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Übertragung der Kinderfreibeträge

Was Sie beachten sollten?


Übertragung auf den anderen Elternteil

Bei geschiedenen, dauernd getrennt lebenden und bei Eltern nichtehelicher Kinder kann ein Elternteil beantragen, dass der Kinderfreibetrag des anderen Elternteils auf ihn übertragen wird. Dies ist aber nur möglich, wenn der andere Elternteil seine Unterhaltsverpflichtungen gegenüber dem Kind nicht zu wenigstens 75 Prozent erfüllt hat. Seit 2012 ist die Übertragung auch dann möglich, wenn der andere Elternteil mangels ausreichenden Einkommens dem Kind gegenüber gar nicht barunterhaltsverpflichtet war. Der betreuende Elternteil, der die Übertragung beantragt, darf keine Unterhaltsleistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz erhalten haben.

Übertragen Sie den [su_tooltip style="light" position="north" shadow="yes" rounded="yes" size="2" title="Kinderfreibetrag pro Elternteil" content="2020: 3.906 Euro, 2021: 4.194 Euro" behavior="hover" close="no" class=""]Kinderfreibetrag[/su_tooltip], wird gleichzeitig auch der Erziehungsfreibetrag dem anderen Elternteil zugerechnet. Die Übertragung wird in der Anlage Kind beantragt.

Ist ein minderjähriges Kind nur bei einem Elternteil gemeldet, kann sich dieser Elternteil auf Antrag den vollen Erziehungsfreibetrag isoliert übertragen lassen. Das lohnt sich aber nur, wenn die Günstigerprüfung zum Ansatz der Freibeträge führt. Seit 2012 ist bei geschiedenen, dauernd getrennt lebenden oder nicht verheirateten Eltern die isolierte Übertragung des Erziehungsfreibetrages für ein minderjähriges Kind auf Antrag des Elternteils, bei dem das Kind gemeldet ist, in folgendem Fall nicht mehr möglich: Der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht gemeldet ist, widerspricht der Übertragung, weil er Betreuungskosten für das Kind trägt oder das Kind in einem nicht unwesentlichen Umfang selbst betreut.

Übertragung auf die Großeltern

Eine Übertragung des Kinderfreibetrags und des Erziehungsfreibetrages auf einen Stiefelternteil oder auf die Großeltern kann nur mit Zustimmung des leiblichen Elternteils erfolgen, wenn diese Personen das Enkel- bzw. Stiefkind in ihrem Haushalt aufgenommen haben. In den Fällen dieser freiwilligen Übertragung (lt. Anlage K) kann die Zustimmung auf ein Kalenderjahr begrenzt oder auf Dauer erteilt werden. Eine auf Dauer erteilte Zustimmung kann nur für zukünftige Kalenderjahre widerrufen werden.

Seit 2012 ist eine Übertragung an Groß- oder Stiefeltern auch dann möglich, wenn diese eine konkrete Unterhaltspflicht gegenüber dem Kind mangels Leistungsfähigkeit der Eltern haben.

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