Was passiert, wenn ich die Steuererklärung nicht oder zu spät abgebe?“. Vielleicht haben Sie sich das auch schon einmal gefragt. Hier hat das Finanzamt viele Möglichkeiten. Vom Verspätungszuschlag über Zwangsgeld bis hin zur Schätzung.

Was passiert bei verspäteter Abgabe der Steuererklärung?

Sie haben die Abgabefrist für die Steuererklärung 2016 verpasst? Fristverlängerung haben Sie auch nicht gestellt. Und nun liegt ein Brief im Briefkasten – Absender Finanzamt. Verfallen Sie nicht in Panik. Wir zeigen Ihnen, was Sie nun tun sollten.

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Erinnerung an die Steuererklärung

Manchmal vergeht die Zeit wie im Fluge. Und schon ist der 31. Mai 2017 rum. Die Steuererklärung 2016 jetzt noch pünktlich abgeben? Unmöglich. Das lässt sich auch das Finanzamt nicht zweimal sagen. So langsam beginnen die Kollegen im Amt nämlich damit, die Erinnerungsschreiben zur Steuererklärung 2016 zu versenden. Wer auf die ersten Mahnungen reagiert und die Erklärung nach der Erinnerung einreicht, den erwartet ein Verspätungszuschlag.

Verspätungszuschlag wird festgesetzt

Die Höhe des Verspätungszuschlages liegt allein im Ermessen des Finanzbeamten. Nur er alleine entscheidet die Höhe. Doch: übertreiben darf er es damit nicht. Der Verspätungszuschlag darf höchstens zehn Prozent der festgesetzten Steuer betragen. Absolute Höchstgrenze sind 25.000 Euro.

Doch: nicht jeder, der die Steuer verspätetet abgibt, muss die Mahngebühr zahlen. Sie können noch den Kopf aus der Schlinge ziehen – und um eine Zahlung drum herumkommen. Hier kommt es vor allem auf Ihr vergangenes Verhalten an. Sie geben zum ersten Mal eine Erklärung verspätet ab? Hier drückt der Finanzbeamte gerne mal noch ein Auge zu. Chronische Trödler, die sich immer ewig Zeit lassen, haben’s hingegen schwer: Die Festsetzung des Verspätungszuschlags können Sie wahrscheinlich nicht umgehen.

Eine Ausnahme gibt’s noch: Wenn Sie keine Schuld an der verspäteten Abgabe trifft, muss das Finanzamt vom Verspätungszuschlag absehen. Gründe sind hier schwere Krankheit oder Tot eines nahen Verwandten. Das Finanzamt entscheidet hier im Einzelfall.

Zwangsgeld wird angedroht

Doch: Als Steuerzahler stellt man sich gerne tot – und reagiert nicht auf Druck. Und so kommt, was kommen muss: Das Finanzamt geht in die nächste Stufe. Die Zwangsgeldandrohung landet im Briefkasten.

Bei dessen Höhe kommt es auch wieder drauf an, wie Sie in der Vergangenheit Ihren steuerlichen Pflichten nachgekommen sind. Trödeln Sie zum ersten Mal, setzt das Finanzamt meist ein Zwangsgeld zwischen 100 Euro und 500 Euro fest. Höchstbetrag auch hier wieder: 25.000 Euro.

Das Wichtigste: Zwangsgeld bei Androhung nicht zahlen!

„Geld her! Jetzt, sonst gibt’s Konsequenzen!“ Keine Bange, so schnell gehts dann doch nicht. Das Finanzamt muss Ihnen eine angemessene Frist geben, in der Sie Ihre Steuererklärung fertig machen und abgeben können. Wichtig: Eine Androhung von Zwangsgeld heißt nicht, dass Sie das Geld bezahlen müssen. Vielmehr haben Sie immer noch die Möglichkeit, Ihre Steuererklärung innerhalb der Frist, die das Finanzamt Ihnen gibt, einzureichen. Geben Sie darauf hin die Erklärung ab, wird der Vollzug des Zwangsgeldes eingestellt. Fader Beigeschmack des Ganzen: Den Verspätungszuschlag müssen Sie trotzdem zahlen. Mit Ablauf der Frist ist dann auch die Geduld des Finanzamtes vorbei: Das Zwangsgeld wird festgesetzt. Dazu kommt auch noch der Verspätungszuschlag. Ein ganz schöner Batzen!

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Letzte Möglichkeit: Schätzung der Besteuerungsgrundlagen

Wenn Sie auch nach den Zwangsgeldfestsetzungen stoisch mit Nichtstun verharren, kommt die letzte Karte des Finanzamtes zum Zug: Es schätzt Ihre Besteuerungsgrundlagen. Doch das heißt nicht, dass Sie jetzt nichts mehr mit Steuern zu tun haben. Sie sind trotzdem weiterhin zur Abgabe Ihrer Steuererklärung verpflichtet.

Liegt die Steuerschätzung vor, aber die festgesetzte Steuer ist viel zu hoch? Dann müssen Sie gegen den Schätzungsbescheid Einspruch einlegen. Dieser muss innerhalb der Rechtsbehelfsfrist von einem Monat beim Finanzamt sein. Danach wird der geschätzte Bescheid bestandskräftig. Heißt: er ist endgültig.

Auch eine Korrektur des Bescheids wegen neuer Tatsachen ist dann nicht mehr möglich. Denn im Zweifel trifft Sie ein grobes Verschulden am nachträglichen Bekanntwerden der Tatsachen. Möglich ist einzig und alleine in wirklich unbilligen Fällen ein Erlass.

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