Private Ausgaben in der Steuererklärung absetzen sind meist tabu. Doch es gibt Ausnahmen: Manche Privatausgaben können Sie ab einer gewissen Grenze von der Steuer absetzen – als so genannte außergewöhnliche Belastungen.

Außergewöhnliche Belastungen

Dazu gehören beispielsweise

  • Krankheitskosten
  • Ausgaben aufgrund einer Behinderung
  • Pflegekosten
  • Ausgaben für eine Kur
  • Unterhaltskosten
  • Beerdigungskosten

Diese Ausgaben sind der Höhe nach unbegrenzt absetzbar. Eigentlich! Doch vorher müssen Sie einen Teil der Kosten selber zahlen. Daher kürzt das Finanzamt kürzt Ihre Aufwendungen automatisch um die zumutbare Belastung. Diese richtet sich nach der Höhe Ihres Einkommens, der Anzahl der Kinder und Ihrem Familienstand.

Die zumutbare Belastung ist quasi Ihr Selbstbehalt, den Sie von den Ausgaben übernehmen müssen, bevor die Allgemeinheit der Steuerzahler Ihnen hilft. Dies führt dazu, dass jedes Jahr außergewöhnliche Belastungen bis zu einem bestimmten Betrag unberücksichtigt bleiben.

So hoch ist Ihre zumutbare Belastung

Bei einem Gesamtbetrag der Einkünftebis 15.340 Euroüber 15.340 Euro bis 51.130 Euroüber 51.130 Euro
bei Personen ohne Kinder
- nach dem Grundtarif5 Prozent6 Prozent7 Prozent
- nach dem Splittingtarif4 Prozent5 Prozent6 Prozent
bei Personen
- mit 1 oder 2 Kindern2 Prozent3 Prozent4 Prozent
- mit 3 oder mehreren Kindern1 Prozent1 Prozent2 Prozent
des Gesamtbetrags der Einkünfte.

Neue Berechnung seit 2017

Im Januar 2017 hat der Bundesfinanzhof einmal genauer ins Gesetz geschaut und dabei überraschend festgestellt, dass die zumutbare Belastung bisher völlig falsch berechnet wurde. Der gesetzlich festgelegte Prozentsatz beziehe sich ja gar nicht auf den „Gesamtbetrag aller Einkünfte“, sondern nur auf den Teil des „Gesamtbetrags der Einkünfte“, der den jeweiligen Stufengrenzbetrag übersteigt.

So rechnet nun das Finanzamt:

  •  5 % auf die ersten 15.340 Euro = 767 Euro
  • 6 % auf das Einkommen zwischen 15.340 Euro und 51.130 Euro = 2.147,40 Euro
  • 7 % auf den Rest von 8.870 Euro = 620,90 Euro

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Durch diese stufenweise Berechnungsmethode ergibt sich – gegenüber bisheriger Rechtslage – insgesamt eine niedrigere zumutbare Belastung, die von den geltend gemachten außergewöhnlichen Belastungen abzuziehen ist. Im Ergebnis kann diese Berechnung zu einem höheren steuerlichen Abzug der außergewöhnlichen Belastungen – und damit zu einer niedrigeren Einkommensteuer – führen.

Die neue Regelung ist zwar komplizierter in der Berechnung, jedoch von großem Vorteil für Steuerzahler– und darauf kommt es schließlich an.

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