Steuertipps für das Arbeitszimmer

Steuertipps für das Arbeitszimmer

So können Sie Steuern sparen


Mit einem Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden lassen sich Steuern sparen. Gewusst wie, lautet die Devise. Wir verraten Ihnen die besten Steuertipps.

Hürden beim Abzug der Arbeitszimmerkosten

Um den Steuervorteil für sich herausholen zu können, sollten Sie die Bedingungen beachten, die das Arbeitszimmer erfüllen muss. Die Kosten können Sie als Betriebsausgaben oder Werbungskosten nur dann abziehen, wenn:

  • das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten Erwerbstätigkeiten bildet. Dann dürfen Sie die Aufwendungen unbegrenzt geltend machen. Dies ist vor allem bei Selbständigen und Freiberuflern der Fall.
  • Ihnen für Ihre betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dann wird der Kostenabzug insgesamt auf max. 1.250 Euro je Wirtschaftsjahr begrenzt. Dies gilt auch für Fortbildungen von zu Hause!

Räumliche und zeitliche Anforderungen

  • Der Raum muss von übrigen Wohnräumen abgeschlossen sein – kein Durchgangszimmer oder Schreibtischecke im Wohnzimmer.
  • Sie nutzen das Arbeitszimmer so gut wie ausschließlich beruflich. Gelegentliches Bügeln im Arbeitszimmer gefährdet den Werbungskostenabzug.

Paare profitieren vom häuslichen Arbeitszimmer doppelt

Nutzen Sie Ihr häusliches Arbeitszimmer gemeinsam mit Ihrem Partner, gibt es für Sie einen besonderen Steuervorteil: Pro Jahr können Sie max. 2.500 Euro (2 x 1.250 Euro) als Werbungskosten geltend machen.

Sollte es seitens des Finanzamts Nachfragen geben, beziehen Sie sich

Vermieten Sie Ihr Arbeitszimmer an Ihren Arbeitgeber

Überlassen Sie Ihrer Firma ein Zimmer in Ihrer Privatwohnung und beziehen dafür eine angemessene Miete, müssen Sie diese Einnahmen versteuern. Aber im Gegenzug können Sie alle Kosten abziehen, die mit dem vermieteten Zimmer zusammenhängen: etwa die anteilige Hauptmiete oder ­– bei Eigentum – Abschreibung, Zinsen, Nebenkosten, Renovierung, Einrichtung etc.

Allerdings gilt es hier zu unterscheiden: Dient das Arbeitszimmer oder die als Homeoffice genutzte Wohnung in erster Linie dem Interesse des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers?

  • Bei einem vorrangigen Interesse des Arbeitnehmers zählen die Einnahmen als Arbeitslohn, ein steuermindernder Abzug ist nicht möglich.
  • Bei einem vorrangigen Interesse des Arbeitgebers liegen Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung vor. Heißt: Sie können alle Kosten in vollem Umfang als Werbungskosten geltend machen.

Ein Indiz für Arbeitslohn ist, wenn der Arbeitnehmer im Betrieb des Arbeitgebers bereits einen Arbeitsplatz hat und die Nutzung des Arbeitszimmers bzw. Homeoffice vom Arbeitgeber lediglich gestattet oder geduldet wird. In diesem Fall geht das Finanzamt grundsätzlich von einem vorrangigen Interesse des Arbeitnehmers aus.

Mieten Sie ein außerhäusliches Arbeitszimmer

Mieten Sie sich ein außerhäusliches Arbeitszimmer, zum Beispiel bei Nachbarn oder Angehörigen? Ein solcher Raum außerhalb Ihrer eigenen Privatwohnung gilt steuerrechtlich nicht als häusliches Arbeitszimmer. Heißt: Sie können sämtliche Kosten (anteilige Miete, Nebenkosten, Renovierung, Einrichtung, Reinigung) als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben absetzen.

Selbst ein Arbeitszimmer in einer Wohnung auf einer anderen Etage im selben Mehrfamilienhaus gilt nicht mehr als häuslich, unterliegt damit nicht den strengen Steuervorschriften für häusliche Arbeitszimmer.

Übrigens: Das zahlt sich sogar für den Vermieter des außerhäuslichen Arbeitszimmers aus. Zwar muss er die Mieteinnahmen versteuern, die Kosten darf er aber komplett gegenrechnen (Strom, Heizung sowie anteilige Miete oder Abschreibung). Dies gilt selbst dann, wenn eine „Miete unter Freunden“ vereinbart wird. Vorausgesetzt, diese beträgt mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete.

Wenn nichts geht, setzen Sie alle Arbeitsmittel ab

Sollten Sie die Voraussetzungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht erfüllen, bleibt ein Trostpflaster: der Abzug von Arbeitsmitteln. Sie können in Ihrer Steuererklärung sämtliche Kosten für Ihre Arbeitsmittel als Werbungskosten absetzen. Dazu zählen zum Beispiel die Abschreibungen für Computer samt Zubehör, für die Einrichtung des Arbeitszimmers sowie notwendiges Büromaterial und anteilige Kosten für Telefon und Internet.

Arbeitsmittel können Sie steuerlich geltend machen, wenn Sie sich im ausgeübten Beruf fortbilden, eine zweite Ausbildung machen oder nach einer abgeschlossenen Ausbildung ein Studium beginnen.

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