Verspätete Steuererklärung

Verspätete Steuererklärung

50 Euro Verspätungszuschlag ab 2016


Schlechte Nachrichten für Trödler: Wer ab 2016 seine Einkommensteuererklärung zu spät abgibt, muss nun grundsätzlich 50 Euro zahlen. Mindestens!

Bummeln wird teuer

Gemütlich die Steuererklärung auf die lange Bank schieben? Das wird ab Beginn nächsten Jahres deutlich schmerzvoller: Mindestens 50 Euro pro verspäteten Monat will das Finanzamt dann sehen. Egal, ob sich aus der Steuererklärung nun eine Erstattung ergibt oder Sie Steuern nachzahlen müssen.

Keine Gnade mehr- kraft Gesetzes

Momentan liegt der Verspätungszuschlag im Ermessen des jeweiligen Finanzbeamten. So wurde meist bisher bei sonst pünktlichen Steuerzahlern ein Auge zugedrückt. Dies entfällt nun kraft Gesetzes. Das geht aus einem Gesetzesentwurf hervor, der diesen Mittwoch von der Bundesregierung beschlossen wurde.

Dies gilt sowohl für die jährliche Einkommensteuererklärung, als auch für gewerbliche Erklärungen wie Umsatzsteuer- oder Körperschaftsteuer.

31. Mai ist Schluss mit lustig

Nun werden nächstes Jahr pünktlich Ende Mai die Postfächer der Finanzämter zum Bersten voll sein. Denn da liegt gesetzliche Abgabetermin der Einkommensteuererklärung für den Otto-Normal-Steuerzahler.

Personen, die einen Steuerberater beauftragen, die Steuer zu erstellen, hatten bisher bis Ende Dezember Zeit. Diese Frist wird ab nächstes Jahr um zwei Monate verlängert auf Ende Februar. Doch darauf kann man sich nur bedingt verlassen: Die Finanzverwaltung behält sich das Recht vor, Erklärungen auch früher zu verlangen („In den nächsten drei Monaten“).

Das galt bisher

Bisher lag es allein im Ermessen Ihres Finanzbeamten, einen Verspätungszuschlag festzusetzen. Willkürlich sein dürfte er dabei jedoch nicht: Der Verspätungszuschlag dürfte höchstens 25.000 Euro betragen sowie 10 Prozent der festgesetzten Steuer nicht übersteigen. Ein Verspätungszuschlag von über 5.000 Euro würde jedoch nur in Ausnahmefällen festgesetzt.

Betroffen sind nur Pflichtveranlagungen

Ein Verspätungszuschlag kann nur dann festgesetzt werden, wenn Sie gesetzlich zur Abgabe einer Erklärung verpflichtet sind. Gründe für eine Abgabepflicht bei Arbeitnehmern können beispielsweise sein:

  • Auf Ihrer Lohnsteuerkarte wurde ein Freibetrag eingetragen (ausgenommen Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbetrag).
  • Sie und Ihr Ehepartner haben die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt.
  • Sie haben als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld, Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen.
  • Sie haben neben Ihrem Arbeitslohn noch weitere Einkünfte, beispielsweise Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte bezogen, die mehr als 410 Euro betragen.
  • Sie haben Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, für die Sie keine Kapitalertragssteuer (Abgeltungsteuer) zahlen müssen
  • Sie haben nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn (einschließlich Versorgungsbezüge) bezogen.
  • Der Arbeitgeber hat einen sonstigen Bezug von Ihnen ermäßigt besteuert, z.B. Entlassungsentschädigung, Arbeitslohn für mehrere Jahre, Lohnzahlungen durch Dritte.
  • Sie haben einen Betrieb und erzielen damit einen Gewinn von mehr als 410 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob Sie diesen nur nebenbei betreiben.

Was Sie jetzt tun sollten

Besteht bei Ihnen eine Abgabepflicht und Sie können bereits absehen, dass Sie es bis zum 31. Mai nächstes Jahr nicht schaffen? Dann zögern Sie nicht und bitten Sie beim Finanzamt um eine Fristverlängerung– schriftlich oder per Telefon.

In der Regel gewähren die zuständigen Beamten eine ausreichend lange Frist – in Ausnahmefällen sogar bis Silvester. Bis zum gewährten Termin sollte die Erklärung dann aber beim Finanzamt sein, da meist keine weitere Fristverlängerung gewährt wird.

7 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Manuel Hochgesang

    Hallo,

    gilt diese Neuregelung dann nur für Steuererklärungen ab dem Veranlagungszeitraum 2015 oder auch füe die Veranlagungszeiträume früherer Jahre wie z.B. 2014?

  2. 3
    BJ

    Die bei „Was galt bisher“ angegeben 10%, beziehen die sich auf die Erstattung oder Nachzahlung oder auf die gesamte Jahressteuer?
    Wenn ich bisher die KAP Anlage abgegeben habe, bin ich dann auch zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet?
    Das behauptet jedenfalls das Finanzamt?

  3. 4
    GS

    Muß ich auch eine KAP abgeben, obwohl ich nur 12€ Zinsen erhalten habe? Als Ehepaar haben wir doch auch einen Freibetrag 1500€ und haben unsere Bank den Freistellungsauftrag gegeben.

  4. 6
    mk

    Verspätungszuschlag ab 2016: Das ich nicht Lache. Ich warte seit 4,5 Monaten auf meinen Steuerbescheid. Wäre schön, wenn auch der Steuerzahler diesen Verspätungszuschlag gegenüber dem Finanzamt geltend machen könnte.

  5. 7
    Joe

    Wer seine Steuererklärung von einem Steuerberater erstellen läßt, oder sich von einem Steuerberater bei der Steuererklärung beraten lassen will, bekommt vom Steuerberater immer eine Rechnung, die er bezahlen muss. Da diese Kosten jedoch nur dadurch entstehen, dass das Finanzamt eine Steuererklärung haben will, sollte man von denen sowohl Schadenersatz für die Zeit verlangen, die man durch die Bearbeitung der Steuererklärung verliert, als auch Schadenersatz für die Kosten, die durch den Steuerberater entstehen.
    Am allerschlimmsten ist jedoch die Umweltverschmutzung, die durch das nutzlose Ausfüllen der Formulare entsteht. Sowohl das Papier, als auch die Tinte sind schädlich für die Umwelt, ganz zu Schweigen von den Energiekosten, die durch den Stromverbrauch etc. entstehen. Selbst wenn man alles „nur Online“ macht, kann es ja je nach Art der Energieversorgung zu ganz erheblichen Umweltschäden durch die Erstellung der Steuererklärung kommen, ganz besonders wenn man mit Kernenergie versorgt wird.
    Das Finanzamt verlangt ja viel zu viele Steuern für alles Mögliche. Wenn die unbedingt Ein allzu gutes Beispiel sind ja die Hundesteuern. Ich empfinde es als eine große Frechheit, dass das Finanzamt Menschen belästigt, um Hundesteuern einzutreiben. Wenn die schon unbedingt Geld von Hunden haben wollen, dann sollen sich die Finanzämter wenigstens direkt schriftlich an den Hund in dessen Hundesprache wenden, und nicht die Menschen damit belästigen. Auf diese Art und Weise könnte man den Menschen die Steuererklärung ganz erheblich erleichtern.
    Das Finanzamt sollte endlich mal aufhören ständig Geld von allen Menschen bei jeder Gelegenheit zu verlangen. Jedes gewöhnliche Unternehmen hat auch ohne Steuern schon genügend Probleme, die eigenen Kosten zu decken, Löhne zu bezahlen und auch noch Gewinne zu erwirtschaften. Das Finanzamt bringt ja noch nicht einmal in irgend einer Art und Weise eine Gegenleistung für die Berechnung der Steuern.
    Bei jedem vernünftigen Unternehmen bekommen Kunden beispielsweise hin und wieder Werbegeschenke, oder man bekommt beim Besuch wenigstens noch Bonbons, Luftballons, Kugelschreiber oder ähnliches geschenkt. Beim Finanzamt bekommt man ja überhaupt nichts mehr. Das Finanzamt bietet nur haufenweise Formulare, die vollgestopft sind mit Fremdwörtern und Paragraphen, die ein normaler Mensch unmöglich verstehen kann. Jeder normal denkende Mensch benötigt dann zwangsläufig schon einen Steuerberater, um überhaupt diese „Geheimsprache“ bewältigen zu können. Schon alleine deshalb ist es zwingend notwendig, vom Finanzamt für diese Frechheit einen sehr hohen Schadenersatz zu verlangen.
    Wer Formulare ausfüllen soll, kann dies doch nur dann wahrheitsgemäß machen, wenn man alles verstanden hat, was dort gefragt wird. Niemand kann eine Frage wahrheitsgemäß beantworten, wenn er nicht versteht, was damit gemeint ist…

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