Grundsteuer Mieter umlegen Title

Grundsteuer auf Mieter umlegen

Ist die Grundsteuer umlagefähig?

Immobilienbesitzer kommen nicht drumherum: Die jährliche Zahlung der Grundsteuer an die Kommunen. Als Vermieter kann man jedoch die Grundsteuer auf die Mieter umlegen. Wie das geht und was dabei in der Steuererklärung zu beachten ist, zeigen wir in diesem Beitrag.

Kurz & knapp

  • Vermieter können die Grundsteuer als Betriebskosten auf die Mieter umlegen
  • Vermieter können die Grundsteuer als Betriebskosten auf die Mieter aufteilen
  • Die Mieter zahlen die Grundsteuer über die Nebenkostenabrechnung
  • Vermieter müssen die Grundsteuer in ihrer eigenen Steuererklärung angeben

Steuer auf die Mieter umlegen: So geht’s

Die Grundsteuer zählt zu den umlagefähigen Nebenkosten. Das bedeutet, Vermieter können ihre Mieter an den Kosten der Steuer beteiligen. Wer wie viel bezahlen muss, wird dann über die jährliche Nebenkostenabrechnung allen Mietparteien mitgeteilt.

Voraussetzung für das Absetzen in der Nebenkostenabrechnung

Vermieter und Mieter haben im Mietvertrag festgehalten, dass die Nebenkosten vom Mieter bezahlt werden. Fehlt diese Regelung im Mietvertrag, kann die Grundsteuer nicht auf die Mieter umgelegt werden.

Experten Tipp

Tipps für Mieter und Vermieter

  1. Als Mieter solltest du deinen Mietvertrag prüfen, wenn dein Vermieter plötzlich die Grundsteuer abrechnet.
  2. Als Vermieter solltest du den Mietvertrag anpassen und eine Regelung zur Grundsteuer-Umlage mit aufnehmen.

Vollständige Umlage der Grundsteuer auf die Mieter

Die Grundsteuer kann komplett auf eine Mietpartei umgelegt werden, wenn diese die Immobilie zu 100 % angemietet hat. Als Vermieter kann man sich in diesem Fall die gesamte Grundsteuer sparen.

Anteilige Umlage der Grundsteuer auf die Mieter

Bewohnen mehrere Mietparteien ein Haus oder wohnt der Vermieter mit im Haus, wird die Umlage der Grundsteuer anhand der anteiligen Wohnfläche berechnet. Das bedeutet: Mieter mit mehr Wohnfläche zahlen dann einen höheren Grundsteueranteil als Mieter mit weniger Wohnfläche.

Grundsteuer-Umlage bei gemischt genutzten Immobilien

Vermietet man ein Haus gewerblich und privat, muss man die Umlage getrennt berechnen.

Der Grund: Vermieter können mit Gewerbeflächen in der Regel höhere Mieten erzielen. Das wirkt sich auf den Einheitswert und damit auf die Höhe der Grundsteuer aus.

Die höhere Grundsteuer bei Gewerbeimmobilien darf aber nicht zulasten der privaten Mieter gehen. Vermieter müssen daher eine getrennte Abrechnung zwischen Gewerbeflächen und Wohnflächen anfertigen.

Grundsteuer-Umlage bei leerstehenden Wohnungen

Das Haus wird nur zum Teil vermietet und einige Wohnungen stehen leer? Dann dürfen die Anteile der leerstehenden Wohnungen nicht auf die restlichen Mieter umgelegt werden. Als Mieter zahlt man immer nur einen anteiligen Beitrag. Dieser wird anhand der Wohnfläche berechnet.

Information zum Thema

Hinweis: Grundsteuer bei Leerstand senken

Als Vermieter kann man die Kommune über den Leerstand informieren. Dadurch kann man gegebenenfalls eine Senkung der Grundsteuer erreichen.

 

Grundsteuer-Umlage in die Steuererklärung eintragen

Wer seine Immobilie selbst bewohnt, kann die Grundsteuer nicht von der Steuer absetzen. Jedoch kann man sich mit der Steuererklärung in bestimmten Fällen doch das Geld für die Grundsteuer zurückholen. Das geht beispielsweise mit einem steuerlich anerkannten Arbeitszimmer in der Wohnung. Die Grundsteuer, die auf die Fläche des Arbeitszimmers entfällt, gehört dann zu den Werbungskosten.

In WISO Steuer trägt man die Grundsteuer hier ein:

Arbeitnehmer, Betriebsrentner und Pensionäre > Ausgaben (Werbungskosten) > Arbeitszimmer > Miete, Nebenkosten und sonstige Aufwendungen

Grundsteuer Arbeitszimmer absetzen

Variante 1: Die Grundsteuer wird nicht umgelegt

Die an die Gemeinde gezahlte Grundsteuer wird als Werbungskosten der Vermietung angerechnet. Dabei wird die Steuer einfach bei den laufenden Betriebskosten eingetragen:

Sparer und Vermieter > Vermietung von eigenem Wohnraum und anderen Räumen > Ausgaben (Werbungskosten) > Laufende Betriebskosten.

Steuererklärung Grundsteuer Werbungskosten

Variante 2: Die Grundsteuer wird auf den Mieter umgelegt

In diesem Fall wird die gezahlte Steuer zunächst, wie oben beschrieben, bei den laufenden Betriebskosten eingetragen. Die Nebenkosten-Vorauszahlungen, die der Mieter leistet, werden in der Steuererklärung bei den Einnahmen erfasst:

Sparer und Vermieter > Vermietung von eigenem Wohnraum und anderen Räumen > Mieteinnahmen > Einnahmen aus Nebenkosten/ Umlagen/ Betriebskosten

In diesem Fall wird in Summe einmal eine Einnahme und einmal eine Ausgabe erfasst.

Steuer Nebenkosten eintragen

 

Du möchtest WISO Steuer ausprobieren?

Starte jetzt einfach deinen kostenlosen Test. Anonym, ohne Verpflichtungen und so lange du möchtest. Erst bei der Abgabe an das Finanzamt fallen Gebühren an.
Das heißt: Null Risiko für dich.

Jetzt kostenlos testen Jetzt kostenlos testen
Steuer-App Beispiel

Hinweis: Neue Berechnung ab 2025

2025 erfolgt eine Neuberechnung der Grundsteuer. Das bedeutet für Eigentümer: Die Grundsteuererklärung 2022 ist Pflicht! Du musst eine Steuererklärung abgeben. Was auf Eigentümer zukommt, liest du hier: Grundsteuerreform

Kann ich als Mieter die Grundsteuer absetzen?

Leider nein, die Grundsteuer können Mieter nicht absetzen. Was du absetzen kannst, zeigen wir dir hier: Nebenkostenabrechnung absetzen