Minijobs und Midijobs

Vorsicht: Bestandschutzregel endet 2014


2013 wurde die Arbeitslohngrenze für Minijobs von 400 Euro auf 450 Euro angehoben. Für Midijobs sind nun statt 800 Euro 850 Euro maßgebend. Doch auch beim Versicherungsschutz gab es nun Änderungen.

Pflichtversicherung mit Befreiungsoption

Gleichzeitig wurde die bisherige “Rentenversicherungsfreiheit mit Aufstockungsoption” umgewandelt in eine “Rentenversicherungspflicht mit Befreiungsmöglichkeit”. Das bedeutet: Grundsätzlich ist jeder Minijobber von vornherein in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, kann sich aber auf Antrag davon befreien lassen.

Die Neuregelung mit Rentenversicherungspflicht und Befreiung von der Rentenversicherungspflicht gilt :

  • für Minijobs, die ab dem 01.01.2013 neu aufgenommen wurden
  • für Minijobs, die zum Jahresanfang 2013 bestanden, aber deren monatlicher Arbeitslohn auf einen Betrag zwischen 400 Euro und 450 Euro angehoben wurde.

Besonderer Bestandsschutz

Einen besonderen Bestandsschutz gibt es für Beschäftigungen, die bereits am 01.01.2013 bestanden und der Verdienst zwischen 400 Euro und 450 Euro betrug: Was vor 2013 ein sozialversicherungspflichtiger Midijob war, ist seit 2013 eigentlich ein nur noch rentenversicherungspflichtiger Minijob.

Doch aufgrund einer besonderen Bestandsschutzregelung galt die Gleitzone weiter: Sie konnten in der Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung mit reduzierten Beiträgen versicherungspflichtig bleiben. Dies war sehr vorteilhaft für Personen, die den vollen Schutz der Sozialversicherung wünschten.

Vorsicht ab 2015

Nun weisen wir darauf hin, dass die Bestandsschutzregelung für diese Personen am 31.12.2014 ausläuft. Falls der Arbeitslohn ab 2015 unter 450 Euro bleibt, fällt die Versicherung in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung fort, und es bleibt lediglich die Versicherungspflicht in der Rentenversicherung, wobei diese auf Antrag abgewählt werden kann.

Tipp: Falls Sie auch weiterhin den vollen Sozialversicherungsschutz, insbesondere die Krankenversicherung zu einem günstigen Beitrag, wünschen, müssen Sie mit dem Arbeitgeber eine Erhöhung des monatlichen Arbeitslohns auf einen Betrag über 450 Euro vereinbaren. Dann gelten wiederum die Regeln der Gleitzone mit voller Sozialversicherungspflicht, aber günstigeren Beiträgen.

 

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