Außergewöhnlich belastet? Allgemein oder besonders?

Außergewöhnlich belastet? Allgemein oder besonders?

Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?


Allgemeine außergewöhnliche Belastungen

Sie liegen vor, wenn

  • Sie belastet sind
  • die Ausgaben außergewöhnlich sind
  • zwangsläufig anfallen
  • Sie keinen Gegenwert erlangen (spielt heute kaum noch eine Rolle) und
  • die Ausgaben keine Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben sind.

Belastung: hat nur derjenige, der die Ausgaben tatsächlich bezahlt hat.

Außergewöhnlichkeit: liegt vor, soweit die Aufwendungen die Ausgaben der überwiegenden Mehrheit der Steuerpflichtigen mit gleichen Einkommensverhältnissen, gleichen Vermögensverhältnissen und gleichem Familienstand übersteigen.

Zwangsläufigkeit: liegt vor, wenn Sie sich den Ausgaben dem Grunde nach aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen können und wenn sie von der Höhe her gerechtfertigt sind. Die ansetzbaren Kosten umfassen nicht nur den unmittelbaren Aufwand (z.B. die Arztrechnung), sondern auch die damit zusammenhängenden Nebenkosten (z.B. Fahrtkosten).

Keine Betriebsausgaben, Werbungskosten oder Sonderausgaben: Ausgaben im Zusammenhang mit Arbeitsunfällen oder mit einer Berufskrankheit sind in voller Höhe als Werbungskosten absetzbar.

Kosten in voller Höhe absetzbar?

Natürlich nicht. Von den Aufwendungen bleibt eine sogenannte steuerliche Eigenbelastung unberücksichtigt. Dadurch möchte der Fiskus unbillige Härten vermeiden. Daher müssen die Aufwendungen erst eine bestimmte Höhe erreichen, bevor sie steuerlich relevant sind.

In welcher Höhe diese Ihre Aufwendungen mindert, entnehmen Sie der nachfolgenden Tabelle:

Bei einem Gesamtbetrag der EinkünfteBis 15.340 EuroÜber 15.340 Euro
bis 51.130 Euro
Über 51.130 Euro
bei Steuerpflichtigen ohne Kinder
- nach dem Grundtarif5 %6 %7 %
- nach dem Splitting-Tarif4 %5 %6 %
bei Steuerpflichtigen
- mit 1 oder 2 Kindern2 %3 %4 %
- mit 3 oder mehr Kindern1 %1 %2 %
des Gesamtbetrags der Einkünfte
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Erstattungen mindern den berücksichtigungsfähigen Betrag ebenfalls. Erfolgt die Erstattung in späteren Kalenderjahren, sind sie trotzdem im Jahr der Aufwendungen zu verrechnen, wenn sie dem Grund nach am Schluss des Jahres der Aufwendungen feststanden oder geschätzt werden können.

Besondere außergewöhnliche Belastungen

Im Gegensatz zu den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen sind die besonderen Belastungen im Einkommensteuergesetz einzeln aufgeführt. Bei diesen wird die Außergewöhnlichkeit unterstellt und vom Finanzamt nicht weiter geprüft.

[kasten_wichtig]?

 

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