Arbeitnehmerrabatte

Als Lohnvorteil


Rabatte, die ein Arbeitgeber auch Dritten gewährt, führen beim Arbeitnehmer nicht zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Dies hat der Bundesfinanzhof entschieden. In zwei Fällen hatten Arbeitnehmer von ihren Arbeitgebern jeweils Neuwagen zu Preisen erworben, die deutlich unter dem Listenpreis lagen.

Steuerpflichtiger Arbeitslohn

Die Finanzämter setzten in den jeweils einkommensteuerpflichtigen Arbeitslohn an, soweit die vom Arbeitgeber gewährten Rabatte die Hälfte der durchschnittlichen Händlerrabatte überstiegen. Dagegen wandten die Kläger ein, dass Lohn allenfalls insoweit vorliege, als der Arbeitgeberrabatt über das hinausgehe, was auch fremde Dritte als Rabatt erhielten.

Üblicher Preis

Der BFH folgte der Auffassung der Kläger. Zum Arbeitslohn gehörten zwar Vorteile, die Arbeitnehmern dadurch zufließen, dass Arbeitgeber ihnen aufgrund des Dienstverhältnisses Waren zu einem besonders günstigen Preis verkaufen. Ob allerdings der Arbeitgeber tatsächlich einen besonders günstigen, durch das Arbeitsverhältnis veranlassten Preis eingeräumt habe, sei jeweils durch Vergleich mit dem üblichen Preis festzustellen. Maßgebend sei danach der um übliche Preisnachlässe geminderte übliche Endpreis am Abgabeort.

Endpreis entscheidend

Bezieht der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber hergestellte Waren, richte sich die Rabattbesteuerung grundsätzlich nach § 8 Abs. 3 EStG, so die Münchner Richter. Dann griffen zwar zu Gunsten des Arbeitnehmers Vergünstigungen, nämlich ein Bewertungsabschlag in Höhe von vier Prozent sowie zusätzlich ein Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 Euro. Grundlage dafür sei allerdings nicht der Marktpreis, sondern der Endpreis des Arbeitgebers, also der Preis, zu dem der Arbeitgeber die Waren oder Dienstleistungen fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbiete.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen VI R 30/09; VI R 27/11

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