Umbau der Dusche

Umbau der Dusche

Wann gibts den Steuervorteil?


Kosten, die aufgrund einer Behinderung entstehen, mindern grundsätzlich die Steuerlast. Auch der behindertengerechte Umbau einer Dusche wird von Fiskus unterstützt.

Umbau der Wohnung unumgänglich

Wenn ein Familienmitglied von einer Behinderung betroffen ist, werden meist erhebliche Umbaumaßnahmen in der Wohnung oder am Eigenheim erforderlich.

Denn trotz gesundheitlicher Einschränkungen will man dem Behinderten weiterhin ein Leben in seiner gewohnten Umgebung ermöglichen – und ihm einen möglichen Umzug ins Pflegeheim zu ersparen. Solche Kosten für behinderungsbedingte Umbaumaßnahmen können als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sein.

In voller Höhe absetzbar

Nun hat das Finanzgericht Baden-Württemberg die Kosten für den Umbau der Dusche in voller Höhe als außergewöhnliche Belastungen anerkannt, wobei allerdings eine zumutbare Eigenbelastung anzurechnen ist. Die Ausgaben für Material und Arbeitslohn stellen Krankheitskosten dar, denn sie dienen unmittelbar der Linderung einer Krankheit (Urteil des Finanzgericht Baden-Württemberg, Aktenzeichen 1 K 3301/12).

Dusche bei Multipler Sklerose

Der entschiedene Fall war wie folgt: Eine alleinstehende Dame leidet an Multipler Sklerose und hat einen Grad der Behinderung von 50. Eine Pflegestufe ist (noch) nicht bescheinigt. In ihrem Eigenheim lässt sie die Dusche behindertengerecht umbauen: Die Duschwanne wird entfernt und ein bodengleiches Duschelement eingebaut, die Armaturen werden erneuert, die Duschkabine neu gefliest und mit einer Tür versehen. Danach ist die Dusche bodengleich begehbar und mit einem Rollstuhl befahrbar.

Übrigens:  Derartige behinderungsbedingte Ausgaben sind keineswegs durch den steuerlichen Grundfreibetrag, den Behinderten-Pauschbetrag oder den Pflege-Pauschbetrag abgegolten.

Gegenwert wird nicht angerechnet

Das Finanzgericht hat einen Gegenwert für die neue Dusche nicht angerechnet. Denn nach neuer BFH-Rechtsprechung sind bei behinderungsbedingten Umbaumaßnahmen die Aufwendungen so stark durch die Zwangslage der Behinderung begründet, „dass die Erlangung eines etwaigen Gegenwertes in Anbetracht der Gesamtumstände in den Hintergrund tritt“ (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VI R 16/10).

Des Weiteren bleibt auch ein marktgängiger Vorteil außer Betracht: „Ein Gegenwert, der allein auf der möglichen Nutzung der Umbauten durch nichtbehinderte Familienangehörige beruhen soll, ist kein realer Gegenwert und mithin ungeeignet, ein Abzugsverbot zu begründen“ (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 7/09).

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