Trickbetrüger, Testkäufe und Dokumentation

Trickbetrüger, Testkäufe und Dokumentation

Was Sie bei der Kassen-Nachschau beachten müssen


Unangemeldete Besuche mag kaum jemand. Seit 01.01.2018 müssen Unternehmer jedoch täglich damit rechnen. Schuld daran: die Kassen-Nachschau. Danach können Finanzbeamte ohne vorherige Ankündigung, aber während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten, Geschäftsräume von Unternehmen betreten und prüfen, ob Kasseneinnahmen und -ausgaben richtig aufgezeichnet worden sind.

In erster Linie werden Gastronomen, Einzelhändler, Friseur- und Taxibetriebe betroffen sein. Aber auch andere Betriebe, die eine Kasse für ihre baren Einnahmen und Ausgaben führen, können unangekündigten Besuch erhalten.

Wie erfolgt eine Kassen-Nachschau?

Leider fehlt es bisher an näheren Bestimmungen zum Ablauf der Kassen-Nachschauen. Jüngst hat das Bundesfinanzministerium aber den Entwurf eines Erlasses gefertigt. Interessant dabei ist, dass an die Ausweispflicht des Prüfers nur geringe Anforderungen gestellt werden.

Die Dienstausweise der Prüfer sind allerdings nicht fälschungssicher. Auch ist für einen Unternehmer nicht leicht zu erkennen, ob es sich um einen „echten“ Prüfer mit einem „echten“ Dienstausweis handelt. Von daher besteht die Befürchtung, dass sich die Trickbetrüger als Finanzbeamte ausweisen könnten, um Zugriff auf die Kasse zu erlangen.

Lassen Sie sich den Prüfungsauftrag zeigen!

Wichtig: Lassen Sie sich neben dem Dienstausweis auch einen schriftlichen Prüfungsauftrag zeigen. Kann dieser nicht vorgelegt werden und ist Ihnen der Prüfer nicht bekannt, so sollten Sie gegebenenfalls beim Finanzamt anrufen und sich erkundigen, ob die Person dort tatsächlich beschäftigt ist.

Bestimmen Sie eine Auskunftsperson

Weisen Sie auch Ihre Mitarbeiter darauf hin, wie Sie sich zu verhalten haben, wenn Sie bei einer Kassen-Nachschau nicht anwesend sind. Grundsätzlich sollten Sie von Ihren Mitarbeitern herbeigerufen werden.

Ist dies jedoch nicht möglich, so bestimmen Sie im Vorfeld eine Auskunftsperson Ihres Vertrauens, die dem Prüfer Zugriff auf die Kasse gewährt. Zwar gibt es Stimmen, die der Auffassung sind, bei Abwesenheit des Inhabers müsse die Kassen-Nachschau abgebrochen werden. Der Amtsträger wird dazu aber wohl eher einen Mitarbeiter auffordern, ihm den Zugriff auf die Kasse zu ermöglichen. Im Übrigen schürt eine Verweigerungshaltung eher das Misstrauen des Prüfers.

Halten Sie Dokumentationen griffbereit

Im Zuge der Kassen-Nachschau müssen Sie dem Prüfer auf Verlangen Aufzeichnungen, Bücher sowie die für die Kassenführung erheblichen sonstigen Organisationsunterlagen vorzulegen. Damit müssen Unternehmer ab dem 1. Januar 2018 so genannte Verfahrensdokumentationen zum Einsatz der (Registrier-)Kassen jederzeit griffbereit haben.

Die Verfahrensdokumentationen müssen insbesondere umfassen:

  • genaue Beschreibung der eingesetzten Kassen und Kassensysteme
  • Bedienungsanleitung/Benutzerhandbuch
  • Programmieranleitungen
  • Einrichtungsprotokolle
  • Arbeitsanweisungen
  • Beschreibung der Kontrollmechanismen
  • Beschreibung der Archivierungsfunktionen
  • Protokolle über Einsatzorte und -zeiträume der Registrierkassen.

Augen auf vor Testkäufen

Prüfer können im Vorfeld einer Kassen-Nachschau „Material“ sammeln. Beispielsweise können und werden sie Testkäufe tätigen. Dabei schauen sie sich in den Geschäftsräumen um und beobachten vermeintliche Auffälligkeiten, zum Beispiel die Herausgabe von Bons erst auf Verlangen.

Von daher kann allen Unternehmern nur geraten werden: Geben Sie einen Bon immer ohne Verlangen heraus – gesetzliche Verpflichtung hin oder her.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Siegmar Becker

    Der Staat, Hauptfeind Nummer 1 für verantwortungsbewusste Unternehmer.
    „Schwarze Schafe“ kann man auch auf andere Weise ermitteln. Hier geht es gegen
    alle.
    Das Misstrauen der Steuerzahler gegen den Staat wächst unproportional und ist
    begründet: Illegale Internetüberwachung, Einsatz von Denunzianten und Spionen
    Eingriffe in die unternehmerische Freiheit durch Reglementierung, hinterhältige
    Überwachung durch heimtückische „Formularflut“, Ermessensspielraum (Ungleichbehandlung)
    durch Staatsdiener zum Zwecke ihrer Karriere etc.
    Der soziale Frieden ist in hohem Maße gefährdet.

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