Beruflicher Umzug

Wie groß ist die neue Entfernung?


Sind Sie aktuell auf Wohnungssuche? Ist der Umzug beruflich bedingt, mindern die Kosten Ihre Steuer. Jedoch nur, wenn die neue Entfernung zur Arbeit nicht unüblich ist.

Berufliche Veranlassung

Der Fiskus lässt einen Kostenabzug nur dann zu, wenn der Umzug beruflich veranlasst ist. Dies ist der Fall, wenn sich die Fahrzeit des täglichen Pendelns zwischen Wohnung und Arbeitsstätte erheblich verkürzt – hier gilt der Richtwert von mindestens einer Stunde für Dauer der täglichen Hin- und Rückfahrt insgesamt.

Problematisch könnte dann noch die nach dem Umzug verbleibende Entfernung zur Arbeit sein. Auch wenn durch den Umzug eine Fahrzeitersparnis von einer Stunde erzielt wird, muss dennoch die verbleibende Wegezeit im Berufsverkehr als normal angesehen werden können.

255 Kilometer? Immer noch zu weit

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass ein Umzug nicht als beruflich veranlasst gilt wenn die Distanz Wohnung- Arbeitsplatz auch nach dem Umzug noch sehr groß ist: Im besagten Fall betrug die Entfernung vor dem Umzug sage und schreibe 455 km. Danach jedoch immer noch stolze 255 Kilometer – eindeutig zu viel für den Fiskus.

Denn diese Entfernung gilt keinesfalls als üblich. Kaum ein Arbeitnehmer würde diese Strecke tatsächlich jeden Tag hin und her fahren. (Aktenzeichen VI R 73/13).

Der Fall

Ein Pilot zog wieder zurück in sein Elternhaus. Praktisch, denn dadurch minderte er die Strecke zum Einsatzflughafen von 455 km auf 255 km. Doch der Kostenabzug für den Umzug wurde ihm vom Finanzamt versagt. Und auch die Richter nahmen hier vornehmlich private Gründe an. In einem Zeitraum von 5 Monaten fuhr er lediglich 13 mal zwischen Wohnung und Einsatzflughafen hin und her.

Die Wegezeitverkürzung falle hier nicht ins Gewicht, so die Richter. Anlass für den Umzug war vielmehr der Bezug des Elternhauses, denn sonst hätte der Pilot eine Wohnung im Bereich des Flughafens bezogen.
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