15. März 2026 von Hartmut Fischer
Teilen

Mediation – bevor man das Gericht bemüht

Mediation – bevor man das Gericht bemüht

© Benis Arapovic / Vecteezy

15. März 2026 / Hartmut Fischer

Zwischen den Mietparteien kommt es immer wieder zu Streitigkeiten über Mietzahlungen, Betriebskosten, Modernisierungen, Vertragsauslegung usw. Doch ein Gerichtsverfahren kostet Zeit und Geld und belastet das Mietverhältnis. Darum lohnt es sich, in Konfliktsituationen über eine Mediation nachzudenken.

Was ist eine Mediation?

Die Mediation ist eine Möglichkeit der außergerichtlichen Konfliktlösung. Sie ist ein strukturiertes Verfahren, bei dem eine neutrale Person (der Mediator) die Parteien unterstützt, selbst eine einvernehmliche Lösung zu entwickeln. Der Mediator trifft keine Entscheidungen und vertritt keine der Parteien. Seine Aufgabe besteht darin, das Gespräch zu moderieren, den Austausch zu strukturieren und den Beteiligten zu helfen, ihre Interessen und möglichen Lösungswege klar herauszuarbeiten.

Voraussetzungen

Die Mediation setzt voraus, dass beide Seiten freiwillig an dem Verfahren teilnehmen und grundsätzlich bereit sind, nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen. Typische Grundprinzipien der Mediation sind Freiwilligkeit, Neutralität des Mediators, Eigenverantwortung der Parteien sowie Vertraulichkeit des Verfahrens. Die Parteien behalten jederzeit die Kontrolle über das Ergebnis und können das Verfahren auch jederzeit beenden.

Ablauf der Mediation

Im Rahmen der Mediation schildern zunächst beide Parteien ihre Sichtweise des Konflikts. Anschließend werden die zentralen Streitpunkte gesammelt und strukturiert bearbeitet. Auf dieser Grundlage entwickeln die Parteien – unterstützt durch den Mediator – mögliche Lösungsoptionen. Ziel ist eine Vereinbarung, die für beide Seiten tragfähig ist und das zukünftige Zusammenleben möglichst wenig belastet.

Kommt im Rahmen der Mediation eine Einigung zustande, wird diese üblicherweise schriftlich festgehalten. Damit sie rechtlich verbindlich wird, kann sie als Vertrag beschlossen werden. Eventuell wird die Einigung auch notariell beurkundet.

Auswahl eines Mediators

Bei der Auswahl eines Mediators sollten die Parteien auf Qualifikation und Erfahrung achten. In Deutschland gibt es die Bezeichnung „zertifizierter Mediator“. Diese setzt eine spezielle Ausbildung sowie regelmäßige Fortbildungen voraus.

Warum eine Mediation sinnvoll ist

Eine Mediation kann häufig schneller durchgeführt werden als ein Gerichtsverfahren. In der Regel sind Mediationen kostengünstiger als ein Prozess. Darum werden diese Kosten auch häufig von Rechtsschutzversicherungen ganz oder teilweise übernommen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wer muss Abfall beseitigen?
Bundesverfassungsgericht: Zwangsräumung bei hochschwangerer Frau

immo:News abonnieren
Nutzen Sie unseren Informations-Service und erhalten Sie kostenlose Produktinformationen aus erster Hand, exklusive Aktionsangebote, Tipps, Tricks und aktuelle Urteile rund um das Thema Vermietung.