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Pflegepauschbetrag & Co.

So unterstützt Sie der Staat bei Pflegekosten


Ist ein Familienmitglied oder der Partner pflegebedürftig, ist das häufig mit hohen Kosten verbunden. Wer keinen Pflegedienst beauftragen möchte oder kann, übernimmt die Pflege meist selbst. Das kann in vielerlei Hinsicht – vor allem aber auch zeitlich – eine Belastung sein. So nehmen die Pflegenden oft Einbußen beim Gehalt in Kauf. Zum Glück gibt es einige Möglichkeiten, den Staat an den Pflegekosten zu beteiligen: unter anderem den Pflegepauschbetrag. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kurz & Knapp

  • Kosten für die Pflege geben Sie als außergewöhnliche Belastungen oder haushaltsnahe Dienstleistungen bei der Steuererklärung an.
  • Das geht unter bestimmten Voraussetzungen auch, wenn Sie Kosten für eine andere Person übernehmen.
  • Der Pflegepauschbetrag kommt bei der unentgeltlichen Pflege einer nahestehenden Person in Betracht.
  • Ab 2021 profitieren Sie hierbei von erhöhten Pauschalen und erleichterten Voraussetzungen!

Pflegekosten und Pflegepauschbetrag – Welche Möglichkeiten gibt es?

Steuerlich gibt es einige Optionen, die Pflegekosten abzusetzen. Sind Sie selbst auf Pflege angewiesen? Dann geben Sie Ihre Ausgaben bei den Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastung oder haushaltsnahe Dienstleistungen an. Doch auch bei der Pflege einer anderen Person können Sie unter Umständen die Kosten in der Steuererklärung absetzen. Und zwar dann, wenn Sie die Kosten für die pflegebedürftige Person selbst getragen haben.

Welche Option dabei für Sie infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist die Art der Pflege entscheidend. Übernehmen Sie die Pflege selbst? Kümmert sich ein ambulanter Pflegedienst? Oder ist die pflegebedürftige Person in einem Pflegeheim untergebracht? Zum anderen ist die Höhe der Pflegekosten wichtig. Sie haben nämlich unter Umständen ein Wahlrecht, entweder den Pflegepauschbetrag als Pauschale in Anspruch zu nehmen. Oder aber Sie setzen Ihre tatsächlichen Kosten an, wenn diese höher als die Pauschale sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen die einzelnen Sparmöglichkeiten vor.

Pflege-Pauschbetrag Steuer Infografik Pflegekosten

Pflegepauschbetrag & Pflegekosten Infografik

Kosten für die eigene Pflege absetzen

Medikamente, Therapien, Pflegedienst und zusätzliche Fahrtwege: Die Liste der pflegebedingten Kosten ist lang, die Rechnungssumme oft hoch. Doch bei der Steuererklärung können Sie sich einen Teil der Aufwendungen erstatten lassen.

Pflegekosten

Auch Ausgaben aufgrund der eigenen Pflegebedürftigkeit sind als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig. Dabei ist es egal, aus welchen Gründen Sie Pflege benötigen. Die Pflegebedürftigkeit kann zum Beispiel auf eine Krankheit, Behinderung oder altersbedingte Erscheinungen zurückzuführen sein.

Abzugsfähig sind Kosten für Pflegedienste, die ausschließlich auf die Pflege entfallen. Sind in den Aufwendungen beispielsweise auch die Zubereitung von Essen enthalten, gehört das nicht zu den Pflegekosten. Eine besondere Ausbildung oder Qualifikation der Pflegekräfte spielt für den steuerlichen Abzug übrigens keine Rolle.

Achtung Steuer Hinweis Icon PflegekostenAchtung!
Sowohl bei den Krankheits- als auch den Pflegekosten zieht das Finanzamt eine zumutbare Belastung ab. Wie hoch dieser Betrag ist, hängt von der Höhe Ihres Einkommens ab.

Kosten für ein Pflegeheim

Steuerlich begünstigt sind hier nur Kosten für eine krankheits- beziehungsweise behinderungsbedingte Heimunterbringung. Kosten für einen Heimaufenthalt, der allein auf das Alter zurückzuführen ist, können Sie also nicht absetzen. Hierzu würden beispielsweise die Kosten für betreutes Wohnen fallen, bei dem die Bewohner zwar diverse Unterstützung erhalten, gesundheitlich aber keine Pflege benötigen.

Handelt es sich um ein Heim, in dem Sie aufgrund einer Krankheit oder Behinderung untergebracht sind, sind die Kosten hingegen außergewöhnliche Belastungen. Dabei ist es egal, ob es sich um ein Pflegeheim, die Pflegestation eines Altenheims oder einen Seniorenstift handelt. Wichtig: Die Pflegebedürftigkeit müssen Sie dem Finanzamt nachweisen.

Info GlühbirneAbzugsfähig sind nur die zusätzlichen Aufwendungen, die Ihnen durch die Heimunterbringung entstehen. Das heißt: Eingesparte Kosten – zum Beispiel für einen eigenen Haushalt, der nicht mehr geführt werden muss – sind davon abzuziehen. Geht dem Umzug ins Pflegeheim eine Haushaltsauflösung voraus, sind die Heimkosten deshalb jährlich pauschal zu kürzen. Der Kürzungsbetrag entspricht je Monat 1/12 des Grundfreibetrags.

Nicht abzugsfähig ist eine Einmalzahlung, die Sie an das Pflegeheim gegen die Zusicherung der lebenslangen Pflege leisten. Außerdem sind die Unterbringungskosten dann nicht abzugsfähig, wenn Sie den Behindertenpauschbetrag in Anspruch nehmen.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Können Sie Pflegekosten aufgrund der Art oder der zumutbaren Belastung nicht als außergewöhnliche Belastung abziehen? Dann kommt die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen ins Spiel. Hier können Sie zum Beispiel Kosten für die alters- und nicht krankheitsbedingte Betreuung erfassen. Oder die Pflegekosten, die nicht als außergewöhnliche Belastung begünstigt sind, wie zum Beispiel die Zubereitung von Essen. Ebenfalls fällt hierunter der Teil der Pflege- und Betreuungsleistungen, der sich aufgrund der zumutbaren Belastung bei den außergewöhnlichen Belastungen nicht auswirkt.

Wie viel der Kosten Sie ansetzen können, hängt von der Art der Dienstleistung ab:

  • Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Haushalt: 20 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro
  • Beschäftigung auf Minijob-Basis: 20 Prozent der Kosten, maximal 510 Euro
  • Haushaltsnahe Dienstleistung ohne Anstellung:  20 Prozent der Kosten, maximal 4.000 Euro

Exkurs: Behindertenpauschbetrag

Falls Sie eine Behinderung haben, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen den Behindertenpauschbetrag beantragen. Das ist eine Pauschale, die das Finanzamt steuermindernd als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt. Eine zumutbare Eigenbelastung wird hierbei nicht abgezogen. Wie hoch der Pauschbetrag ist, hängt vom Grad der Behinderung und den Merkzeichen ab.

Grad der Behinderung (GdB) zwischen …Pauschbetrag (pro Jahr) einschließlich 2020Pauschbetrag (pro Jahr) ab 2021
20 -384 Euro
25 und 30 Prozent 310 Euro620 Euro
35 und 40 Prozent 430 Euro860 Euro
45 und 50 Prozent 570 Euro1.140 Euro
55 und 60 Prozent 720 Euro1.440 Euro
65 und 70 Prozent 890 Euro1.780 Euro
75 und 80 Prozent1.060 Euro 2.120 Euro
85 und 90 Prozent1.230 Euro2.460 Euro
95 und 100 Prozent1.420 Euro2.840 Euro
Blinde oder hilflose Behinderte*3.700 Euro7.400 Euro
* Merkmal „Bl“ oder „hilflos“ ist im Schwerbehindertenausweis eingetragen

Die Pauschale soll alle laufenden und typischen behinderungsbedingten Kosten abdecken. Wie beispielsweise den Mehrbedarf an Wäsche. Zusätzlich können Sie aber Aufwendungen wie Krankheitskosten oder Ausgaben für private Fahrtwege zusätzlich angeben.

Steuer-Tipp Geld Pflegepauschbetrag

Wahlrecht
Sie können aber jedes Jahr aufs Neue wählen, ob Sie den Behindertenpauschbetrag oder den Abzug der tatsächlichen Aufwendungen wählen. Der Unterschied: Beim Ansatz der tatsächlichen Kosten zieht das Finanzamt die zumutbare Belastung ab. Beim Pauschbetrag hingegen nicht.

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Kosten für die Pflege eines Angehörigen

Nicht jeder, der auf Pflege angewiesen ist, kann die Kosten dafür aus eigener Tasche zahlen. Deshalb ist es wichtig, auf die Unterstützung der eigenen Familie oder dem Verwandtenkreis zählen zu können. Im Gegenzug ermöglicht der Gesetzgeber, die Pflegekosten für den Angehörigen bei der eigenen Steuererklärung zu berücksichtigen. Dies erfolgt, ebenso wie bei den eigenen Pflegekosten, als außergewöhnliche Belastung.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Voraussetzung für den steuerlichen Abzug ist, dass die Kosten aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen zwangsläufig entstanden sind. Beispielsweise, wenn Sie zum Unterhalt der pflegebedürftigen Person verpflichtet sind. Meistens ist das der Fall, wenn Kinder für ihre Eltern sorgen.

Bei entfernteren Verwandten reicht die bloße Kostenübernahme nicht aus, um die Pflegekosten absetzen zu können. Hier müssen die Umstände so sein, dass für Sie die Pflege dieser Person unausweichlich ist. Beispielsweise, weil die pflegebedürftige Person die Kosten nicht selbst tragen kann und es keinen unterhaltspflichtigen Ehepartner oder Kinder gibt.

Blitz Icon Wichtiger Hinweis PflegeDer steuerliche Abzug scheidet aus, wenn die pflegebedürftige verwandte Person finanziell in der Lage ist, die Kosten selbst zu tragen. Unbeachtlich ist ein eigenes Einkommen in Höhe der Sozialhilfesätze sowie ein eigenes Vermögen bis zu 15.500 Euro.

Wichtig: Sie dürfen keine Bezahlung erhalten

Eine außergewöhnliche Belastung kann nur vorliegen, wenn Sie für Ihre Bemühungen nicht bezahlt werden. Die Pflege muss also unentgeltlich erfolgen.

Kosten für die häusliche Pflege

Sind die oben genannten Voraussetzung erfüllt, können Sie folgende selbst getragene Kosten absetzen:

  • Kosten für Pflegepersonal oder einen Pflegedienst
  • Kosten für die kurzfristige Unterbringung in einem Pflegeheim
  • Fahrtkosten zur Wohnung der pflegebedürftigen Person (z. B. zur Betreuung und Versorgung, keine Besuchsfahrten)
  • Fahrtkosten zur ärztlichen Versorgung der pflegebedürftigen Person

Kosten für ein Pflegeheim

Die von Ihnen getragenen Kosten für die Unterbringung der gepflegten Person in einem Heim dürfen Sie dann als außergewöhnliche Belastungen angeben, wenn der Heimaufenthalt krankheitsbedingt ist. Es gelten dann die gleichen Regelungen wie für die eigene Pflege im Heim:

  • Die Kosten sind als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähig
  • Wurde der Haushalt des Pflegebedürftigen aufgelöst, ist eine Haushaltsersparnis von den Kosten abzuziehen.
  • Diese entspricht für jeden Monat 1/12 des Grundfreibetrags.
Info Icon GrafikAuch hier gilt: Bekommen Sie einen Teil der Kosten erstattet, müssen Sie den Erstattungsbetrag abziehen. Erstattungen kommen für gewöhnlich von der Kranken- oder Pflegeversicherung in Form von Pflegegeld.

Haushaltsnahe Dienstleistungen

Ähnlich wie bei den eigenen Pflegekosten kommt auch für pflegebedürftige Angehörige der Abzug als haushaltsnahe Dienstleistung in Betracht. Und zwar dann, wenn Pflege- und Betreuungsdienstleistungen nicht als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig sind. Diese Kosten können Sie in Ihrer eigenen Steuererklärung angeben, wenn Sie die Leistungen für die pflegebedürftige Person bezahlen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Pflege oder Betreuung im Haushalt des Pflegebedürftigen ausgeführt wird.

Kosten für die Pflege einer sonstigen Person

Übernehmen Sie die Pflege für eine Person, für die Sie nicht zum Unterhalt verpflichtet sind? Dann kommt nur unter Umständen ein steuerlicher Abzug der Kosten infrage. Und zwar dann, wenn Sie zumindest aus sittlichen Gründen dazu verpflichtet sind, die Pflegekosten zu tragen. Kurz gesagt: Immer dann, wenn die Pflege von Ihnen aus rein moralischen und sittlichen Gründen aufgrund Ihrer Beziehung zu einer Person erwartet wird. Das kann beispielsweise beim Lebenspartner (nicht verheiratet) der Fall sein.

Suche Icon PflegepauschbetragDas gilt nicht für jeden Mitbürger in Not, sondern nur für nahestehende Personen und Angehörige.

Was ist der Pflegepauschbetrag?

Der Pflegepauschbetrag ist eine Pauschale, die bei der Steuer abgezogen wird. Sie haben Anspruch auf den Pflegepauschbetrag, wenn Sie eine pflegebedürftige Person unentgeltlich in deren eigenen Zuhause pflegen. Das gilt auch dann, wenn ein ambulanter Pflegedienst Ihnen bei der Pflege hilft. Auch, wenn die pflegebedürftige Person im Heim untergebracht ist, können Sie vom Pflegepauschbetrag profitieren. Vorausgesetzt ist dann, dass Sie die Person zumindest an den Wochenenden in der eigenen Wohnung betreuen.

Welche Voraussetzungen gelten für den Pflegepauschbetrag?

  • Sie müssen die Pflege aus zwangsläufigen Gründen (z. B. rechtliche Unterhaltsverpflichtung) übernehmen.
  • Die pflegebedürftige Person ist hilflos (gilt nur bis einschließlich 2020).
  • Die Pflege findet in Ihrem eigenen Haushalt oder in der Wohnung des Pflegebedürftigen statt.
  • Sie erhalten keine Entlohnung für die Pflege.

Wie hoch ist der Pflegepauschbetrag?

Der Pflegepauschbetrag beträgt bis einschließlich 2020 jährlich 924 Euro. Mit dieser Pauschale sollen alle Einzelkosten der Pflege abgegolten sein, wie beispielsweise Hilfsmittel, Telefonkosten, Fahrtkosten oder bestimmte Kleidung. Wichtig ist: Welche Kosten Sie tatsächlich hatten, müssen Sie für den Pflegepauschbetrag nicht nachweisen.

Info GlühbirneDer Pflegepauschbetrag wird jeweils für eine pflegebedürftige Person gewährt. Teilen Sie sich die Pflege mit einer anderen Person, so erhält jeder nur den halben Pflegepauschbetrag.

Neuregelung beim Pflegepauschbetrag ab 2021

Ab dem Steuerjahr 2021 können Betroffene mit mehr Unterstützung rechnen. Denn es tut sich einiges beim Pflegepauschbetrag. Hier die wichtigsten Änderungen:

  • Die Voraussetzung, dass die pflegebedürftige Person hilflos sein muss, entfällt.
  • Die Höhe des Pflegepauschbetrags hängt vom Pflegegrad ab.
  • Für die Pflegegrade 4 und 5 beträgt der Pflegepauschbetrag 1.800 Euro.
  • 1.100 Euro werden für den Pflegegrad 3 gewährt.
  • Für den Pflegegrad 2 beträgt der Pflegepauschbetrag 600 Euro.
  • Kein Pflegepauschbetrag wird für Personen des Pflegegrades 1 gewährt.

Pflegepauschbetrag oder tatsächliche Kosten?

Sie haben die Wahl: Entweder Sie entscheiden sich für den Abzug der tatsächlichen Kosten, die Ihnen für die Pflege entstehen. Oder aber Sie wählen den Pflegepauschbetrag – ohne Nachweis der entsprechenden Kosten. Es lohnt sich also zu prüfen, welche Option für Sie die höchstmögliche Steuererstattung bringt!

Achtung Steuer Hinweis IconMöchten Sie die tatsächlichen Kosten ansetzen, müssen Sie Folgendes beachten: Hier wird Ihre individuelle zumutbare Belastung von den Kosten abgezogen. Das kann dazu führen, dass sich die Kosten steuerlich nicht auswirken. In diesem Falle lohnt sich die Wahl des Pflegepauschbetrags. Die zumutbare Eigenbelastung wird hier nicht abgezogen.

Pflegepauschbetrag und haushaltsnahe Dienstleistungen?

Entscheiden Sie sich für den Pflegepauschbetrag, dürfen Sie die Kosten für unterstützende Pflege- und Betreuungsdienstleistungen, die keine außergewöhnlichen Belastungen sind, als haushaltsnahe Dienstleistungen angeben. Die Kosten sind dann bis zu dem jeweils geltenden Höchstbetrag abzugsfähig.

Welche weiteren Hilfen gibt es neben dem Pflegepauschbetrag?

Die finanzielle Situation von pflegenden Angehörigen wird nicht nur durch die Kosten für Pflegedienste oder Medikamente beeinflusst. Oftmals kommt es auch zu Verdienstausfällen. Denn für Vollzeitjob und häusliche Pflege bräuchte es wohl Tage, die länger als 24 Stunden sind. Damit Sie sich dennoch die Zeit für Ihre Liebsten nehmen können, gibt es weitere staatliche Unterstützung. Die Hilfen sollen sicherstellen, dass Sie durch die Pflege finanziell keine allzu großen Einbußen hinnehmen müssen.

Pflegeunterstützungsgeld

Pflegeunterstützungsgeld gibt es für Arbeitnehmer, die zur Pflege einer angehörigen Person bis zu 10 Tage von der Arbeit fernbleiben. Die soziale oder private Pflegeversicherung erstattet Ihnen 90 Prozent des an diesen Tagen ausgefallenen Nettogehalts. 100 Prozent werden erstattet, wenn in den letzten 12 Monaten vor der Freistellung eine sozialversicherungspflichtige Einmalzahlung ausbezahlt wurde. Hierzu gehört zum Beispiel das Weihnachts- oder Urlaubsgeld. In beiden Fällen wird jedoch höchstens der Krankengeldsatz erstattet. Dieser beträgt im Jahr 2020 pro Tag 109,38 Euro.

Für die Berechnung der Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes ist eine Entgeltbescheinigung von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber auszufüllen.

Zinsloses Darlehen

Für eine längere Pflegezeit können Sie bis zu 6 Monate ein zinsloses Darlehen in Anspruch nehmen. Damit soll maximal die Hälfte Ihres ausfallenden Nettogehalts abgedeckt werden. Ein Informationsblatt zum zinslosen Darlehen finden Sie beim Bundesamt für Familien und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

Familienpflegezeit

Arbeiten Sie in einem Betrieb mit mehr als 25 Angestellten, können Sie die Familienpflegezeit beantragen. Sie haben dabei einen Rechtsanspruch, Ihre Arbeitszeit für bis zu 24 Monate auf bis zu 15 Stunden pro Woche zu kürzen. Während der teilweisen Freistellung haben Sie zudem Anspruch auf ein zinsloses Darlehen. Dieses deckt die Hälfte Ihres ausgefallenen Gehalts ab. Die Familienpflegezeit müssen Sie bei Ihrem Arbeitgeber ankündigen. Damit Ihrer Freistellung nichts im Wege steht, empfiehlt es sich, die Checkliste des Bundesamts für Familien und zivilgesellschaftliche Aufgaben zu beachten.

Freistellung zur Betreuung pflegebedürftiger Kinder

Angehörige eines pflegebedürftigen Kindes können sich für die Betreuung dieser Kinder ebenfalls ganz oder teilweise von der Arbeit freistellen lassen. Dabei ist es egal, ob das Kind zu Hause oder außerhäuslich untergebracht ist. Wie bei den Regelungen zur Familienpflegezeit kann die Freistellung bis zu 6 Monate und die teilweise Freistellung bis zu 24 Monate beansprucht werden. Auch hier können Sie ein zinsloses Darlehen für das ausfallende Gehalt beantragen.

Freistellung zur Begleitung vor dem Tod

Ebenso wichtig wie die Zeit für die Pflege ist auch die Zeit, die Sie mit einem Angehörigen in dessen letzter Lebensphase verbringen. Um Ihrem Angehörigen in dieser Zeit Beistand zu leisten, können Sie sich ganz oder teilweise bis zu 3 Monate von der Arbeit freistellen lassen. Wo die Betreuung oder Pflege des Angehörigen stattfindet, ist hierbei egal.

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