Stromausfall – wie rettet man die Heizung
Stromausfall – wie rettet man die Heizung
© Kseniia Chunaeva / Vecteezy
Der Stromausfall in Berlin hat uns vor Augen geführt, wie abhängig man von der Elektrizität ist. Insbesondere die Heizungen sind hierbei in Gefahr. Immobilieneigentümer fragen sich natürlich, wie sie sich hier schützen können.
Stromausfall kann Heiztechnik angreifen
Bei Stromausfall, fallen so ziemlich alle Heizsysteme aus. Bei Gas- und Ölheizungen fällt unter anderem der Brenner aus, Wärmepumpen stellen als rein elektronische Anlagen ihre Arbeit komplett ein und selbst Pelletheizungen arbeiten nicht ohne Strom.
Außerdem besteht die Gefahr, dass die Heizung durch den Stromausfall beschädigt wird. Dies gilt natürlich ganz besonders in den kalten Jahreszeiten. Hier eine Übersicht der häufigsten „Frostschäden“ bei Stromausfall.
| Heizungsart | Häufige Frostschäden |
| Gas-/Öl-Heizung | Leitungen frieren ein, Rohre platzen, Wärmetauscher reißen. |
| Wärmepumpe | Frostschaden im Verdampfer oder Hydraulikmodul. Im Extremfall ein Riss im Wärmetauscher: Totalschaden! |
| Pelletheizung/wasserführender Ofen | Kesselwasser beginnt zu kochen, Überdruckventil wird ausgelöst. Im Extremfall: Kessel verzieht sich oder reißt. |
Bei Stromausfall den Kachelofen nutzen?
Für den Betrieb von Kachelöfen gilt die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV). Danach dürfen Öfen nur betrieben werden, wenn
- Der Ofen wurde vor 1950 gebaut oder
- Es handelt sich um einen historischen Grundofen ohne Typenschild.
- Wenn diese Grenzwerte eingehalten werden: ≤ 4 g Feinstaub/m³ und ≤ 1,25 g CO/m³
Diese Voraussetzungen werden von Öfen, die zwischen 1975 und 2010 errichtet wurden, meist nicht erfüllt und sind seit 2025 verboten.
Mit USV Schäden bei Stromausfall vermeiden
Um die schlimmsten Schäden bei einem Stromausfall an der Heizung zu vermeiden, kann man auf USV-Geräte zurückgreifen. USV steht für „unterbrechungsfreie Stromversorgung“. Die USV-Geräte werden zwischen Steckdose und Gerät gesetzt. Kommt es zum Stromausfall, schaltet die USV in Millisekunden auf den Batteriebetrieb um.
Je nach Heizungsart sind folgende USV-Größen zu empfehlen:
| Heizung | Strombetrieb notwendig für | Typische Last (Wechselstrom) | empfohlene USV-Größe |
Ca. Kosten für USV |
| Gas-/Öl- oder Brennwert-Heizung | Steuerung + 1–2 Umwälzpumpen | meist 50–200 W (je nach Pumpen/Altbestand) – moderne Pumpen oft 25–60 W | 1000–1500 VA Line-Interactive (reiner Sinus) | ca. 200–600 € (Line-Interactive) / 900–1.500 € (Online) |
| Wärmepumpe (Luft/Wasser, Sole/Wasser) | Steuerung + Heizungs-/Solepumpe(n) (nicht der Kompressor) | 80–300 W (nur Pumpen/Steuerung; Kompressor wäre kW-Bereich) | 1500–3000 VA, besser Online bei kritischen Lasten | ca. 900–3.500 € (je nach Online + Akkupaket) |
| Pelletkessel / Hackschnitzel | Steuerung + Umwälzpumpe(n) + ggf. Sicherheit (Überhitzung vermeiden) | 150–500 W im “Notbetrieb”; Zündung/Förderung kann mehr ziehen | 2000–3000 VA, bevorzugt Online + ausreichende Akkus | ca. 1.200–4.000 € (stark abhängig von Laufzeit) |
| Fernwärme (Übergabestation) | Umwälzpumpe + Regelung in der Station | häufig 50–200 W | 1000–1500 VA Line-Interactive (Sinus) | ca. 200–600 € |
| Solarthermie (mit Pumpengruppe) | Solarpumpe + Regelung (wenn nötig) | oft 20–100 W | 700–1000 VA | ca. 150–400 € (typischer Bereich; stark modellabhängig) |