Egal ob Fahrtkosten oder Fachliteratur: Ausgaben rund um den Beruf hat jeder Angestellter. Diese mindern als Werbungskosten die Steuer. Doch wer hat schon Lust, das ganze Jahr über Belege zu sammeln? Die Lösung: Pauschalen! Wir stellen Ihnen die Wichtigsten vor.

Was sind eigentlich Werbungskosten?

Werbungskosten sind alle Ausgaben, die Ihnen im Zusammenhang mit Ihrem Beruf entstehen. Und all diese Kosten mindern Ihre Steuer. Denn da sie eng mit dem Geldverdienen zusammenhängen, unterstützt Sie der Staat bei den Kosten. Das heißt: Sie dürfen die Werbungskosten von Ihren Einnahmen abziehen. Nur auf das Geld, was übrigbleibt, müssen Sie dann Steuern zahlen. Werbungskosten weisen Sie dem Finanzamt üblicherweise mit Belegen nach.

 

Einfacher mit steuerlichen Pauschalen: Diese tragen Sie in Ihrer Steuererklärung ein, ganz ohne Nachweise und Belege. Doch Ausgaben in der Steuererklärung ansetzen, die man eigentlich gar nicht hatte – ist das überhaupt erlaubt? Hier brauchen Sie kein schlechtes Gewissen zu haben. Die hier genannten Pauschalen sind absolut legal und werden meist auch vom Finanzamt anerkannt. Einen rechtlichen Anspruch auf den Steuervorteil haben Sie oftmals jedoch nicht.

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Werbungskostenpauschale: 1.000 Euro jährlich

Selbst wenn Sie wenige oder keine Ausgaben haben, können Sie Steuern sparen. Und zwar mit der Werbungskosten-Pauschale. Ganze 1.000 Euro beträgt sie. Und das Beste: Sie wird Ihnen automatisch bei der Steuerveranlagung abgezogen. Gesondert in der Steuererklärung beantragen müssen Sie sie nicht. Das Finanzamt rechnet diese von Ihrem Arbeitslohn ab – es sei denn, Sie weisen höhere Kosten als 1.000 Euro nach.

Entfernungspauschale: 30 Cent je Kilometer

Gehören Sie auch zu den Millionen Pendlern, die täglich mehrere Kilometer zur Arbeit fahren? Gut so – zumindest steuerlich gesehen. Denn diese Fahrten mindern als Werbungskosten Ihre Steuer – mit der Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt. Das Finanzamt rechnet Ihnen 30 Cent je Kilometer für die Strecke von Ihrer Wohnung zu Ihrem Arbeitsplatz.

Und das lohnt sich: Denn bereits ab 15 Kilometern Entfernung bei einer Fünf-Tage-Woche liegen Ihre Fahrtkosten bereits über dem oben genannten Werbungskosten-Pauschbetrag. Bei beispielsweise 16 Kilometer Entfernung zwischen Zuhause zu Ihrem Arbeitsplatz können Sie bereits 1.056 Euro im Jahr an Fahrtkosten absetzen. Der Ansatz der Pendlerpauschale in der Steuererklärung ist daher bares Geld wert!

Für den Ansatz der Entfernungspauschale ist es übrigens egal, wie Sie zur Arbeit kommen: Ob mit dem Auto, dem Rad oder zu Fuß spielt dabei keine Rolle. Die Pendlerpauschale können Sie in der Anlage N zur Steuererklärung in den Zeilen 31 bis 39 geltend machen.

Einfacher geht mit WISO steuer:Web:

Pauschale für Arbeitsmittel: 110 Euro

Jeder Gegenstand, den Sie beruflich nutzen, kann grundsätzlich ein Arbeitsmittel sein. Vorausgesetzt, Sie nutzen diesen überwiegend für berufliche Zwecke. Haben Sie im letzten Jahr nichts Neues gekauft oder nur Kleinigkeiten? Oder Sie haben keine Belege mehr, die die Ausgaben nachweisen? Dann setzen Sie sich doch einfach die Pauschale von 110 Euro für Arbeitsmittel an. Diese tragen Sie in der Steuererklärung Anlage N in der Zeile 41 ein.

Kontoführungsgebühren: 16 Euro

Kaum ein Konto wird mittlerweile noch komplett kostenfrei angeboten. Müssen Sie für Überweisungen Geld zahlen? Oder stellt Ihnen Ihre Bank andere Leistungen in Rechnung? So können Sie pauschal 16 Euro als Kontoführungsgebühr bei der Steuererklärung geltend machen. Anlaufpunkt sind die Zeilen 46-49 in der Anlage N der Steuererklärung.

Bewerbungskosten: Bis zu 8,50 Euro je Bewerbung

Sie orientieren sich beruflich um? Prima, denn auch die Jobsuche hilft beim Steuern sparen. Die Kosten für die Bewerbungen können Sie als Werbungskosten absetzen. Dafür müssen Sie nicht jeden einzelnen Beleg für Bewerbungsmappen, Papier, oder Porto aufbewahren.

Pro Bewerbung mit Bewerbungsmappe können Sie pauschal 8,50 Euro ansetzen. Haben Sie sich per E-Mail um einen Job bemüht, können Sie 2,50 Euro je Bewerbung abziehen. Mehr Infos dazu lesen Sie in unserem Beitrag hier. Tragen Sie die Pauschale in der Anlage N, Zeile 46 der Steuererklärung ein.

Kinderleicht sind die Eintragungen zur Bewerbung mit WISO steuer:Web.

 

Verpflegungspauschale: Bis zu 24 Euro pro Tag

Steuervorteil durch Dienstreisen dank Verpflegungspauschalen. Die Pauschbeträge sind dabei abhängig von Ihrer Abwesenheit von zu Hause und Ihrer Arbeit. So gibt es für jeden Tag Ihrer Dienstreise:

  • 8 bis 24 Stunden Abwesenheit (bzw. An- oder Abreisetage)     12 Euro
  • 24 Stunden Abwesenheit                                                                 24 Euro

Oftmals wird Ihnen als Arbeitnehmer die Verpflegungspauschale von Ihrem Arbeitgeber ausgezahlt. Doch wenn dieser die Kosten nicht übernimmt, springt das Finanzamt mit dem Werbungskostenansatz ein. Tragen Sie die Pauschalen auf der Anlage N ab Zeile 51 ein.

Im Nu sind die Verpflegungsmehraufwendungen in WISO steuer:Web eingetragen – die Anwendung rechnet die Summe automatisch aus.

Bei Auslandsreisen gelten andere Pauschalen, diese können Sie hier nachlesen.

Telefonkosten: 20 Euro im Monat

Führen Sie mit Ihrem privaten Handy oder Telefon auch berufliche Gespräche? So können Sie auch diese Ausgaben als Werbungskosten ansetzen. Tragen Sie sich einfach pro Monat 20 Euro als Werbungskosten in der Anlage N, Zeile 46 ein. Ein Recht auf die Anerkennung dieser Pauschale haben Sie jedoch leider nicht.

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Umzugskosten-Pauschale: Maximal 1.528 Euro

Umzüge sind stressig. Und man hat währenddessen meist Besseres zu tun, als jeden kleinen Beleg über die Kosten aufzuheben. Das weiß auch das Finanzamt. Wenn Sie aus beruflichen Gründen umgezogen sind, können Sie die Umzugskosten-Pauschale in Anspruch nehmen. Diese wird von Jahr zu Jahr erhöht. Ausführlichere Infos dazu lesen Sie hier in unserem Beitrag.

Die Umzugskostenpauschale tragen Sie in der Anlage N unter „weitere Werbungskosten“ in den Zeilen 46 – 49 ein.

Zeit des UmzugsPauschale für Verheiratete und LebenspartnerPauschale für SinglesErhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige
ab 01.07.20171.528 €764 €337 €
ab 01.03.20161.493 €746 €329 €
ab 01.03.20151.460 €7330 €322 €

Typische Berufskleidung

Sie tragen auf Arbeit typische Berufskleidung wie zum Beispiel Labormantel oder Uniform? Wenn Sie diese Kleidung nicht im Privatleben anziehen können, unterstützt Sie das Finanzamt bei den Kosten. Sie können so im Jahr bis zu 200 Euro für Berufsbekleidung geltend machen. Mehr Infos dazu lesen Sie In unserem Beitrag hier. Einzutragen ist die Pauschale in der Anlage N, Zeile 41.

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