Verbilligte Miete

Verbilligte Miete

Vorsicht: Regelmäßig anpassen!


Der Sohn studiert und wohnt in der Zweitwohnung der Eltern. Er zahlt nur die halbe Miete, versteht sich. Doch hier sollten Sie aufpassen, sonst dreht Ihnen der Fiskus leicht einen Strick daraus. Mögliche Folge: Sie können keine Kosten mehr absetzen.

Angehörige wie Fremde behandeln?

Bei Vermietung einer Wohnung an Angehörige , dazu zählen z.B. Geschwister, Kinder oder Eltern, darf die Miete nicht zu niedrig angesetzt werden.

Der Mietvertrag muss „dem zwischen Fremden Üblichen“ entsprechen. Auch muss der Vertrag tatsächlich so vollzogen werden wie ausgemacht (z.B. durch regelmäßige Mietzahlungen).

Ist dies nicht der Fall, erkennt der Fiskus das Mietverhältnis insgesamt nicht an. Die bittere Folge: Mit der Vermietung zusammenhängende Werbungskosten können nicht mehr steuerlich abgesetzt werden.

Auf die ortsübliche Miete achten

Eine weitere Besonderheit bei einer verbilligte Vermietung zu beachten: Beträgt die vereinbarte Miete weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Miete, geht das Finanzamt von einer teilentgeltlichen Vermietung aus und kürzt (anteilig) die Werbungskosten.

Ist dagegen eine Miete mindestens in Höhe von 66 Prozent der ortsüblichen Miete (Kaltmiete zuzüglich umlagefähiger Nebenkosten) vereinbart, bleibt der Werbungskostenabzug in voller Höhe erhalten.

Beispiel 1

Klaus Müller vermietet seiner Tochter Eva eine Eigentumswohnung für eine monatliche Miete von 350 €. Die ortsübliche Miete beträgt 500 €.

Die gezahlte Miete liegt mit 70 Prozent über der Grenze von 66 Prozent der Vergleichsmiete; ein Werbungskostenabzug kommt ungekürzt in voller Höhe in Betracht.

Beispiel 2

Klaus Müller vermietet seiner Tochter Eva eine Eigentumswohnung für eine monatliche Miete von 250 €. Die ortsübliche Miete beträgt 500 €.

Hier liegt eine teilentgeltliche Vermietung vor, d. h., die Werbungskosten sind lediglich im Verhältnis der gezahlten Miete zur Vergleichsmiete, also zu 50 Prozent berücksichtigungsfähig. (250 € / 500 € = 50 Prozent)

Auch bei Fremden gilt: Nicht zu billig vermieten

Diese Regelung gilt bei Vermietung einer Wohnung an Fremde entsprechend. Der Grund für die verbilligte Überlassung spielt keine Rolle. Die Finanzverwaltung nimmt eine (anteilige) Kürzung der Werbungskosten auch dann vor, wenn es aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nicht möglich ist, die vereinbarte Miete zu erhöhen, um die oben genannte Grenze einzuhalten.

Tipp: Überprüfen Sie regelmäßig bestehende Mietverhältnisse und passen Sie – wenn nötig – die Miete frühstmöglich an.

 

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Eberhard Schwerin

    Was muss der Vermieter vornehmen, wenn infolge von Preiserhöhungen bzw. anderweitiger Ursachen (insbesondere die Heizkosten) die Nebenkosten als Bestandteil der Verbilligten Miete sich jährlich erhöhen und somit der Prozent-satz der im Mietvertrag vereinbarten Mietzahlung immer mehr sich verändert und letztendlich dem 66% Satz nähert.

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