Vorsicht beim Umzug

Vorsicht beim Umzug

Erst die Arbeitsstelle, dann die Wohnung


Private Motive für die Wahl des neuen Wohn- und Arbeitsortes sind steuerlich eigentlich ohne Bedeutung. Doch was gilt, wenn Sie zuerst in Ihre bevorzugte Region, beispielsweise an Ihren alten Heimatort oder an den Bodensee, umziehen und sich erst dann um eine Arbeitsstelle bemühen?

Auf die Reihenfolge kommt es an

Ist nicht der Arbeitsplatzwechsel der Anlass für den Umzug, sondern der Umzug in ein Eigenheim der Anlass für den Arbeitsplatzwechsel, ist der Umzug nicht beruflich veranlasst.Folge: Die Umzugskosten sind dann nicht als Werbungskosten absetzbar (Urteil des BFH, Aktenzeichen IX R 108/00).

Auf die Motive für den Umzug in eine bestimmte Wohnung kommt es nur dann nicht an, wenn die berufliche Veranlassung des Umzugs nach objektiven Kriterien eindeutig feststeht – z. B. Fahrzeitersparnis von mindestens einer Stunde täglich oder Antritt einer neuen Stelle.

Der Fall

Im Urteilsfall war ein Ehepaar in Süddeutschland beschäftigt. Sie bauten im Münsterland ein Eigenheim und verlegten dorthin ihren Wohnsitz. Nach dem Umzug fand die Frau eine neue Arbeitsstelle, während der Mann weiterhin am alten Beschäftigungsort blieb. In diesem Fall wurde die steuerliche Anerkennung nicht nur für die Umzugskosten versagt, sondern auch für die Kosten der doppelten Haushaltsführung des Ehemannes. Denn die Verlegung der Familienwohnung war aus privaten Gründen erfolgt und der doppelte Haushalt nicht aus beruflichem Anlass begründet.

Tipp: Ziehen Sie erst um, wenn Sie konkret eine Arbeitsstelle haben oder zumindest den Arbeitsvertrag unterschrieben haben! Nur dann ist der Umzug beruflich veranlasst. Schädlich ist hingegen, wenn Sie zuerst umziehen und sich erst dann um einen Arbeitsplatz bemühen.

 

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