Wann mindern Krankheitskosten die Steuer?

Wann mindern Krankheitskosten die Steuer?

Grundsätzliches zum Abzug


Noch zum Jahresanfang hat man sich ein „Gesundes Neues“ gewünscht – doch was, wenn plötzlich die Gesundheit nicht mehr mitspielt? Ein kleines Trostpflaster: Krankheitskosten kann man von der Steuer absetzen. Doch ab wann mindert das überhaupt die Zahllast?

Krankheitskosten sind als so genannte „Außergewöhnliche Belastungen“ abzugsfähig. Diese liegen vor, wenn Ihnen zwangsläufig größere Aufwendungen entstehen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerzahler gleichen Einkommens, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands.

Zumutbare Eigenbelastung

Dadurch möchte der Fiskus unbillige Härten vermeiden. Daher müssen die Aufwendungen erst eine bestimmte Höhe erreichen, bevor sie steuerlich relevant sind. Je mehr man an Arbeitslohn hat, desto mehr Kosten muss man selbst tragen. Die Krankheitskosten wirken sich nämlich erst dann aus, wenn die Aufwendungen über einem bestimmten Prozentsatz Ihrer Einkünfte liegen, also die so genannte „zumutbare Belastung“ übersteigen. Diese zumutbare Belastung ist im Einkommensteuer-Gesetz geregelt und abhängig von Ihrem Einkommen, Ihrer Veranlagungsform und ob Sie Kindern haben.

Nicht Verfassungswidrig

Vor Kurzem erhoben Steuerzahler vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz gegen diese zumutbare Belastung Klage: Der Ansatz der Eigenbelastung und somit die Nichtabziehbarkeit bei der Steuer sei verfassungswidrig. Leider hatte die Klage keinen Erfolg: Laut Gericht liegt eine „existenzielle Betroffenheit“ nicht vor, wenn der Steuerzahler über ein gewisses Einkommen verfügt – und damit die Kosten ohne große Einschränkungen zahlen kann.

Gegen dieses Urteil wurde keine Revision zugelasen. Dagegen wurde eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesfinanzhof eingelegt. Wir empfehlen daher, unter Angabe des Aktenzeichens VI B 150/12  Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einzulegen und das Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung zu beantragen.

Bei Berechnung der zumutbaren Belastung zählen neben Krankheitskosten auch noch Ausgaben wie zum Beispiel bestimmte Unterhaltsleistungen, Behindertenpauschbeträge, Pflegekosten, Scheidungskoste oder Beerdigungskosten.

Tipp: Sammeln Sie unterjährig alle Belege. Summieren Sie die Ausgaben hin und wieder – gerade vor Jahresende. So können Sie feststellen, ob Sie die Anschaffung der Brille doch noch in diesem Jahr aus steuerlichen Gründen vorziehen sollten.

Welche Krankheitskosten können Sie ansetzen?

Medikamente, Arztkosten, Heilpraktiker, Krankenhauskosten, Brillen, Kontaktlinsen, Orthopädische Hilfsmittel, Krankengymnastik, Zahnersatz, Fahrten zum Arzt, Blutdruckmessgerät, Hörgeräte, Beiträge zu Selbsthilfegruppen, Kurkosten, Geburtskosten …

Grundsätzlich gilt: Sie können nur Kosten absetzen, die Sie tatsächlich auch bezahlt haben. Erstattungen von Krankenkassen, Arbeitgeber oder der Beihilfe sind davon abzuziehen.

Wie viele außergewöhnliche Belastungen müssen Sie selbst tragen?

Gesamtbetrag der EInkünftebis € 15.340€ 15.340 bis € 51.130über € 51.130
Keine Kinder und Grundtabelle5 %6 %7 %
Keine Kinder und Splitting-Tabelle4 %5 %6 %
1 oder 2 Kinder2 %3 %4 %
3 oder mehr Kinder1 %1 %2 %

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