Antrag auf Grundsteuererlass stellen

Antrag auf Grundsteuererlass stellen

Bis zum 31. März haben Sie Zeit


Knapp 12 Milliarden Euro hat die Grundsteuer den deutschen Gemeinden 2012 in die Kassen gespült. Und jedes Jahr wird die Abgabenlast höher. Doch Sie haben eine Möglichkeit zur Schadensbegrenzung: Stellen Sie einen Antrag auf Erlass der Grundsteuer

Antrag bis zum 31. März stellen

Die Grundsteuer ist eine verlässliche Größe bei der Finanzplanung. Ändern wird sich dies in nächster Zukunft wohl kaum: Verfassungsbeschwerden gegen die Erhebung der Grundsteuer auf selbstgenutztes Wohneigentum wurden erst gar nicht zur Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht aufgenommen. Dennoch haben Sie eine Möglichkeit zur Gegenwehr: Stellen Sie einen Erlass der Grundsteuer bis zum 31. März dieses Jahres!

Wann können Sie einen Erlass beantragen?

Voraussetzung für den Erlass der Steuer ist, dass die eine wesentliche Ertragsminderung aus Ihrer Immobilie hinnehmen mussten. Im Vergleich zum Vorjahr muss ein wesentlicher Mietrückgang verzeichnet worden sein. Ermittelt wird dies anhand der Jahresrohmiete 2013 und der Vorjahres-Miete.

Was gehört zur Jahresrohmiete?

Laut Fiskus handelt es sich hierbei um die Bruttokaltmiete, also einschließlich der so genannten kalten Betriebskosten wie Umlagen und sonstige Leistungen des Mieters. Dazu zählen Kosten für den Wasser-Verbrauch, Entwässerung, Gebühren und Treppen- und Flurbeleuchtung. Nicht dazu gehören Kosten des Betriebes der Heizung und Warmwasserversorgung sowie des Fahrstuhls.

Hinweis

Bei der Immobilie muss es sich auch um ein bebautes Grundstück handeln. Ertragsminderung bei Lager- oder Parkplätzen werden somit nicht berücksichtigt.

Ersparnis: Ein Viertel oder die Hälfte der Grundsteuer

  • Beträgt die Ertragsminderung im letzten Jahr mehr als 50 Prozent? So werden Ihnen 25 Prozent der gezahlten Grundsteuer erlassen.
  • Beträgt die Ertragsminderung im letzten Jahr 100 Prozent? So werden Ihnen 50 Prozent der gezahlten Grundsteuer erlassen.
Tipp: Um den Abgabe-Termin Ende März einzuhalten, reicht die Vorlage des Antragsschreibens. Begründungen und Nachweise können Sie auch anschließend einreichen.

Keine Schuld am Mietausfall

Generell gilt: Sobald Sie selbst den Mietausfall verschuldet haben, wird Ihnen die Grundsteuer nicht erlassen. Auch dürfen Sie keinerlei Einflussmöglichkeiten auf die Ursache der Ertragsminderung haben. Haben Sie beispielsweise die Wohnung nur zu einem überteuerten Preis am Wohnungsmarkt angeboten, bekommen Sie keine Steuer zurück.

Gleiches gilt, wenn Sie erst gar nicht nach neuen Mietern gesucht haben. Dafür müssen Sie Anzeigen im Internet oder der Zeitung geschaltet haben sowie Besichtigungen mit Mitinteressenten durchgeführt haben. Auch bei unterlassener Vermietung mangels notwendiger Renovierungsarbeiten wird Ihr Antrag abgelehnt.

Keine Schuld am Mietausfall haben Sie generell, wenn die verminderte Miete auf äußere Einflüsse zurückzuführen ist. Dazu gehören: Hochwasser, Sturmschäden, Erdbeben sowie andere Naturkatastrophen. Aber auch bei einer strukturellen Unvermietbarkeit können Sie den Erlass beantragen. Diese liegt vor, wenn ein Überangebot von Mietimmobilen besteht oder schlich keine Nachfrage vorhanden ist.

Wichtig

Gemeinden lehnen Erlass-Anträge gerne ab. Begründung: Der Hausbesitzer hätte keine Mieten unter Marktniveau angeboten – und daher den Leerstand verschuldet in Kauf genommen. Doch weder Gesetz noch Rechtsprechung verlangen diese Bedingung!

Zahlungsunfähige Mieter

Auch wenn Ihr Mieter nicht mehr zahlt, kann Ihnen die Steuer erlassen werden. Aber Achtung: Sie müssen sich um Schadensbegrenzung bemühen. Das heißt: Abmahnung, Kündigung und wenn nötig: Räumungsklage. Eingeleitete Pfändungsmaßnahmen müssen ebenfalls erfolglos geblieben sein.

Wo beantragen Sie den Erlass?

Stellen Sie den Erlass bei der Behörde, die den Grundsteuer-Bescheid erlassen hat. Meist ist dies die Gemeinde, in der die Immobilie belegen ist. Bei Stadtstaaten (Hamburg, Bremen, Berlin) ist hierfür jedoch das Finanzamt zuständig.

Was Sie tun sollten

    • Zeigen Sie auf, mit welcher Jahresrohmiete Sie Anfang 2013 realistisch rechnen konnten.
    • Ermitteln Sie die tatsächlich erzielte Rohmiete in 2013.
    • Beträgt die tatsächliche Miete weniger als 50 Prozent der geschätzten Miete? Tragen Sie die von Ihnen nicht zu vertretenden Gründe nachweisbar zusammen.
    • Stellen Sie bis 31. März 2014 den Erlass auf Grundsteuer.
Tipp: Einen Musterantrag auf Erlass der Grundsteuer können Sie sich hier herunterladen.

 

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