Sprachkurse als Fortbildungskosten

Sprachkurse als Fortbildungskosten

„Do you speak English? “


Wer nicht allzu gut eine Fremdsprache beherrscht, diese aber für Gespräche und Besprechungen in der Firma benötigt, geht in einen Sprachkurs. Wenn hierfür eine berufliche Notwendigkeit besteht, können Sie diese Ausgaben als Fortbildungskosten geltend machen.

Beruflich notwendig oder doch privates Vergnügen?

Bei Sprachkursen stellt sich immer die Frage, ob sie beruflich notwendig sind oder nur der Allgemeinbildung dienen. Der Fiskus lehnt regelmäßig Kurse in gängigen Sprachen ab und ordnet diese den Kosten der privaten Lebensführung zu. Wenn aber die Fremdsprache für die Berufsausübung notwendig ist, können auch Grundkurse von der Steuer abgesetzt werden. Dies ist der Fall,

  • wenn Sie für Ihren Job die Fremdsprachenkenntnisse benötigen, aber noch keine grundlegenden Kenntnisse haben, oder
  • wenn die Grundkenntnisse der Fremdsprache für Ihren Job notwendig, aber auch ausreichend sind.

Ausgaben für Sprachkurse sind somit absetzbar, wenn Sie für Ihre Fortbildung oder Ihren neuen Beruf erweiterte Sprachkenntnisse benötigen.

Werden aber allgemeine Themen, wie z.B. Geschichte, Geografie oder Musik, besprochen, so rechnet der Fiskus die Ausgaben für den Sprachkurs zu den Kosten der privaten Lebensführung. Wenn Sie aber an Kursen teilnehmen, die Sie speziell in Berufssprachen fortbilden, haben Sie nichts zu befürchten.

Hierzu ein kleines Beispiel: Frau Maier soll künftig mit englischsprachigen Kunden Gespräche führen. Deshalb besucht Sie einen speziellen Sprachkurs für Wirtschaftsenglisch.

Mehr Infos zum Thema: Fortbildungskosten absetzen

Lernen unter Palmen

Wenn Sie im Ausland an einem Sprachkurs teilnehmen prüft der Fiskus ganz genau, ob wirklich das berufliche Interesse im Vordergrund steht oder doch das private Vergnügen. Früher wurden oft die Kosten für Auslandssprachkurse abgelehnt, wenn die gleichen Ergebnisse bei einer Kursteilnahme im Inland hätten erzielt werden können. Ab 1999 werden Sprachkurse im europäischen Ausland anerkannt. Das Gleiche gilt für Kurse in Staaten des europäischen Wirtschaftsraumes und der Schweiz.

Bei der Wahl des Kursortes sollten Sie besonders bei Drittstaaten Ihre Wahl begründen können, um Bedenken einer privaten Auszeit mit angehängtem Sprachkurs zu schwächen.  Beispielländer sind z.B. USA, Brasilien oder China.

Findet der Sprachkurs an einem im Ausland touristisch interessanten Ort statt, so können Sie ca. 10 Prozent Ihrer Kosten nicht  absetzen. Im Fachchargon  sind das „gemischte Aufwendungen“.  Wenn Sie aus beruflichen und privaten Gründen an einem Sprachkurs im Ausland teilnehmen, müssen Sie Ihre „gemischten Reisekosten“ zeitanteilig aufsplitten.

Und nochmal ein Beispiel

Frau Maier nahm an einem Wirtschaftsenglischkurs in den USA teil. Während ihrer Reise nahmen sie zu einem Drittel an touristischen und privaten Aktivitäten teil. Zwei Drittel der Zeit lernten sie in ihrem Sprachkurs. Frau Maier kann zwei Drittel ihrer Reisekosten steuerlich geltend machen.

Kann der Zeitanteil nicht festgestellt werden und kommt auch kein anderer Aufteilungsmaßstab in Betracht, so sind pauschal die Hälfte der gemischten Kosten absetzbar (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 12/10).

Wenn Ihr Arbeitgeber Ihren Sprachkurs finanziell unterstützt, dann spricht vieles für die berufliche Veranlassung. Dem Fiskus reicht hierfür eine Bescheinigung aus.

Grundsätzlich sollten Sie vor Ort genau festhalten, wann und wie lange Sie an einem Kurs oder an einer kursbedingten Exkursion teilgenommen haben. Es kann nicht schaden, wenn Sie zusätzlich dokumentieren, wie viel Freizeit Ihnen zur Verfügung stand. Ihre Dokumentation können Sie dann zusammen mit Ihrer Teilnahmebescheinigung bei dem Finanzamt einreichen.

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