Die Deutschen haben in 2016 insgesamt 3,1 Milliarden Euro aus privaten Mitteln für wohltätige Zwecke gespendet. Doch wie wirken sich Spenden bei der Steuer aus? Und wie weisen Sie diese nach? Wir haben die Antworten.

Was genau sind Spenden?

Spenden im steuerlichen Sinne sind Ausgaben, die freiwillig an eine steuerbegünstigte Organisation für gemeinnützige, mildtätige, wissenschaftliche, kirchliche oder religiöse Zwecke oder an politische Parteien und Wählervereinigungen gezahlt werden. Der Spender darf keine Gegenleistung erhalten. Auch Mitgliedsbeiträge  sind steuerbegünstigt. Dazu zählen auch Aufnahmegebühren und Mitgliedsumlagen.

Es sind jedoch nur bestimmte Organisationen berechtigt, von der Steuer begünstigte Spenden anzunehmen. Dazu gehören:

  • juristische Personen des öffentlichen Rechts oder öffentliche Dienststellen
  • von der Körperschaftsteuer befreite Körperschaften
  • Personenvereinigungen oder Vermögensmassen
  • Politische Parteien und Wählervereinigungen

Wichtig: Alle oben genannten müssen den Sitz im Inland oder in einem EU-/EWR-Mitgliedstaat haben.

Wie Sie dem Finanzamt die Spenden nachweisen

Als Spenden kommen sowohl Geld-, Sach- als auch Aufwandsspenden von der Steuer absetzen. Diese müssen Sie dem Finanzamt mit der Zuwendungsbestätigung nachzuweisen. Wenn Sie diese erhalten, achten Sie darauf, dass der Beleg folgende Angaben erhält:

  • den Spendenempfänger,
  • die Art der Zuwendung (Geld-, Sachspende, Mitgliedsbeitrag, Aufwandsspende),
  • den Betrag, bei Sachspenden die Bezeichnung und den Wert der Spende,
  • den Namen und die Anschrift des Zuwendenden
  • die Angabe des Finanzamtes sowie die Steuernummer des Empfängers,
  • das Datum des letzten Freistellungsbescheides,
  • die Bestätigung der Verwendung der Spende für einen bestimmten Zweck und
  • den Ort, das Datum und die Unterschrift des Zahlungsempfängers.

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Vereinfachungen in Sonderfällen

Aus Vereinfachungsgründen genügt in bestimmten Fällen als Nachweis für die Steuererklärung aber auch der Bareinzahlungsbeleg, der Kontoauszug oder der von der Bank abgestempelte Überweisungsbeleg. Dies gilt insbesondere bei Überweisungen auf Sonderkonten in Katastrophenfällen und bei Spenden bis 200 Euro an politische Parteien oder staatliche Behörden.

Online-Banking und PayPal

Haben Sie per Online-Banking gespendet? Dann benötigen Sie als Nachweis für die Steuer die Buchungsbestätigung als PC-Ausdruck mit Angabe des Namens und der Kontonummer des Auftraggebers und des Empfängers, des Betrages und des Buchungstages.

Für Spenden über PayPal genügt mittlerweile ein Kontoauszug des PayPal-Kontos, auf dem der Kontoinhaber und dessen E-Mail-Adresse angegeben sind, sowie ein Ausdruck über die Transaktionsdetails der Spende.

Spendennachweis: Erst nach Aufforderung einzureichen

Ab der Steuererklärung 2017 gibt es eine Erleichterung: Die Spendenquittungen müssen nicht mehr zwingend mit der Steuererklärung eingereicht werden. Vielmehr müssen sie nur noch vorgelegt werden, wenn das Finanzamt Sie dazu auffordert. Dies ist möglich bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Steuerbescheids. Solange also müssen Sie als Spender die Belege aufbewahren.

Wie werden Spenden steuerlich berücksichtigt?

Spenden mindern grundsätzlich als Sonderausgaben den Gesamtbetrag Ihrer Einkünfte. Unbegrenzt abzugsfähig sind sie jedoch nicht. Je nach Spende gelten verschiedene Höchstbeträge und Steuerermäßigungen.

  • Privatspenden höchstens bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrages der Einkünfte des Spenders;
  • Betriebsspenden alternativ bis zu 4 Promille der Summe der gesamten Umsätze und der im Kalenderjahr aufgewendeten Löhne und Gehälter.

Bei Zuwendungen an politische Parteien ist die Vorgehensweise eine andere:

  • Zunächst werden die Zahlungen bis zu 1.650 Euro (für zusammen veranlagte Ehepartner / Lebenspartner 3.300 Euro) zur Hälfte von der Steuerschuld abgezogen. Hierbei handelt es sich um eine Steuerermäßigung, weil der Abzug direkt von der tariflichen Einkommensteuer und nicht vom Gesamtbetrag der Einkünfte erfolgt.
  • Soweit die Zahlungen den obigen Betrag übersteigen, sind sie bis zu weiteren 1.650 Euro (bei zusammen veranlagten Ehepartnern / Lebenspartnern 3.300 Euro) als Sonderausgaben abzugsfähig.

Bei den Zuwendungen an unabhängige Wählervereinigungen bleibt es bei der Steuerermäßigung in Höhe von maximal 1.650 Euro (für zusammen veranlagte Ehepartner / Lebenspartner 3.300 Euro). Ein weiterer Sonderausgabenabzug ist nicht vorgesehen.

Aufgrund dieser Begrenzungen kann es vorkommen, dass sich Spenden in einem Kalenderjahr steuerlich nicht auswirken. In diesem Fall sind diese jedoch nicht verloren. Das Finanzamt stellt einen Spendenvortrag gesondert fest, den Sie dann im nächsten Jahr oder auch noch in den nächsten Jahren aufbrauchen können.

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