerung

In manchen Fällen hat Ihr Arbeitgeber die Möglichkeit, die Sachbezüge an Sie pauschal zu versteuern. Das bedeutet: Ihr Chef versteuert den Sachbezug mit einem festen Steuersatz (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Wie hoch dieser pauschale Steuersatz ist, hängt von der Art des Sachbezugs ab. Im besten Fall ist die pauschale Steuer aber niedriger als Ihr individueller Lohnsteuersatz. Ihr Arbeitgeber führt die pauschale Lohnsteuer auch direkt ans Finanzamt ab.

Ăśberwiegend eigenbetriebliches Interesse

Fraglich ist, wann wirklich ein geldwerter Vorteil für Sie als Mitarbeiter vorliegt. In vielen Fällen überwiegt nämlich auch das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers. Das bedeutet, dass er Ihnen zwar etwas umsonst zur Verfügung stellt. Aber nicht, weil das für Sie eine Art Gehalt darstellen soll. Sondern vielmehr zugunsten des gesamten Unternehmens.

Aktuell wurde beispielsweise folgender Fall entschieden: Wenn Ihr Chef Ihnen morgens unbelegte Brötchen und Kaffee bereitstellt, ist das kein geldwerter Vorteil. Durch das Team-Frühstück wird nämlich das Betriebsklima verbessert. Das heißt, der Mehrwert ist auf der Seite der Firma. Wie schwierig die Abgrenzung ist, wird dabei auch deutlich: Sobald eine Scheibe Wurst oder Käse auf das Brötchen kommt, liegt ein Sachbezug vor. Und Ihr Frühstück wird zum Lohnbestandteil.

Ganz typisch fĂĽr steuerfreie Arbeitgeberleistungen sind zum Beispiel auch Fortbildungen und Seminare. Diese zahlt Ihnen der Chef nicht, um Ihnen Gutes zu tun. Im Vordergrund steht, dass das Unternehmen von Ihrer fachlichen Entwicklung profitiert.

Welche Freibeträge gibt es?

Nach dem Grundsatz folgt die Ausnahme: Es gibt zahlreiche Einzelregelungen zu verschiedenen geldwerten Vorteilen. In bestimmten Fällen sind Sie in voller Höhe steuer- und sozialversicherungsfrei. In anderen gibt es Höchstbeträge und erst bei Überschreitung werden die Vorteile teilweise oder insgesamt steuerpflichtig.

Sachbezugsfreigrenze

Die allgemeine „magische“ Grenze bei Sachbezügen beträgt 44 Euro. Diese Freigrenze wird monatlich geprüft. Dafür werden alle Sachbezüge, die Sie innerhalb eines Monats erhalten, zusammengerechnet. Dazu zählen übrigens auch die Lohnsteuer und Sozialversicherungen, die auf die einzelnen Leistungen entfallen. Kommt man nach der Prüfung auf einen Wert von weniger als 44 Euro, haben Sie Glück: die Sachbezüge sind steuerfrei. Haben Sie allerdings mehr erhalten, wird der komplette Wert aller Sachbezüge steuerpflichtig.

Freibetrag vs. Freigrenze

Im Steuerrecht geht es oft um begriffliche Feinheiten. So auch beim Freibetrag und der Freigrenze. So ähnlich die Begriffe, so unterschiedlich die Bedeutung. Ein Freibetrag stellt pauschal einen gewissen Anteil steuerfrei – egal, wie hoch der tatsächliche Betrag ist. Steuerpflichtig ist dann nur der Betrag, der den Freibetrag übersteigt. Bei einer Freigrenze gilt: Sobald die Grenze überschritten ist, wird alles steuerpflichtig.

Beispiel: Freigrenze

Sie erhalten im Monat SachbezĂĽge i. H. v. 40 Euro. Diese liegen innerhalb der Freigrenze von 44 Euro. Damit sind sie steuer- und sozialversicherungsfrei.
Erhalten Sie im Monat aber Sachbezüge i. H. v. 46 Euro unterliegen die gesamten 46 Euro der Steuer. Ebenfalls müssen Sozialabgaben in voller Höhe gezahlt werden.

Beispiel: Freibetrag

Im gesamten Jahr erhalten Sie aufgrund Ihrer Anstellung Rabatte im Wert von 2.000 Euro. Um den steuerpflichtigen Betrag zu ermitteln, wird der Rabattfreibetrag von 1.080 Euro davon abgezogen. Damit sind nur 920 Euro steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Rabatt-Freibetrag

Der Rabatt-Freibetrag wird interessant, wenn Sie aufgrund Ihrer Anstellung bestimmte Vergünstigungen erhalten. Ganz typisch dafür sind zum Beispiel Mitarbeiterrabatte in Geschäften. Die Rabatte sind im wahrsten Sinne des Wortes ein geldwerter Vorteil: denn Sie sparen aufgrund Ihrer Anstellung bares Geld. Bis zu 1.080 Euro im Jahr dürfen Sie dabei sparen, ohne dass der Rabatt versteuert werden muss. Sind Ihre tatsächlich erhaltenen Vergünstigungen aber höher als 1.080 Euro, muss alles, was über diesem Freibetrag liegt, versteuert werden.

Wie wird ein geldwerter Vorteil bewertet?

Herauszufinden, wann ein geldwerter Vorteil vorliegt und wann nicht, ist eine Sache. Eine andere Frage ist aber, wie das Ganze zu bewerten ist. In manchen Fällen kann das ganz einfach sein: Ein Gutschein im Wert von 100 Euro wird mit 100 Euro bewertet. Schwieriger wird es aber, wenn Sie ein Firmenfahrzeug oder Ware erhalten.

Amtliche Sachbezugstabelle

Für die Bewertung von Mahlzeiten und Unterkünften gibt es feste Bewertungsmaßstäbe. Sie werden jährlich in der amtlichen Sachbezugstabelle festgehalten. Die Werte für das Jahr 2020 finden Sie auf der Website des Verbands der Ersatzkassen.

Endpreis am Abgabeort

Allerdings gehen die Variationen von Sachbezügen weit über die Inhalte der amtlichen Sachbezugstabelle hinaus. Für alle Arten von Sachbezügen, die dort nicht enthalten sind, gilt der um übliche Preisnachlässe geminderte Preis am Abgabeort. Auf gut Deutsch: Das, was Sie normalerweise aktuell dafür bezahlen würden, wenn Sie sich die Sache selbst kaufen würden. Von dem Preis, der sich dadurch ermitteln lässt, werden pauschal 4 Prozent abgezogen. Dieser Abschlag stellt vereinfacht den üblichen Preisnachlass dar.

Ăśbrigens

Der hier ermittelte Preis ist auch fĂĽr den Abzug des Rabatt-Freibetrags ausschlaggebend:

Sie arbeiten in einem Möbelgeschäft. Dort kaufen Sie sich privat einen neuen Schrank. Normalerweise kostet der 2.000 Euro. Sie erhalten Ihn aber 1.500 Euro, da Sie als Mitarbeiter einen Rabatt bekommen. Das Sie diesen Rabatt nur aufgrund Ihrer Anstellung bekommen und Sie einen finanziellen Vorteil haben, liegt ein Sachbezug vor. Der Wert wird von Ihrem Arbeitgeber wie folgt ermittelt:

Endpreis am Abgabeort: 2.000 Euro
abzüglich üblicher Preisnachlässe: 2.000 Euro – (4% x 2.000 Euro) = 1.920 Euro
Tatsächlich gezahlter Preis: 1.500 Euro
Sachbezugswert: 1.920 Euro – 1.500 Euro = 420 Euro
Rabattfreibetrag: 1.080 Euro > 420 Euro
Ergebnis: Sie mĂĽssen keinen Sachbezug versteuern, da der Sachbezugswert innerhalb des Freibetrags von 1.080 Euro / Jahr liegt.

Geldwerter Vorteil: Unsere Top 10

Was können Sie alles als Sachbezug erhalten? Die Möglichkeiten sind schier unendlich. Deshalb stellen wir Ihnen unsere Top 10 vor:

Steuern Sparen Banner Software

Firmenwagen

Vor allem im Vertrieb oder bei Außendienst-Mitarbeitern sehr beliebt: der Firmenwagen. Wenn Sie den Wagen nur rein betrieblich nutzen dürfen, überwiegt wieder das eigenbetriebliche Interesse. Da Sie privat dadurch nicht bereichert sind, stellt das Fahrzeug für Sie keinen Lohn dar. Anders sieht das aus, wenn Sie das Auto auch privat nutzen. Dazu zählen übrigens auch die Fahrten von der Wohnung zu Ihrem Arbeitsplatz. Die Privatnutzung ist sozusagen ein Zusatz-Lohn. Und der ist steuerpflichtig. Wie aber bewertet man die Privatnutzung eines Fahrzeugs?

Dafür sieht das Gesetz zwei Möglichkeiten vor.

Fahrtenbuch

Option eins ist: Fahrtenbuch führen. Hier dokumentieren Sie genau, wie viele Kilometer Sie in dem Firmenfahrzeug privat und betrieblich unterwegs sind. Der Anteil der Privatfahrten wird Ihnen als Lohn berechnet. Um den geldwerten Vorteil zu berechnen, werden die jährlichen Gesamtkosten des Fahrzeugs mit dem privaten Nutzungsanteil multipliziert. Die Kosten setzen sich aus Leasingraten oder Abschreibung sowie den laufenden Kosten wie Reparaturen, Versicherungen und KFZ-Steuer zusammen. Da die Lohnsteuer monatlich abgeführt werden muss, wird für die Privatnutzung auch ein monatlicher Wert versteuert.

1-Prozent-Regelung

Das Fahrtenbuch lohnt sich dann, wenn Sie relativ wenige Privatfahrten machen. Andernfalls ist meist die pauschale 1-Prozent-Regelung günstiger. Hier wird auf Basis des Kaufpreises Ihres Firmenwagens der geldwerte Vorteil ermittelt: und zwar jährlich i. H. v. 1 Prozent des Bruttolistenpreises. Dazu kommt ein Zuschlag für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Denn: Die Fahrten zur Arbeit dürfen Sie in der Einkommensteuererklärung wieder als Werbungskosten abziehen.

E-Auto
Ihr Firmenwagen ist ein E-Auto? Dann wird bei der 1-Prozent-Regelung für das Jahr 2019 nur der halbe Bruttolistenpreis angesetzt. Noch günstiger wird’s ab 2020: Aktuell wird für die Berechnung des Sachbezugs nur ein Viertel des Bruttolistenpreises bei der 1-Prozent-Regelung berechnet.

Fahrrad & E-Bike

Falls Sie locker an der Steuer vorbeiradeln wollen, empfiehlt sich ein E-Bike. Seit 2019 bis voraussichtlich 2030 ist die Privatnutzung des E-Bikes nämlich komplett steuerfrei. Aber es muss nicht unbedingt elektronisch sein: Auch das herkömmliche Fahrrad, das Ihr Chef Ihnen überlässt, dürfen Sie steuerfrei nutzen. Das gilt allerdings nur, wenn Sie das Rad zusätzlich zu Ihrem Gehalt bekommen. Was aber, wenn Sie stattdessen auf einen Teil Ihres Gehalts verzichten? Dann gilt ähnlich wie beim KFZ die 1-Prozent-Regelung. Allerdings wird für 2019 hier nur der halbe Bruttolistenpreis angesetzt. Ab 2020 sogar nur ein Viertel davon. Und das Beste: Die Fahrten zwischen Ihrer Wohnung und dem Arbeitsplatz erhöhen hier nicht den geldwerten Vorteil. Sie sparen also doppelt.

Jobticket

Jobtickets zählen zu den Klassikern unter den geldwerten Vorteilen. Und das zu Recht: Seit 2019 können Sie diese nämlich in voller Höhe steuerfrei zum Gehalt dazubekommen. Allerdings nur, wenn Sie das Ticket zusätzlich zum vereinbarten Lohn erhalten. In Fällen der Entgeltumwandlung – wenn Sie also auf einen Teil des ausbezahlten Lohns verzichten – greift die Sachbezugsfreigrenze. Kommt dadurch steuerpflichtiger Arbeitslohn zustande, hat Ihr Chef aber die Möglichkeit, die pauschale Lohnsteuer i. H. v. 15 Prozent für Sie zu zahlen.

Ăśbrigens

Die gleiche Regelung gilt für alle Zuschüsse, die Ihr Arbeitgeber Ihnen für die öffentlichen Verkehrsmittel zahlt.

Fahrtkostenzuschuss

Sie fahren täglich mit Ihrem privaten Auto zur Arbeit? Hier haben Sie die Möglichkeit, sich von Ihrem Chef eine kleine Finanzspritze in Form des Fahrtkostenzuschusses zu holen. Die ist leider nicht steuerfrei. Allerdings hat Ihr Arbeitgeber hier die Möglichkeit, die pauschale Lohnsteuer i. H. v. 15 Prozent für Ihren Zuschuss abzuführen. Das geht aber nur, solange er Ihnen nicht mehr erstattet, als die Pendlerpauschale. Alles was darüber liegt, unterliegt mit Ihrem individuellen Steuersatz der Lohnsteuer.

Gesundheitsförderung

Seit ein paar Jahren in aller Munde: die betriebliche Gesundheitsmaßname (BGM). Hier können für jeden Mitarbeiter im Jahr Maßnahmen zur Gesundheitsförderung steuerfrei gefördert werden. Das Angebotsspektrum geht vom Pausensport über Physiotherapie bis hin zur Massage. Bis zu 600 Euro im Jahr darf Ihr Arbeitgeber ab 2020 für Ihre Gesundheit ausgeben, ohne dass Lohnsteuer anfällt.

Gutscheine

Die Regelung für Gutscheine als Sachbezüge haben sich seit Anfang des Jahres 2020 deutlich verschärft. Die 44-Euro-Freigrenze gilt nur noch für zweckgebundene Gutscheine, die Sie zusätzlich zu Ihrem Gehalt bekommen. Reine Geldkarten sind somit ab dem ersten Euro wie Arbeitslohn zu versteuern. Das gleiche gilt für einen Einkaufsgutschein, den Sie aber nicht zusätzlich, sondern als Entgeltumwandlung erhalten.

Firmenwohnung

Für eine Wohnung, die Ihnen Ihr Arbeitgeber stellt, zahlen Sie im besten Fall gar nichts oder zumindest weniger als üblich. Die Ersparnis, die Sie dadurch haben, ist ein geldwerter Vorteil. Grundsätzlich besteht der Vorteil in der Höhe, in der Sie weniger als die ortsübliche Vergleichsmiete zahlen. Aktuell wurde aber ab 2020 ein Bewertungsabschlag eingeführt: Für die Berechnung des geldwerten Vorteils werden nur noch 75 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete berücksichtigt. Dürfen Sie die Firmenwohnung also kostenlos bewohnen, werden nur 75 Prozent der ortsüblichen Miete als geldwerter Vorteil versteuert. Zahlen Sie hingegen Miete an Ihren Arbeitgeber, wird Ihr Eigenanteil angerechnet und der Sachbezugswert verringert sich.

Kinderbetreuung

Ihr Arbeitgeber hat die Möglichkeit, Sie bei der Kinderbetreuung nicht schulpflichtiger Kinder zu unterstützen: und zwar steuer- und sozialversicherungsfrei. Das gilt z. B., wenn es in Ihrer Firma eine eigene Kinderbetreuung gibt. Die Kinderbetreuungsleistung ist als geldwerter Vorteil steuerfrei. Voraussetzung ist, dass Sie die Betreuung zusätzlich zu Ihrem vereinbarten Gehalt beanspruchen können.

Ăśbrigens

Ihr Arbeitgeber kann Ihnen als Zuschuss zur Kinderbetreuung auch bares Geld auszahlen – und zwar ebenfalls steuer- und sozialversicherungsfrei. Voraussetzung bleibt allerdings, dass die Zahlung zusätzlich zu Ihrem Gehalt erfolgen muss. Andernfalls ist der Zuschuss steuerpflichtig. AuĂźerdem mĂĽssen Sie nachweisen, dass Sie tatsächlich Kosten fĂĽr die Kinderbetreuung hatten.

Aber auch die Betreuung schulpflichtiger Kinder ist begünstigt: Hier kann Ihnen Ihr Chef bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei dazugeben.  Allerdings gilt auch hier, dass Sie das Geld on top bekommen – nicht als Entgeltumwandlung.

Zinsvorteile

Sie haben eine größere Anschaffung geplant? Für Darlehen bei der Bank zahlen Sie oft hohe Zinsen. Aber vielleicht müssen Sie erst gar nicht zu Bank gehen: Bei vielen Arbeitgebern ist es üblich, den Angestellten Darlehen zu gewähren. Und zwar zu einem günstigeren Zinssatz als bei der Bank. Und zwar aus einem einfachen Grund: Die Tilgung kann der Arbeitgeber direkt vom Lohn einbehalten – so ist die Rückzahlung sicher.

Allerdings liegt auch hier ein geldwerter Vorteil vor, denn: Sie erhalten nur aufgrund Ihres Arbeitsplatzes verbilligte Zinsen. Die Höhe des geldwerten Vorteils ist praktisch Ihre Zinsersparnis. Liegt diese Ersparnis unter 2.600 Euro im Jahr sind, Sie auf der sicheren Seite. Der Zinsvorteil bleibt steuer- und sozialversicherungsfrei. Sobald Sie aber auch nur einen Euro mehr sparen, wird der gesamte Zinsvorteil steuer- und beitragspflichtig. Es handelt sich also um eine Freigrenze.

Diensthandy und Dienstlaptop

Sie bekommen von Ihrem Chef ein Handy oder Laptop, die Sie für Ihre tägliche Arbeit nutzen? Dann dürfen Sie die Geräte sicher auch mit nach Hause nehmen und sie z. B. für Ihre private Steuererklärung nutzen. Hier haben wir eine gute Nachricht für Sie: Die private Nutzung von dienstlichen Arbeitsmitteln ist komplett steuerfrei!

Unser Tipp fĂĽr Sie

Für die korrekte Bewertung und Versteuerung ist Ihr Arbeitgeber zuständig. Allerdings sind Sie als Arbeitnehmer oft derjenige der vom geldwerten Vorteil profitiert.

Je nachdem, welche Regelungen zur steuerlichen Behandlung gelten, lassen sich damit eine Menge Steuern und Sozialabgaben sparen. Sie möchten von der steuergünstigen Behandlung bei Sachbezügen profitieren? Sprechen Sie doch Ihren Arbeitgeber in der nächsten Gehaltsverhandlung einmal darauf dann. Denn auch für Ihren Chef lohnt sich der Deal: Auf den steuerfreien geldwerten Vorteil muss er nämlich auch nicht den Arbeitgeber-Anteil zur Sozialversicherung zahlen.

Achten Sie dabei aber unbedingt auf die jeweils geltenden Regelungen, damit Ihr geldwerter Vorteil auch wirklich einen Vorteil fĂĽr Sie bringt!

 

CW470

 

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

Auch wenn die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Gewähr für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Aufruf dieser Inhalte begründet mangels Rechtsbindungswillens unsererseits keinerlei Vertragsverhältnis. Außer im Falle von Vorsatz übernehmen wir keine Haftung für etwaige aus der Verwendung der Inhalte resultierende Schäden.

Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

Kommentar hinterlassen