23. Februar 2022 von Hartmut Fischer
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Geplante Aufteilung des CO2-Preises

Geplante Aufteilung des CO2-Preises

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23. Februar 2022 / Hartmut Fischer

Bundeswirtschaftsminister Habeck (Die Grünen) plant eine Änderung der Verteilung des CO2-Preises bei vermieteten Wohnungen. Die Kosten, die aktuell vom Mieter getragen werden, sollen nun auf Mieter und Vermieter verteilt werden,  wobei sich der Anteil des Vermieters nach dem energetischen Zustand der Immobilie richtet. Eigentümerverbände halten die Entscheidung für einen Rückschritt und warnen vor einem Modernisierungsstau. 

Stufenmodell geplant

Nach den Plänen des Wirtschaftsministeriums soll ein Stufenmodell eingeführt werden. Die Gebäude sollen in sieben Kategorien aufgeteilt werden. Die Einordnung richtet sich dann nach dem CO2 Ausstoß pro Jahr und Quadratmeter. Im günstigsten Fall (weniger als 5 kg) muss der Mieter die gesamten CO2 Kosten tragen. Bei Gebäuden mit einem Quadratmeterausstoß von mehr als 45 kg muss der Vermieter 90 % der Kosten übernehmen.

Kritik der Eigentümerverbände

Das Vorhaben stößt bei den Eigentümerverbänden auf deutliche Kritik. „Mit der geplanten Aufteilung zwischen Mietern und Vermietern erweist die Ampelkoalition dem Klimaschutz einen Bärendienst.“ kommentiert Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke die Pläne. Die Aufteilung führe dazu, dass Mieter viele weitere Jahre energetisch schlechtere Wohnungen nachfragen, weil diese für sie nach wie vor günstiger sein werden. Eine weiterhin vollständige Umlage der Kosten hätte dazu geführt, dass Anbieter klimaneutraler Wohnungen schneller einen Vorteil am Markt gehabt hätten.

kein modernisierungsschub zu erwarten

„Wer jetzt von den vermietenden Privatpersonen einen Modernisierungsschub erwartet, sollte sich einmal aus dem Elfenbeinturm heraus in die Realität begeben“, ergänzte Warnecke. Eine klimaneutrale Wärmeversorgung sei in vielen bestehenden Gebäuden noch gar nicht möglich. Hier müsste die Industrie praktikable und finanziell tragbare Lösungen liefern.

Sanierungsfahrplan für eigentümer gefordert

Zudem müsse die Politik den Eigentümern endlich das Angebot eines individuellen, kostenlosen Sanierungsfahrplans machen und kommunale Wärmepläne erstellen. Diese Maßnahmen hätten als allererstes kommen müssen. Nun lässt die Regierung die Eigentümer erstmal im Regen stehen“, konstatierte Verbandschef Warnecke.


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