Aufstockung des Investitionsabzugsbetrags

Jetzt innerhalb von drei Jahren zulässig


Schätzen ist nicht immer einfach. Manchmal kommt es vor, dass der Preis für ein neues Wirtschaftsgut doch höher ist als geschätzt. Entweder weil es in einer besseren Variante gewünscht wird oder unerwartete Kosten hinzukommen.

Dann ist es wünschenswert, den Investitionsabzugsbetrag (IAB) in einem Folgejahr aufzustocken. Doch die Finanzverwaltung hat bisher eine solche nachträgliche Aufstockung stets abgelehnt (BMF-Schreiben vom 20.11.2013, Teilziffer 6).

Erhöhung seit 2014 möglich

Ende 2014 endlich die Kehrtwende: der Bundesfinanzhof entschied, dass die Aufstockung des IABs in einem Folgejahr sehr wohl zulässig ist. Wurde für die geplante Investition eines Wirtschaftsgutes ein IAB gebildet, darf dieser in einem Folgejahr innerhalb des dreijährigen Investitionszeitraums bis zum gesetzlichen Höchstbetrag von 200.000 Euro aufgestockt werden.

Auch wenn diese Möglichkeit aus dem Gesetzeswortlaut nicht ersichtlich sei, so sprechen aber doch der Gesetzeszweck und die historische Entwicklung des Gesetzes dafür. Denn die steuerliche Vergünstigung soll die Liquidität stärken und die Investitionskraft verbessern. Dazu dient auch die nachträgliche Erhöhung des IABs, wenn sich im Laufe der Investitionsplanungsphase ein Anstieg der voraussichtlichen Investitionskosten ergibt (Aktenzeichen X R 4/13). Nun schwenkt das Bundesfinanzministerium auf die Linie des BFH um und konkretisiert die Voraussetzungen für eine nachträgliche Aufstockung des IABs (Schreiben vom 15.01.2016):

Maßgebende Vorgaben:

Ein IAB kann nur geltend gemacht werden, wenn der Betrieb am Schluss des jeweiligen Abzugsjahres bestimmte Größenmerkmale nicht überschreitet:

  • Betriebsvermögen bei bilanzierenden Betrieben höchstens 235.000 Euro
  • Gewinn bei Einnahmen-Überschussrechnern höchstens 100.000 Euro.

Diese Merkmale dürfen auch am Ende des Wirtschaftsjahres nicht überschritten sein, in dem die Erhöhung berücksichtigt werden soll.

Die dreijährige Investitionsfrist beginnt mit Ablauf des Wirtschaftsjahres, in dem ein IAB für ein Wirtschaftsgut erstmals geltend gemacht wird. Eine Erhöhung des IABs in einem Folgejahr verlängert den Investitionszeitraum nicht. IABs können nur für künftige Investitionen beansprucht werden. Ein Abzug im Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung des begünstigten Wirtschaftsgutes ist nicht möglich. Dies gilt auch für die Erhöhung von IABs.

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