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Parteien im Steuer-Check: Bundestagswahl 2021

Die SteuerplÀne der Parteien


„Mehr Gerechtigkeit fĂŒr alle! Arbeit muss sich wieder lohnen! Mehr Netto vom Brutto!“ Alle Jahre wieder schallt es durch die Medien. Auch zur Bundestagswahl 2021 sind die Versprechen der Parteien an die BĂŒrger wohlklingend und vielfĂ€ltig. Wir haben die SteuerplĂ€ne der grĂ¶ĂŸten Parteien fĂŒr Sie zusammengefasst.

SteuerplÀne der CDU

Das Kapitel Steuern wird im Wahlprogramm der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unter dem Motto „Neue Generationengerechtigkeit bei Finanzen und Steuern – aus Verantwortung fĂŒr unsere Kinder und Enkel“ gefĂŒhrt. In der Einleitung sprechen sich die Unionsparteien ausdrĂŒcklich gegen höhere Steuern aus.

Einkommensteuer: Soli, kalte Progression und mehr Netto von Brutto

Die Christdemokraten wollen mit soliden Finanzen sicher in die Zukunft starten. Auch die Forderung „Mehr Netto vom Brutto“ findet sich hier wieder.

Geplant ist eine komplette, schrittweise Abschaffung des SolidaritĂ€tszuschlags. Zudem sollen kleine und mittlere Einkommen bei der Einkommensteuer entlasten werden. Der kalten Progression soll durch regelmĂ€ĂŸige Anpassung des Einkommensteuertarifes entgegengewirkt werden.

Info Icon GrafikExkurs: Kalte Progression: Die Steuerbelastung steigt wegen des progressiven Steuertarifs prozentual schneller als das Gehalt. Bei einer Gehaltserhöhung von 3 Prozent können nÀmlich 4 oder 5 Prozent mehr Steuern fÀllig werden. Dann ist das Netto-Plus geringer als die Brutto-Erhöhung.

Familien: Ehegattensplitting, Grundfreibetrag und Entlastungsbetrag fĂŒr Alleinerziehende

Die Unionsfraktion möchte auch gezielt Familien finanziell stÀrken. Folgende Punkte wurden daher ins Wahlprogramm aufgenommen:

Das Ehegattensplitting soll beibehalten werden. ZusĂ€tzlich sollen Kinder positiv berĂŒcksichtigt werden – zusĂ€tzliche AnsĂ€tze wĂŒrden hierzu noch entwickelt werden. Der volle Grundfreibetrag fĂŒr Kinder wird angestrebt und somit der Einstieg in ein Kindersplitting.

Der Entlastungsbetrag fĂŒr Alleinerziehende soll von 4.008 Euro auf 5.000 Euro erhöht werden. Zudem sollen haushaltsnahe Dienstleistungen besser berĂŒcksichtigt werden.

SteuererklÀrung: Digitaler Steuerbescheid & ErklÀrung per App

Die Christdemokraten fordern ein klares und verstĂ€ndliches Steuerrecht. Auch die Kommunikation zwischen BĂŒrgern und Finanzamt soll schneller und einfacher werden.

SteuererklĂ€rung, AntrĂ€ge und Schriftwechsel sollen in Zukunft online erfolgen – inklusive digitalem Steuerbescheid. In einfachen FĂ€llen soll die SteuererklĂ€rung auch mit einer App erledigt und abgegeben werden können.

Zudem sollen steuerrechtliche Regelungen grundsĂ€tzlich digital umsetzbar sein. Die vorausgefĂŒllte SteuererklĂ€rung soll in Bezug auf Renten und Pensionen verbessert werden. Die CDU/CSU verspricht hier ab FrĂŒhjahr 2022 eine einfache Anwendung.Hol dir dein Geld zurĂŒck Banner

Internationale Steuern: Steuerschlupflöcher & Gewinnverlagerungen

Die Christdemokratien wollen Steuern weltweit fair gestalten. Steuervermeidungsmöglichkeiten sollen dementsprechend eingeschrÀnkt werden. Auch Steuerschlupflöcher sollen geschlossen sowie Steuerhinterziehung und auch schÀdliche Formen des Steuerwettbewerbs unterbunden werden.

Zudem soll aggressive Steuergestaltungen bekĂ€mpft werden. Zudem wollen die Unionsparteien sich international stĂ€rker mit anderen LĂ€ndern verknĂŒpfen, um gegen GewinnkĂŒrzungen und Gewinnverlagerungen global tĂ€tiger Konzerne vorzugehen. Große digitale Konzerne sollen ihre Steuern auch dort zahlen, wo sie ihre UmsĂ€tze erzielen.

Unternehmen: Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und Mitarbeiterbeteiligung

Die Parteien fordern, dass Unternehmen zukĂŒnftig europaweit nach gleichen Regeln besteuert werden. DafĂŒr soll es eine gemeinsame Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage geben. Umsatzsteuerbetrug soll weiter eingedĂ€mmt und Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung an Unternehmen soll verbessert werden.

Geplant ist zudem eine europÀische Finanztransaktionsteuer. Diese darf jedoch Kleinanleger und die private Altersvorsorge nicht belasten.

Vermögen: Vermögenswirksame Leistungen, Sparer-Pauschbetrag und Vermögenssteuer

Die Unionsfraktion will die Vermögensbildung stĂ€rken und vermögenswirksame Leistungen ausweiten. Die Umsetzung soll mit folgenden Maßnahmen stattfinden:

Sparer-Pauschbetrag und Arbeitnehmersparzulage sollen erhöht werden. Die Gewinne aus vermögenswirksamen Leistungen sollten nach der Mindesthaltefrist steuerfrei sein.

Eine Vermögenssteuer wird als Wohlstandsbremse gesehen und deren WiedereinfĂŒhrung ausdrĂŒcklich abgelehnt.

SteuerplÀne der SPD

Die Sozialdemokraten fordern die gerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen.

Steuergerechtigkeit: Anzeigepflicht & KarussellgeschÀfte

Gegen Steuerhinterziehung, Steuervermeidung und Steuerbetrug will die SPD konsequent vorgehen. Dazu wollen sie eine nationale Anzeigepflicht grenzĂŒberschreitender Steuergestaltungmodelle einfĂŒhren.

Die Umgehung der Grunderwerbsteuer mittels Share Deals sowie der Umsatzsteuerbetrug mit sogenannten KarussellgeschÀften soll beendet werden.

Die Steuervermeidung großer, international agierender Unternehmen soll mit einem öffentlichen Reporting eingedĂ€mmt werden.

Einkommensteuer: Spitzensteuersatz & Soli

Steuern sollen fĂŒr die Mehrheit gesenkt werden. Dies soll durch eine Reform der Einkommensteuer geschehen.

Geplant ist, den Spitzensteuersatz von 45 % auf 48 % zu erhöhen. Dieser soll kĂŒnftig bei Ehepaaren mit einem zu versteuernden Einkommen von ĂŒber 500.000 Euro im Jahr, bei Ledigen von mehr als 250.000 Euro im Jahr gelten.

Zudem soll die Bemessungsgrenze zur Erhebung der BeitrĂ€ge zur gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung regelmĂ€ĂŸig angepasst werden.

Den SolidaritĂ€tszuschlag fĂŒr Spitzenverdiener möchte die SPD beibehalten.

Steuergerechtigkeit: Ehegattensplittung, Spenden & Vermögenssteuer

Das Steuerrecht soll weg vom klassischen Rollenmodel, hin zur Partnerschaftlichkeit ausgerichtet werden. Der Splittingtarif fĂŒr Ehepartner soll einer Kindergrundsicherung weichen.

Die steuerliche AbzugsfÀhigkeit von ManagergehÀlter soll begrenzt werden. Spenden sollen eine einkommensunabhÀngige Steuerminderung erhalten.

Die Sozialdemokraten wollen auch die Vermögensteuer wieder einfĂŒhren. So soll „sehr hohes Vermögen“ mit einem Prozent besteuert werden. Die Grundlage von Betrieben soll hiervon verschont bleiben.

Erbschaftssteuer

Die Partei will eine Reform der Erbschaftssteuer. Mit einer effektiven Mindestbesteuerung soll eine Überprivilegierung großer Betriebsvermögen abgeschafft werden. Zudem soll fĂŒr vermögenshaltende Familienstiftungen eine Mindestbesteuerung eingefĂŒhrt werden.

Internationales: Finanztransaktionssteuer

Eine europĂ€ische Finanztransaktionssteuer soll eingefĂŒhrt werden. Zudem sollen Digitalunternehmen auf europĂ€ischer Ebene mittels effektiver Mindestbesteuerung zur Kasse gebeten werden.

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SteuerplĂ€ne der GrĂŒnen

Die GrĂŒnen versprechen in ihrem Wahlprogramm den sorgsamen Umgang mit Steuergeld. Sie wollen die Schuldenbremse im Grundgesetz zeitgemĂ€ĂŸ gestalten, um so dringende Investitionen zu ermöglichen.

Steuergerechtigkeit: Grundfreibetrag & Spitzensteuersatz

Steuerrechtliche VerĂ€nderungen sollen laut den GrĂŒnen nicht mehr Kosten verursachen, als dass sie einnehmen. Die Partei plant eine Erhöhung des Grundfreibetrages.

Auch der Spitzensteuersatz soll erhöht werden. Ab einem Einkommen von 100.000 Euro bei Alleinstehende und 200.000 Euro bei Paaren soll eine Stufe mit einem Steuersatz von 45 Prozent eingefĂŒhrt werden. Ab einem Einkommen von 250.000 bzw. 500.000 Euro folgt eine weitere Stufe von 48 Prozent.

Steuerfragen sollen in Zukunft per Mehrheitsentscheidungen in der EU entschieden werden.

Vermögen: Abgeltungsteuer &Vermögenssteuer

Die Partei plant, die Abgeltungsteuer fĂŒr KapitalertrĂ€ge abzuschaffen und wieder mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern.

Eine neue Vermögenssteuer soll eingefĂŒhrt werden. Diese soll fĂŒr Vermögen oberhalb von 2 Millionen Euro pro Person gelten und jĂ€hrlich 1 Prozent betragen.

Unternehmen: BegĂŒnstigtes Betriebsvermögen & ManagergehĂ€lter

BegĂŒnstigungen fĂŒr Betriebsvermögen sollen einen verfassungsrechtlich erlaubten und wirtschaftlich gebotenen Rahmen erhalten. Dabei sollen Anreize fĂŒr Investitionen geschaffen werden.

ZusÀtzlich sollen hohe ManagergehÀlter oberhalb von 500.000 Euro bei den Firmen nicht mehr zum Abzug als Betriebsausgaben zugelassen werden.

Steuerverwaltung, Steuerhinterziehung & Steuerpflicht nach NationalitÀt

Die GrĂŒnen wollen mit einer umfassenden Strategie gegen Steuerhinterziehung und Steuervermeidung vorgehen.

Die Partei will die Finanzverwaltung deutlich aufstocken sowie eine Spezialeinheit fĂŒr die BekĂ€mpfung von Steuervermeidung großer Konzerne und „reicher BĂŒrger“ schaffen. Steuerhinterziehung soll hĂ€rter geahndet werden. Auch Share-Deals, also die Umgehung der Grunderwerbsteuer, sollen unterbunden werden. Zudem wird Cum-ex- und Cum-cum-GeschĂ€ften der Kampf angesagt.

Unternehmen: Reportings, Mindeststeuersatz & Konzernbesteuerung

Die GrĂŒnen wollen dafĂŒr sorgen, dass Konzerne ihre Gewinne, UmsĂ€tze und Steuerzahlungen nach LĂ€ndern umfĂ€nglich öffentlich machen mĂŒssen. Das soll durch Country-by-Country-Reportings auf europĂ€ischer Ebene erreicht werden.

Sie fordern die EinfĂŒhrung einer gemeinsamen europĂ€ischen Bemessungsgrundlage fĂŒr Unternehmenssteuern sowie einen Mindeststeuersatz von mittelfristig 25 Prozent ohne Ausnahmen.

Mit einer Digitalkonzernsteuer sollen Google, Facebook und Co. angemessen besteuert werden.  Banken und Steuerberatern soll verboten werden, GeschĂ€fte in SteuersĂŒmpfen zu tĂ€tigen oder dorthin zu vermitteln. Zudem wollen die GrĂŒnen gegen Gewinnverschiebungen mit einer verschĂ€rften Zins- und Lizenzschranke und mit Quellensteuern vorgehen.

SteuerplÀne der FDP

Das Kapitel Steuern steht bei den Freien Demokraten unter dem Motto „Entlastung und faire Steuern“. Sie wollen die BĂŒrger spĂŒrbar entlasten und fordern ein Umdenken in der Steuerpolitik. Die Abgabenquote soll auf unter 40 Prozent sinken.

Steuergerechtigkeit: Tarif, FreibetrÀge & Soli

Der Mittelstandsbauch beim Einkommensteuertarif soll bis 2024 abgeschafft werden und ein linearer Chancentarif eingefĂŒhrt werden. Der Spitzensteuersatz soll ab einem Einkommen von 90.000 Euro greifen.

Auch soll der Steuertarif einschließlich FreibetrĂ€ge, Freigrenzen und PauschbetrĂ€ge regelmĂ€ĂŸig angepasst werden. Den SolidaritĂ€tszuschlag will die FDP komplett abschaffen.

Zudem will die FDP ĂŒberflĂŒssige Steuern wie Schaumwein- und Zwischenerzeugnisteuer, Biersteuer oder Kaffeesteuer abschaffen.

Vermögen: Erbschaftssteuer, Vermögenssteuer & Sparerfreibetrag

Eine weitere VerschĂ€rfung durch die Erbschaftssteuerlehnen die Freien Demokraten ausdrĂŒcklich ab. Gleiches gilt fĂŒr die EinfĂŒhrung einer Vermögenssteuer sowie einer einmaligen Vermögensabgabe.

Zudem will die Partei eine Spekulationsfrist von drei Jahren fĂŒr private VerĂ€ußerungsgewinne aus Wertpapieren einfĂŒhren. ZusĂ€tzlich soll der Sparerfreibetrag deutlich angehoben werden.

Arbeitnehmer: Einfache SteuererklÀrung, Homeoffice & Renten

Die vorausgefĂŒllte SteuererklĂ€rung soll unter dem Stichwort „Easy Tax“ mit einem umfassenden digitalen Service einhergehen. Steuerbescheide sollen innerhalb weniger Tage versendet werden.

FĂŒr Arbeitnehmer im Homeoffice wird eine erhöhte Pauschale bei den Werbungskosten gefordert. ZusĂ€tzlich soll die vom Arbeitgeber gestellte BĂŒroausstattung vom Arbeitnehmer steuerfrei genutzt werden können.

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SteuerplÀne der AfD

Internationales: Keine EU-Steuern

Die AfD setzt auf nationale Kompetenz beim Thema Steuern. Steuererhebung sowie Steuerverwendung sollen allein ĂŒber die nationalen Haushalte geregelt werden. Die EinfĂŒhrung bereits von der EU-Kommission geforderter EU-Steuern soll ausdrĂŒcklich verhindert werden.

Steuerreform: Abschaffung diverser Steuern

Die Partei will das Steuersystem grundlegend reformieren. GrundsĂ€tzlich ist es das Ziel der AfD, die Steuer und Abgabenlast in Deutschland deutlich zu senken. Dabei soll sich an den aufkommensstĂ€rksten Steuern Umsatzsteuer und Einkommensteuer konzentriert werden. Etliche andere Steuern will die AfD streichen. Dazu gehören unter anderem die Grundsteuer, Gewerbesteuer, Grunderwerbsteuer, Energiesteuer, Vermögensteuer, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer, Zweitwohnungsteuer, Schaumweinsteuer, Kaffeesteuer, Biersteuer, VergnĂŒgungssteuer, Schankerlaubnissteuer und Jagd- und Fischereisteuer.

Als Ersatzeinnahme strebt die AfD eine Änderung des VerteilungsschlĂŒssels der großen Steuerarten zu Gunsten der Kommunen an.

Steuergerechtigkeit: kalte Progression & Soli

Die AfD will der kalten Progression sowie der steigenden Steuerlast mit einer automatischen gesetzgeberischen Dynamisierung entgegenwirken.

Der SolidaritÀtszuschlag soll vollstÀndig abgeschafft werden.

EinfĂŒhrung einer Digitalsteuer

Die AfD fordert die EinfĂŒhrung einer Digitalsteuer fĂŒr Tech-Riesen wie Amazon und Google, die nicht auf den Gewinn, sondern auf den Umsatz dieser Unternehmen erhoben wird.

Denkbar sei dabei die Besteuerung von UmsÀtzen aus dem Platzieren personalisierter Werbung auf der Basis von Nutzerdaten, UmsÀtzen aus Vermittlungsdiensten zwischen Nutzern und UmsÀtzen aus dem Verkauf von Nutzerdaten.

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SteuerplÀne der Linken

Das Kapitel Steuern der Linken steht unter dem Motto „Mit Steuern umsteuern“.

Vermögen: Vermögenssteuer, Reichensteuer & Abgeltungssteuer

Laut der Partei sollen hohe Vermögen und Einkommen, Erbschaften und Gewinne aus Kapital und Aktien stĂ€rker besteuert werden. Zudem wird eine Vermögensteuer gefordert, mit einem progressiven Tarif und einem Freibetrag fĂŒr Privatvermögen von 1 Million Euro pro Person. Auch eine Vermögensabgabe soll erhoben werden. Zudem sieht die Partei zwei Stufen einer gesonderten Reichensteuer vor.

Die Abschaffung der Abgeltungssteuer wird gefordert.; die KapitalertrĂ€ge sollen dann mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Eine Finanztransaktionssteuer mit einem Steuersatz von 0,1 Prozent soll eingefĂŒhrt werden.

Unternehmen: Steuerschlupflöcher, Körperschaftssteuer & Nachversteuerung

Die Linken wollen Steuerschlupflöcher bei der Vererbung von Unternehmensanteilen schließen. DafĂŒr sollen die Privilegien fĂŒr Betriebsvermögen bei Erbschaften und Schenkungen entfallen.

Die Körperschaftsteuer soll wieder auf 25 Prozent erhöht werden. Zudem sollen europaweite und globale MindestsĂ€tze fĂŒr Unternehmenssteuern eingefĂŒhrt werden.

Wenn Gewinne in Niedrigsteuergebiete verschoben werden, sollen sie in den einzelnen LÀndern, in denen ein Konzern aktiv ist, nachversteuert werden. Durch eine Steuerreform sollen auch Megakonzerne wie Amazon stÀrker zur Kasse gebeten werden.

Die Gewerbesteuer will die Partei in eine Gemeindewirtschaftsteuer umwandeln.

Steuergerechtigkeit: Abgeltungsteuer, Steuerhinterziehung & SteuerprĂŒfungen

Niedrige und mittlere Einkommen wollen die Linken entlasten, hohe Einkommen sollen dafĂŒr stĂ€rker besteuert werden. Zu versteuernden Einkommen unter 14.400 Euro im Jahr sollen steuerfrei bleiben. Der Steuerverlauf soll abgeflacht werden.

GeldwĂ€sche, Subventionsbetrug und Steueroasen sollen durch den Ausbau einer Bundesfinanzpolizei stĂ€rker bekĂ€mpft werden. ZusĂ€tzlich soll das Personal im Steuervollzug aufgestockt und IT-KapazitĂ€ten der Finanzbehörden gestĂ€rkt werden. SteuerprĂŒfungen in Betrieben und bei reichen Einzelpersonen sollen hĂ€ufiger und intensiver durchgefĂŒhrt werden. Der Steuervollzug soll auf die Bundesebene ĂŒbertragen werden.

Abgeltungssteuer & Ehegattensplitting

Die Abgeltungssteuer soll wieder abgeschafft und KapitalertrÀge mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Das Ehegattensplitting soll durch eine geschlechtergerechte Individualbesteuerung ersetzt werden. Das nicht ausgeschöpfte steuerliche Existenzminimum soll hierbei zwischen Eheleuten bzw. Lebenspartner ĂŒbertragbar sein.

Arbeitnehmer: MobilitÀtsgeld, Abfindungen und Soli

Die Entfernungspauschale soll durch ein MobilitĂ€tsgeld ersetzt werden, das pro Entfernungskilometer zur ArbeitsstĂ€tte allen Arbeitnehmern unabhĂ€ngig vom Einkommen dieselbe SteuerbegĂŒnstigung verschafft.

Die Partei möchte auch SteuerfreibetrĂ€ge fĂŒr Abfindungen wieder einfĂŒhren. Zudem soll der SolidaritĂ€tszuschlag fĂŒr hohe Einkommen erhalten bleiben.

Grunderwerbsteuer & GemeinnĂŒtzigkeit

Die Linken fordern eine Reform der Grunderwerbsteuer, sodass Share Deals vermieden werden sollen.

Das GemeinnĂŒtzigkeitsrecht fĂŒr Vereine soll reformiert und ausgeweitet werden. Gleichzeitig soll die Nutzung gemeinnĂŒtziger Stiftungen zur Steuervermeidung stĂ€rker eingeschrĂ€nkt werden.

Auch die GrĂŒnen sind fĂŒr eine Abschaffung der Schaumweinsteuer.

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