Krankheitskosten von der Steuer absetzen

Mit der laufenden Nase Steuern sparen


Der Sommer neigt sich dem Ende, der Herbst steht vor der Tür – und damit auch die Hochsaison für Grippe und Co. Wir können Sie natürlich nicht vor einer laufenden Nase bewahren – dafür zeigen wir Ihnen aber, wie Sie das Beste aus der Situation machen und Steuern sparen können. Denn die Ausgaben für Medikamente oder Ärzte sind Krankheitskosten, die Sie als außergewöhnliche Belastung absetzen können. Wie genau, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was haben Krankheitskosten mit Steuern zu tun?

Nicht nur die Gesundheit leidet während der Krankheitszeit. Auch der Geldbeutel. Denn nicht jede Krankenkasse übernimmt die Kosten für alle Medikamente.

Doch hier hilft das Finanzamt: Wird Ihnen ein Medikament vom Arzt verschrieben und nicht von der Krankenkasse bezahlt, können Sie die Ausgaben bei der Steuer geltend machen. Diese Krankheitskosten geben Sie einfach bei den außergewöhnlichen Belastungen an.

Hier lesen Sie alles zum Thema außergewöhnliche Belastungen.

Welche Krankheitskosten kann ich absetzen?

Natürlich mindern nicht nur Kosten, die Ihnen durch eine Erkältung entstehen, Ihre Steuer. Grundsätzlich können Sie alle unmittelbaren Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung in Ihrer Steuererklärung angeben. Wichtig ist, dass die Kosten als Folge von Krankheiten oder auch Unfällen entstanden sind.

Typische Krankheitskosten sind Ausgaben für:

  • Medikamente
  • Arztkosten
  • Heilpraktiker
  • Krankenhauskosten
  • Brillen
  • Kontaktlinsen
  • Orthopädische Hilfsmittel
  • Krankengymnastik
  • Zahnersatz
  • Zahnarztkosten absetzen
  • Blutdruckmessgerät
  • Hörgeräte
  • Beiträge zu Selbsthilfegruppen
  • Kurkosten
  • Geburtskosten

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Auch Fahrtkosten zählen zu den Krankheitskosten

In der Regel kosten nicht nur Medikamente oder Behandlungen Geld. Auch die Fahrten zum Arzt müssen bezahlt werden. Und natürlich können Sie auch diese Kosten absetzen. Wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen, können Sie die tatsächlich anfallenden Kosten absetzen. Heben Sie also die Fahrkarten als Nachweis gut auf. Fahren Sie mit dem Auto, können Sie eine Pauschale von 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer absetzen.

Sie besuchen einen Spezialisten in einer anderen Stadt? Dann können Sie neben den Fahrtkosten auch Ausgaben für Übernachtungen absetzen.

Übrigens: Liegt ein enges Familienmitglied wie das eigene Kind oder der Ehepartner im Krankenhaus, können Sie auch Ihre Besuchsfahrten absetzen.

Medizinische Hilfsmittel

Neben Medikamenten können auch spezielle medizinische Hilfsmittel steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen beispielsweise Brillen, Hörgeräte oder Spezialbetten. Wichtig ist aber, dass Ihr Arzt Ihnen vor dem Kauf durch ein Attest bestätigt, dass das Hilfsmittel für Sie medizinisch notwendig ist.

Grundsätzlich gilt: Sie können nur Kosten absetzen, die Sie tatsächlich auch bezahlt haben. Erstattungen von Krankenkassen, dem Arbeitgeber oder der Beihilfe müssen Sie von Ihren Gesamtkosten abziehen.

Kann ich Krankheitskosten immer absetzen?

In der Apotheke Kopfschmerztabletten kaufen und das von der Steuer absetzen? Ganz so einfach ist das leider nicht. Denn das Finanzamt akzeptiert Ausgaben für Medikamente oder Behandlungen nur dann, wenn sie vom Arzt verordnet wurden. Sie benötigen also ein Attest, das nachweist, dass Sie die Behandlung oder das Medikament tatsächlich benötigen.

Bei chronischen Erkrankungen genügt es, das Attest nur einmal vorzuweisen. Es muss also nicht nach jedem Kauf eines Medikamentes oder einer Behandlung ein neues Attest eingereicht werden.

Für einige Behandlungen sowie medizinische Hilfsmittel reicht jedoch ein Attest nicht aus. Dann benötigen Sie entweder eine ärztliche Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung oder ein amtsärztliches Gutachten. Wichtig ist dabei aber, dass es vor der Behandlung oder der Anschaffung von Medikamenten oder Hilfsmitteln ausgestellt wurde.

In folgenden Fällen benötigen Sie vor der Behandlung ein amtsärztliches Attest:

  • Bade- oder Heilkuren
  • Psychotherapeutische Behandlungen
  • Medizinisch erforderliche auswärtige Unterbringung Ihres Kindes, das an Legasthenie oder einer anderen Behinderung leidet
  • Ihre Betreuung durch eine Begleitperson, sofern Sie einen Graf der Behinderung von über 50 nachweisen können
  • Medizinische Hilfsmittel, die Sie bei sich tragen, um sich im Umfeld besser zu bewegen, zurechtzufinden und die elementaren Grundbedürfnisse des täglichen Lebens zu befriedigen (wie etwa Hörhilfen, Körperersatzstücke oder andere orthopädische Hilfsmittel)
  • Wissenschaftlich nicht anerkannte Behandlungsmethoden, wie Frisch- und Trockenzellenbehandlungen, Sauerstoff-, Chelat- und Eigenbluttherapie
Übrigens: Die Gebühr für das amtsärztliche Attest können Sie ebenfalls als außergewöhnliche Belastung absetzen.

Kann ich die kompletten Kosten absetzen?

Leider nein. Denn außergewöhnliche Belastungen wirken sich steuerlich erst aus, wenn sie die zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Nur der Teil, der diese Grenze übersteigt, mindert Ihre Steuer.

Wo trage ich die Krankheitskosten in der Steuererklärung ein?

Anlaufpunkt für Ihre Kosten ist der Mantelbogen der Steuererklärung. Hier ist Rechnen angesagt. Addieren Sie alle angefallenen Kosten und tragen Sie die Gesamtsumme in Zeile 67 ein.
Einfacher geht’s mit WISO Steuer. Denn Sie müssen nur Ihre einzelnen Kosten angeben – das Programm rechnet die Gesamtsumme anschließend für Sie aus. Und das Beste daran: WISO Steuer ermittelt sogar Ihre zumutbare Belastung für Sie!

Ihre Kosten tragen Sie unter Daten erfassen > Weitere Ausgaben > Krankheitskosten und andere Besonderheiten ein.

Krankheitskosten WISO Steuer Screenshot