Umbaukosten einer Motoryacht

Umbaukosten einer Motoryacht

Als behinderungsbedingte Kosten absetzbar?


Behinderte Menschen sind körperlich oder geistig eingeschränkt. Zum Ausgleich werden sie im Steuerrecht unterstützt. Doch zählen dazu auch behinderungsbedingte Kosten zum Umbau einer Motoryacht?

Behinderte Personen können beispielsweise Ausgaben für die behinderungsbedingte Umrüstung eines Pkw als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Denn dies stellen unvermeidbare Ausgaben dar. Die Kosten sind im Jahr der Bezahlung in voller Höhe absetzbar, und zwar zusätzlich zum Behinderten-Pauschbetrag und zu den Fahrtkosten für Privatfahrten. Allerdings rechnet das Finanzamt eine zumutbare Belastung an. Gilt das auch für den behindertengerechten Umbau einer Motoryacht?

Steuervorteil für Umbaukosten einer Motoryacht?

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Aufwendungen für die Umbaukosten einer Motoryacht nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind (Aktenzeichen VI R 30/14).

Kosten für die Anschaffung und den Unterhalt einer Motoryacht zählen nicht zum existenznotwendigen Grundbedarf und entstehen nicht zwangsläufig. Der behinderte Mensch ist weder aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen verpflichtet, derartige Konsumaufwendungen zu tragen. Sie stehen vielmehr in seinem Belieben.

Keine Zwangslage vorhanden

Das gilt auch für Mehraufwendungen, die erforderlich sind, ein solches Boot behindertengerecht umzugestalten. Diese Aufwendungen sind nicht vornehmlich der Krankheit oder Behinderung geschuldet, sondern – anders als die krankheits- oder behindertengerechte Ausgestaltung des individuellen (existenziell wichtigen) Wohnumfelds – in erster Linie Folge eines frei gewählten Konsumverhaltens. Es liegt eine maßgeblich vom menschlichen Willen beeinflusste Situation vor, die gesetzlich erforderliche Zwangslage nicht begründen kann.

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