Wertlose Aktien

Wertlose Aktien

Warum Sie sich noch 2019 davon trennen sollten


Das Geschäft mit dem Geld läuft nicht immer gut – das ist allgemein bekannt. Müssen Anleger herbe Verluste aus dem Aktiengeschäft in Kauf nehmen, wollen sie diese zumindest steuerlich abmildern. Heißt: Mit Gewinnen verrechnen, um die Steuerlast zu senken. Bei der Ausbuchung wertloser Aktien aus einem Depot gibt es allerdings (noch) Streit. Künftig soll das neue Jahressteuergesetz für Klarheit sorgen.

Bei Gewinnen aus Aktien ist der Fiskus nicht weit

Anleger müssen alle Gewinne aus Aktien versteuern. Seit 2009 wird die Abgeltungssteuer fällig – rund 25 Prozent auf Kapitalerträge wie Kursgewinne oder Dividenden. Und Verluste? Auch Verluste aus Aktienverkäufen werden erfasst und Anleger dürfen sie mit Gewinnen aus entsprechenden Veräußerungen verrechnen.

Doch eine Frage erhitzt seit Jahren die Gemüter: Was geschieht, wenn wertlose Aktien aus dem Depot ausgebucht werden? Dass betroffene Anleger an der steuerlichen Berücksichtigung der Verluste interessiert sind, ist einleuchtend. Der Fiskus jedoch ziert sich.

Aktienverkauf – Wie werden die Gewinne versteuert?

Uneinigkeit bei Depotausbuchung

Die Finanzverwaltung will Verluste aufgrund des Forderungsausfalls nicht steuermindernd anerkennen, weil die Wertminderungen der privaten Vermögensebene und nicht der Ertragsebene zuzuordnen seien (BMF-Schreiben vom 09.10.2012, BStBl 2012 I S. 953, Tz. 60). Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte hingegen entschieden, dass der endgültige Ausfall als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden kann (Urteil vom 24.10.2017, Az.: VIII R 13/15).

Bei Veräußerung der Wertpapiere, sei die Frage, ob ein Verlust dem Grunde nach anzuerkennen ist, weder von der Höhe der Gegenleistung noch von der Höhe der anfallenden Veräußerungskosten abhängig (BFH-Urteil vom 12.6.2018, Az.: VIII R 32/16).

Gesetzverschärfung ab 2020

Wie es scheint, wird sich die Haltung der Finanzverwaltung durchsetzen. Denn im Jahressteuergesetz 2019 plant die Bundesregierung die Anpassung des maßgebenden § 20 Abs. 2 EstG. Ab dem Jahr 2020 soll die Ausbuchung oder Übertragung wertloser Aktien und anderer Wertpapiere nicht als Veräußerung gelten. Heißt: Verluste aus Kapitalvermögen könnten Sie dann nicht mit Gewinnen verrechnen.

Details dazu können Sie im Regierungsentwurf für das Jahressteuergesetz 2019 nachlesen – „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“.

Was Sie tun sollten – Aktien abstoßen

Es ist zwar noch unklar, ob die geplante Regelung auch für Altfälle angewendet gelten wird. Anleger mit wertlosen Aktien sollten daher unbedingt in Betracht ziehen, diese noch in diesem Jahr zu veräußern.

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