Vorsteuer beim Stromverkauf

Was gilt bei photovoltaikanlagen?


Ein aktuelles EU-Urteil bestätigt das deutsche Recht: Besitzer von Solaranlagen müssen auf den Stromverkauf Steuern zahlen – können aber auch Kosten absetzen und sich die Vorsteuer zurückholen. Dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Voraussetzungen

Erzeugt eine Photovoltaikanlage mehr Strom als sie verbraucht, winkt eine Erstattung der Steuer. Vorausgesetzt, der Besitzer speist den überschüssigen Strom gegen Geld ins Netz ein. Dies hat nun der Europäische Gerichtshof am Donnerstag in Luxemburg entschieden.

Stromverkauf ins Netz

Wird mehr Strom produziert als verbraucht, stellt das Betreiben der Solaranlage eine wirtschaftliche Tätigkeit dar – wenn die Anlage zur „Erzielung nachhaltiger Einnahmen“ betrieben wird. Ob die Solaranlage dazu errichtet wurde, um Gewinn zu erwirtschaften, spielt hingegen keine Rolle. Auch egal ist, ob die Anlage weniger Strom erzeugt als der Eigentümer selbst in seinen Haushalt verbraucht. Der Anlagenbesitzer kann dann die Vorsteuer, die er beim Kauf der Anlage zahlen musste, von der Umsatzsteuer, die bei ihm auf die Stromlieferung an das Netz erhoben wird, abziehen.

Wirtschaftliche Tätigkeit

Ein Mann aus Österreich hatte geklagt: Er hatte auf dem Dach seinen Wohnhauses die Anlage mit Solarzellenpaneelen angebracht. Dadurch wurde mehr Strom produziert als sein eigener Haushalt verbrauchte. Über den überflüssigen Strom schloss der Solaranlagenbesitzer mit einem Energieversorger einen Vertrag über die Lieferung der Energie ab: Der erzeugte Strom wurde im vollen Umfang in das örtliche Netz eingespeist. Den selbst benötigten Strom kaufte der Anlagenbesitzer dort wieder zurück. Als Ausgleich verlangte der Mann steuerliche Abzüge: Er beantragte die Rückerstattung der beim Kauf der Anlage gezahlten Umsatzsteuer. Dies wurde vom zuständigen Finanzamt verweigert. Begründung: Er übe keine wirtschaftliche Tätigkeit aus. Dem widersprachen nun die Luxemburger Richter (Aktenzeichen C-219-12). Das Hauptaugenmerk liege in der nachhaltigen Erzielung von Einnahmen. Diese liegt vor, da der erzeugte Strom gegen Entgelt in das örtliche Netz eingespeist wird.

Kleinunternehmerregelung

Wenn die Solaranlage also dauerhaft Einnahmen erwirtschaftet, sind die Besitzer der Anlage steuerlich Unternehmer – und die Einnahmen aus dem verkauften Strom müssen in der Regel versteuert werden. Im Gegenzug können wiederum bestimmte Ausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Bei Anschaffung der Solaranlage gibt es ein Wahlrecht: Wird weniger als 17.500 Euro jährlich Umsatz gemacht, kann man die sog. Kleinunternehmer-Regelung in Anspruch nehmen. Der Gewinn aus der Anlage wird nicht direkt versteuert – die Vorsteuer abziehen kann man dann jedoch nicht.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

Auch wenn die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Gewähr für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Aufruf dieser Inhalte begründet mangels Rechtsbindungswillens unsererseits keinerlei Vertragsverhältnis. Außer im Falle von Vorsatz übernehmen wir keine Haftung für etwaige aus der Verwendung der Inhalte resultierende Schäden.

Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

+ Hier gibt es noch keine Kommentare

Kommentar hinterlassen