Geleaster Firmen-Pkw

Wann Ihnen das Auto zuzurechnen ist


Stellt Ihnen Ihr Arbeitgeber ein Fahrzeug zur Verfügung, das Sie auch privat nutzen dürfen? Dann müssen Sie den privaten Nutzungswert als geldwerten Vorteil versteuern. Hier entschied nun der Bundesfinanzhof, dass weder Ein-Prozent-Methode noch die Fahrtenbuchmethode in Betracht kommen, falls das Fahrzeug nicht Ihrem Chef, sondern Ihnen als Arbeitnehmer zuzurechnen ist. Der geldwerte Vorteil berechnet sich dann nach Grundsätzen, wie sie auch für die Erfassung von Rabatten bei Jahreswagen gelten (Aktenzeichen VI R 75/13).

Wann ist Ihnen der Pkw zuzurechnen?

Ein Fahrzeug ist Ihnen zuzurechnen, wenn Sie

  • Eigentümer des Fahrzeugs sind. Dies gilt auch dann, wenn Ihr Chef Ihnen sämtliche Kfz-Kosten erstattet. In diesem Fall gilt die Erstattung als Barlohn, der mit dem Nennwert steuerpflichtig ist, und nicht als Sachbezug. Die Übernahme der Kosten für ein privates Kfz von Ihnen führt nicht zu einer Übertragung der Nutzungsbefugnis auf den Arbeitgeber, wie das beim Abschluss eines Miet- oder Leasingvertrags der Fall sein kann (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 54/00).
  • das Fahrzeug wie ein wirtschaftlicher Eigentümer oder als Leasingnehmer nutzen können. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich, ob der rechtliche Eigentümer oder der Leasinggeber ein fremder Dritter oder Ihr Arbeitgeber ist. Das Fahrzeug ist Ihnen dann zuzurechnen,
    •  wenn Ihr Chef Ihnen das Fahrzeug aufgrund einer vom Arbeitsvertrag unabhängigen Sonderrechtsbeziehung, z.B. einem Leasingvertrag, überlässt.
    • wenn Ihr Arbeitgeber selbst Leasingnehmer ist und Ihnen das Fahrzeug auf der Grundlage eines Unterleasingverhältnisses übergibt.

Wer hat Rechte & Pflichten?

Eine solche vom Arbeitsvertrag unabhängige Sonderrechtsbeziehung, auf der die Fahrzeugübertragung gründet, kann auch dann vorliegen, wenn dies nicht schriftlich vereinbart wurde. Entscheidend ist, dass Sie nach den tatsächlichen Umständen im Innenverhältnis gegenüber Ihrem Arbeitgeber die wesentlichen Rechte und Pflichten eines Leasingnehmers haben – Sie also ein in Raten zu zahlendes Entgelt zu entrichten haben und allein Sie die Gefahr und Haftung für Instandhaltung, Sachmängel, Untergang und Beschädigung der Sache treffen. Maßgebend dafür kann sein, wer Halter des Fahrzeugs und Versicherungsnehmer der gesetzlichen Haftpflichtversicherung ist.

Leasing in der Praxis

In der Praxis werden Firmenfahrzeuge häufig im Wege des Leasing genutzt: Leasingnehmer ist im Allgemeinen der Arbeitgeber, wobei der Arbeitnehmer oftmals die Leasingraten zahlt. Gleichwohl ist das Fahrzeug dem Arbeitgeber zuzurechnen und der private Nutzungswert vom Arbeitnehmer nach der Ein-Prozent-Methode oder Fahrtenbuchmethode zu versteuern. Die gezahlten Leasingraten vermindern als pauschale Nutzungsvergütungen den steuerpflichtigen geldwerten Vorteil.

Falls Sie das Fahrzeug auf Veranlassung Ihres Arbeitgebers leasen, der Arbeitgeber sämtliche Kosten trägt und im Innenverhältnis zu Ihnen allein über die Nutzung des Kfz bestimmt, liegt ebenfalls eine Überlassung durch den Arbeitgeber vor. Auch hier ist der private Nutzungswert nach der Ein-Prozent- oder Fahrtenbuchmethode zu versteuern (Urteil des BFH, Aktenzeichen VI R 62/96).