Übernachtungskosten bei LKW-Fahrern

Übernachtungskosten bei LKW-Fahrern

Mit geschätzten Kosten absetzbar


Berufskraftfahrer üben eine Auswärtstätigkeit aus. Dabei stellt jede Fahrt eine neue Auswärtstätigkeit dar. Soweit so gut. Doch das Ganze hat einen Haken: Bei Auswärtstätigkeiten können für Übernachtungen nur die tatsächlichen Kosten als Werbungskosten abgesetzt oder vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet werden.

Für Übernachtungen im Ausland gibt es zwar länderspezifische Übernachtungspauschbeträge. Doch diese gelten nicht für den Werbungskostenabzug, sondern nur für die Erstattung der Ausgaben durch den Arbeitgeber.

Schlafzimmer immer dabei

Berufskraftfahrer übernachten im Regelfall in der Schlafkabine ihres Lkw. Praktisch, denn dies verursacht keine extra Kosten.

Doch der Fahrer hat trotzdem Ausgaben: Für die Benutzung der sanitären Einrichtungen auf Rastplätzen (Dusche, Toilette) sowie für die Reinigung der Schlafkabine im Lkw (Bettwäsche). Problem hierbei: Üblicherweise gibt es dafür keine Quittungen.

5 Euro pro Nacht

Nun hat das Finanzgericht München entschieden, dass Übernachtungskosten im Ausland nicht mit den länderspezifischen Übernachtungspauschbeträgen, sondern nur gegen Nachweis absetzbar sind.

Doch wenn Einzelnachweise nicht vorliegen, können die Kosten glaubhaft gemacht bzw. geschätzt werden. Dies kommt bei Fernfahrern im internationalen Fernverkehr in Betracht. „Eine Schätzung dieser Kosten von 5 Euro je Übernachtung erscheint keinesfalls überhöht“ (Aktenzeichen 7 K 2393/13).

Rechtslage eigentlich klar

Ganz offensichtlich ist dieser Fall wegen Unwissenheit, Uneinsichtigkeit oder gar Sturheit eines Finanzbeamten wieder vor ein Finanzgericht gelangt. Dabei ist die Rechtslage völlig geklärt: Denn schon im Jahre 2012 hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Berufskraftfahrer für die Übernachtung im Lkw einen Schätzbetrag von 5 Euro als Werbungskosten absetzen dürfen (Aktenzeichen VI R 48/11).

Die Finanzverwaltung hat sich dieser Sicht angeschlossen und das Urteil voll akzeptiert (BMF-Schreiben vom 4.12.2012).

Was Sie jetzt tun sollten

Wollen Sie einen höheren Betrag geltend machen? Dann empfehlen wir Ihnen folgendes Vorgehen: Notieren Sie alle Auslagen für einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten.l

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