Falschmeldung im Umlauf!

Falschmeldung im Umlauf!

Kindergeld auch ohne Steuer-ID


Viel Lärm um nichts. So könnte man die Panik in sozialen Netzwerken und Print-Medien der letzten Tage bezeichnen. Die reißerische Meldung „Ohne Steuernummer keine Kindergeld ab 2016“ ist schlichtweg Unsinn.

Die Gerüchteküche brodelt

Im Laufe des gestrigen Tages verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Familienkassen würden rigoros ab 01.01.2016 Kindergeldzahlungen stoppen, wenn keine Steuer-IDs von Eltern und Kind vorlägen. Auch würden nichtgezahlte Beträge nicht nachgezahlt, zudem würden die Betroffenen nicht von der Behörde informiert. Doch keine Panik: Diese Meldungen sind falsch.

Kindergeld-Zahlungen laufen weiter

Eltern erhalten auch weiterhin wie gewohnt Kindergeld. Lediglich erhalten sie im Laufe des Jahres ein Schreiben der Kindergeldkasse mit der Aufforderung, die Steuer-ID der Behörde mitzuteilen. Nicht mehr und nicht weniger.

Den meisten örtlichen Familienkassen liegen ohnehin schon durch automatische Meldeabgleichsverfahren ein Großteil der IDs vor. Wenn Sie also im nächsten Jahr keine Aufforderung erhalten, hat die Familienkasse bereits Ihre ID vorliegen. Das Ihnen zustehende Kindergeld erhalten Sie nach wie vor.

ID auf Neuanträgen

Lediglich auf Kindergeld- Neuanträgen sind nun weitere Angabefelder auszufüllen – mit den Steuer-IDs von Kind und Eltern. Denn das Kindergeld wird für jedes Kind nur einmal ausgezahlt. Durch die Steuer-Identifikationsnummer soll sichergestellt werden, dass es nicht zu Doppelzahlungen kommt.

Selbst wenn Sie keine ID-Nummern auf dem erstmaligen Kindergeld-Antrag angeben, können Sie diese noch im Laufe des Jahres nachreichen. Also kein Grund zur Panik.

Woher die Panikmache? Ein Erklärungsversuch:

Angefangen hat es wohl mit einer Nachricht des Bundeszentralamts für Steuern vom 27.10.2015. Darin die unglückliche Formulierung „Ab dem 1.1.2016 muss, wer Kindergeld erhalten möchte, seiner Familienkasse seine Steuer-Identifikationsnummer und die Steuer-Identifikationsnummer des Kindes angeben“.

Wer will, kann dies falsch verstehen. Muss aber nicht. Doch wenn der Angstschweiß erst einmal auf der Stirn steht, gibt es für manchen kein Zurück. Der darauf folgende Hinweis, weitere Informationen seien auf den Internetseiten des Bundeszentralamts verfügbar – für viele Panikmacher wohl ein Klick zu weit entfernt.

Alarm auf allen Kanälen

So entstand wahrscheinlich auch die ominöse WhatsApp-Nachricht, die gestern tausende Eltern beunruhigte. Darin wurde die Falschinformation verbreitet, dass Eltern, die die IDs erst später nachreichten, auf die Kindergeldbeträge der Monate verzichten müssten, in denen diese Nummer nicht vorlag. Zudem wurde behauptet, dass Eltern, deren Steuer-ID noch fehle, nicht von der Behörde kontaktiert werde.

Statt die Falschmeldung zu überprüfen wurde sie prompt in die Nachrichtenportale Deutschlands übernommen – und sorgte so für unnötige Panik in deutschen Kinderzimmern.

Was hat es mit der Steuer-ID auf sich?

Die Steuer-Identifikationsnummer ist eine 11-stellige Nummer und enthält keine Informationen über Sie oder das zuständige Finanzamt. Die Nummer erhalten alle Personen, die mit Hauptwohnung in einem Melderegister in Deutschland erfasst sind. Diese gilt ein ganzes Leben lang – auch nach Heirat oder Umzug.

Zur Einführung im Jahre 2008 wurde Ihnen die Steuer-ID in einem Schreiben per Post mitgeteilt. Sie finden Sie aber auch auf Ihrem Einkommensteuerbescheid, auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung oder Ihrer monatlichen Verdienstabrechnung.

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Rückfragen?

Haben Sie Fragen rund um das Kindergeld? Dafür steht Ihnen die kostenlose Service-Nummer der Familienkasse unter 0800 4 5555 30 zur Verfügung (gebührenpflichtig aus dem Ausland +49 911 12031010). Servicezeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr.

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