Mietkautionsversicherung – Vor- und Nachteile
Mietkautionsversicherung – Vor- und Nachteile
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Wenn es um die Kaution geht, schlagen potenzielle Mieter bei Vertragsabschluss vor, eine Mietkautionsversicherung zugunsten des Vermieters abzuschließen. Was ist darunter zu verstehen und ist die Versicherung eine für den Vermieter akzeptable Alternative?
Wie funktioniert eine Mietkautionsversicherung
Eine Mietkautionsversicherung kann man heute bei den meisten Versicherern abschließen. Nachdem der Mieter einen entsprechenden Vertrag mit dem Versicherer abgeschlossen hat, erhält er eine Bürgschaftsurkunde, in der sich der Versicherer verpflichtet, einzuspringen, wenn der Vermieter Anspruch auf Zahlungen aus der Kaution hat. Diese Bürgschaftsurkunde erhält dann der Vermieter.
Was kostet eine Mietkautionsversicherung?
Der Vermieter muss eine Mietkautionsversicherung nicht akzeptieren. Kosten entstehen hierbei nur dem Mieter. Er zahlt für die Versicherung pro Jahr rund 4 bis 7 % der Kautionssumme. Der Mieter sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass die Versicherung zwar einspringt, wenn Kautionszahlungen fällig werden – sich aber das Geld danach vom Mieter zurückholt.
Vorteile einer Mietkautionsversicherung?
Grundsätzlich muss der Vermieter keine Mietkautionsversicherung akzeptieren. In der Vergangenheit gab es auch Vorbehalte, weil Versicherer im Schadensfall oft lange mit der Versicherung kämpfen mussten. Dies hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Insbesondere die größeren Versicherer gelten als zeitnahe Zahler.
Während der Mieter bei der klassischen Barkaution in drei Raten zahlen kann, hat der Vermieter mit der Police die Garantie für die gesamte Kaution von Anfang an in den Händen. Für ihn fallen auch einige Verwaltungsaufgaben weg, die bei der Barkaution anfallen (Anlage eines Kautionskontos, Zinsabrechnungen, Rückzahlungsabrechnung am Ende des Mietverhältnisses).
Nachteile einer Mietkautionsversicherung?
Für den Vermieter gibt es allerdings auch einige Punkte zu bedenken, die nicht für eine Mietkautionsversicherung sprechen. So muss in einem Schadensfall vom Vermieter zunächst die Forderung begründet und die Schadenshöhe nachgewiesen werden. Der bürokratische Aufwand ist auch bei kulanten Versicherern höher, als bei einer hinterlegten Barkaution.
Wird die Berechtigung vom Mieter bestritten, auf die Kaution zuzugreifen, kommt es zu unter Umständen langwierigen Auseinandersetzungen mit der Versicherung. Unter Umständen zahlt die Versicherung am Ende auch nur teilweise.
Auch für Mieter zwei Seiten
Wenn der Vermieter eine Mietkautionsversicherung ablehnt, sollte er den Mieter auch darauf hinweisen, dass eine Versicherung eine teure Angelegenheit ist. Wenn auch die jährlichen Prämien günstig erscheinen, summieren sie sich im Laufe der Jahre. Letztlich erhält der Mieter aber auch keine echte Gegenleistung: Selbst wenn die Versicherung einspringt, muss er Leistungen an die Versicherung zurückzahlen.
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