Minijob und Midijob

Erhöhung der Arbeitslohngrenzen ab 2013


Zum 1.1.2013 wird die Arbeitslohngrenze bei Minijobs von 400 EUR auf 450 EUR und bei Midijobs von 800 EUR auf 850 EUR angehoben. Das hat der Bundestag entschieden.

Arbeitslohngrenze und Gleitzone

Seit Einführung der geringfügigen Beschäftigung (Minijobs) im Jahre 2003 beträgt die Arbeitslohngrenze unverändert 400 Euro. Auch bei der niedrig entlohnten Beschäftigung (Midijobs) liegt die Gleitzone seit 10 Jahren unverändert bei 800 Euro. In Anlehnung an die allgemeine Lohnentwicklung und zum Ausgleich des inflationsbedingten Kaufkraftverlustes sollen beide Grenzen ab 2013 angehoben werden.

Künftig versicherungspflichtig

Eine wichtige Änderung gibt es bei Minijobs bezüglich der Rentenversicherung: Während Minijobs bisher versicherungsfrei sind und auf Antrag versicherungspflichtig werden, ist es künftig umgekehrt: Die Minijobs sind grundsätzlich versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und können auf Antrag davon befreit werden. Aus der bisherigen “Rentenversicherungsfreiheit mit Aufstockungsoption” wird nun eine “Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit”.

Wenn Sie von der Möglichkeit des Verzichts auf die Rentenversicherungspflicht keinen Gebrauch machen, haben Sie den Status eines rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmers. Dies bringt Ihnen gleich mehrere Vorteile.

Unser Tipp: Bei einem Monatslohn von 400 EUR beträgt der Aufstockungsbetrag im Jahre 2013 im gewerblichen Bereich 15,60 EUR pro Monat bzw. 187,20 EUR im Jahr. Das ist sehr günstig. Hingegen liegt der Zuzahlungsaufwand im Haushaltsbereich bei 55,60 EUR pro Monat bzw. 667,20 EUR im Jahr. Das ist trotz leichter Absenkung immer noch außerordentlich viel – nach unserer Auffassung zu viel.

Höhere Geringfügigkeitsgrenze

Die Erhöhung der Geringfügigkeitsgrenze von 400 EUR auf 450 EUR wird auch auf andere Bereiche übertragen:

  • Bei der kurzfristigen Beschäftigung wird die Berufsmäßigkeit nicht geprüft, wenn der Arbeitslohn nicht mehr als 450 EUR beträgt.
  • In der gesetzlichen Krankenversicherung besteht eine beitragsfreie Familienversicherung, wenn der Hinzuverdienst aus Minijob und anderen Einkünften nicht höher ist als 450 EUR.
  • Für Frührentner mit einer Vollrente wird die unschädliche Hinzuverdienstgrenze von 400 EUR auf 450 EUR angehoben.
  • Bei der freiwilligen Versicherung in der Rentenversicherung kann ein beliebiger Beitrag zwischen der Mindestbeitragsbemessungsgrenze von 450 EUR und der Beitragsbemessungsgrenze von 5 800 EUR eingezahlt werden, also zwischen 85,05 EUR und 1 096,20 EUR.
  • In der Rentenversicherung können Existenzgründer in den ersten drei vollen Jahren ihrer selbstständigen Tätigkeit ohne Nachweis des tatsächlich erzielten Gewinns den halben Regelbeitrag zahlen. Bemessungsgrundlage hierfür ist die halbe monatliche Bezugsgröße, jedoch mindestens 450 EUR. Der Mindestbeitrag beträgt also monatlich 85,05 EUR (450 EUR x 18,9 %).

Wichtig

Die neue “Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit” gilt nur für geringfügig Beschäftigte (Minijobber) mit einem Verdienst bis 450 EUR. Sie gilt nicht für kurzfristig Beschäftigte (Aushilfskräfte), geringfügig selbstständig Tätige und nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen. Bei geringfügig Pflegenden bleibt es dabei, dass sie versicherungsfrei sind, wenn die Beitragsbemessungsgrundlage auf den Monat bezogen die bisherige Grenze von 400 EUR nicht übersteigt. Diese Grenze gilt hier ausnahmsweise auch ab 2013 (§ 5 Abs. 2 SGB VI). Die Möglichkeit der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gilt nicht für Auszubildende sowie für Freiwillige, die ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst leisten.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

Auch wenn die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Gewähr für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Aufruf dieser Inhalte begründet mangels Rechtsbindungswillens unsererseits keinerlei Vertragsverhältnis. Außer im Falle von Vorsatz übernehmen wir keine Haftung für etwaige aus der Verwendung der Inhalte resultierende Schäden.

Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

Kommentar hinterlassen