Pädagogische, künstlerische und pflegerische Ehrenämter

Pädagogische, künstlerische und pflegerische Ehrenämter

Welche Förderung gibt es?


Die Aufwandsentschädigungen aus nebenberuflich ausgeübter, ehrenamtlicher Tätigkeit im pädagogischen, künstlerischen oder pflegerischen Bereich sind dabei steuerlich begünstigt. Ob das Ehrenamt selbstständig oder nichtselbstständig ausgeübt wird, spielt keine Rolle.

Bis 2.400 Euro jährlich steuerfrei

Die Aufwandsentschädigung bleibt in Höhe von 2.400 Euro p.a. steuerfrei (sog. Übungsleiter-Freibetrag). Liegt ein Arbeitsverhältnis vor, ist die Entschädigung in gleicher Höhe auch sozialversicherungsfrei. Steuerpflichtig sind nur die über der Pauschale liegenden Einnahmen.

Der Freibetrag wird nicht gekürzt, wenn Sie die Tätigkeit nur während eines Teils des Jahres ausgeübt haben. Den Freibetrag erhalten Sie jedoch auch bei mehreren ehrenamtlichen Tätigkeiten nur einmal.

Verlust geltend machen

Ausgaben können nach Meinung der Finanzverwaltung nur insoweit abgezogen werden, als sie den Freibetrag von 2.400 Euro übersteigen. Es ist aber nach der Finanzrechtsprechung zulässig, einen Verlust (Ausgaben größer Aufwandsentschädigung) steuerlich geltend zu machen (Urteil des FG Rheinland-Pfalz, Aktenzeichen 2 K 1996/10; FG Berlin-Brandenburg, Aktenzeichen 7 K 3121/05 B).

Hinweis: Als Arbeitnehmer erhalten Sie zusätzlich zum Freibetrag auch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, sofern dieser noch nicht für eine hauptberufliche Angestelltentätigkeit verbraucht ist. Steuerfrei sind damit pro Jahr insgesamt 3.400 Euro (2.400 Euro + 1000 Euro)!

Freibetrag – Wird Ihr Ehrenamt gefördert?

Der Freibetrag wird nur gewährt, wenn bestimmte förderungswürdige Tätigkeiten in bestimmten Bereichen ausgeübt werden:

  • Auftraggeber: Auftraggeber muss eine juristische Person des öffentlichen Rechts im Inland oder EU-/EWR-Ausland sein oder eine von der Körperschaftsteuer befreite inländische Körperschaft oder eine vergleichbare Einrichtung im EU-/EWR-Ausland. Dazu zählen z. B. Bund, Länder, Landkreise, Gemeinden, Universitäten, Volkshochschulen, Verbraucherschutz-Verbände, Sportvereine, Religionsgemeinschaften und Umweltschutzorganisationen.
  • Tätigkeit: Begünstigt sind nur Tätigkeiten als Übungsleiter (z.B. Sporttrainer), Ausbilder, Erzieher und Betreuer (z.B. Mannschaftsbetreuer im Jugendbereich), künstlerische Tätigkeiten (z.B. Chorleiter) sowie die Pflege von kranken, verletzten, alten oder behinderten Menschen (z.B. ambulanter Altenpfleger). Ab 2011 gibt es den Freibetrag auch für ehrenamtliche rechtliche Betreuer, Vormünder und Ergänzungspfleger (Einzelheiten siehe Kapitel „Übrige Einkünfte“).
  • Zweck: Begünstigt sind nur Tätigkeiten, die gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke fördern.
  • Nebenberuflichkeit: Die Tätigkeit muss nebenberuflich ausgeübt werden, d. h., sie darf nicht mehr als ein Drittel der Normalarbeitszeit einer vergleichbaren Vollzeittätigkeit in Anspruch nehmen und zeitlich neben einem Hauptberuf ausgeübt werden können. Zur Beurteilung der Nebenberuflichkeit werden mehrere gleichartige Tätigkeiten zusammengefasst (Lehrtätigkeit an verschiedenen Schulen). Die Tätigkeit ist auch dann nebenberuflich, wenn sie ohne einen Hauptberuf ausgeübt wird (z. B. bei Rentnern, Studenten, Hausfrauen).

Für welche Einzeltätigkeiten die Übungsleiterpauschale gewährt werden kann, hat die Finanzverwaltung alphabetisch aufgelistet (OFD Frankfurt vom 12.8.2014, S 2245 A-2-St 213).

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