Arbeitsmittel & Co.

Arbeitsmittel & Co.

Was Sie alles ansetzen können


Ihre Steuersoftware war schnell installiert. Sie sitzen vor Ihrem Computer und möchten Ihre Daten eingeben. Vor Ihnen liegt ein ganzer Berg von Belegen. Arbeitsmittel gehören unter die Rubrik Werbungskosten.

Was sind Arbeitsmittel?

Alles was zum Erwerb, zur Erhaltung und zur Sicherung der Einkünfte aufgewendet wird, gehört zu den Werbungskosten. Auch die Kosten für Arbeitsmittel gehören zu den Werbungskosten. Beispielhaft nennt der Gesetzgeber Werkzeuge und die typische Berufskleidung als Arbeitsmittel.

Folgt man dieser Definition, ist der Begriff des Arbeitsmittels weit gefasst. Was Sie an Mitteln benötigen, um Ihre beruflichen Aufgaben zu erledigen, gehören zu den Arbeitsmitteln.

Typische Arbeitsmittel sind zum Beispiel:

  • Die Ausstattung des Arbeitszimmers, zum Beispiel Schreibtisch, Schreibtischstuhl, Papierkorb, Aktenschrank, gegebenenfalls auch Gardine und Teppich
  • Der Aktenkoffer
  • Der Computer oder der Laptop
  • Das Werkzeug
  • Die typische Berufskleidung

Die Kosten für einen Schreibtisch und ähnliche Arbeitsmittel können auch in der Erklä­rung angesetzt werden, wenn kein Arbeitszimmer vorhanden ist.

Computer

Können Sie dem Finanzamt gegenüber glaubhaft machen, dass Sie Ihren Computer oder Laptop beruflich nutzen, können Sie die Kosten für die Anschaffung steuerlich ansetzen. Die Kosten für die Anschaffung sind gegebenenfalls in einen privaten und einen beruflichen Anteil aufzuteilen, wenn der Computer nicht fast ausschließlich privat (kein Ansatz in der Erklärung) oder fast ausschließlich beruflich (Ansatz von 100 Prozent der Kosten) genutzt wird. Ein Anteil von 50 Prozent der Kosten in der Erklärung wird von den Finanzämtern meist anerkannt, sofern eine berufliche Nutzung glaubhaft ist.

Abflussprinzip

Die Kosten für Arbeitsmittel können in dem Jahr angesetzt werden, in dem sie bezahlt werden.

Mischnutzung

Nutzen Sie Ihr Arbeitsmittel auch privat, können Sie die Kosten in Werbungskosten und private Kosten aufteilen, wenn dies objektiv möglich ist.

Voraussetzung ist, dass die berufliche Nutzung nicht nur von untergeordneter Bedeutung ist. In Zahlen ausgedrückt, muss die berufliche Nutzung bei mindestens zehn Prozent der Gesamtnutzung liegen. Umgekehrt ist bei einer privaten Nutzung von weniger als zehn Prozent eine Aufteilung nicht erforderlich. Die Aufwendungen können zu 100 Prozent angesetzt werden.

Wird ein Arbeitsmittel von Ihnen privat und beruflich genutzt und ist die Aufteilung der Kosten nach objektiven Kriterien nicht möglich, können Sie die Aufwendungen nicht als Werbungskosten geltend machen. Als Beispiel dient hier Alltagskleidung, die auch beruflich getragen wird. Diese Kosten sind immer der privaten Lebensführung zuzuordnen und finden keinen Platz in der Erklärung. Ob ein Arbeitsmittel als Werbungskosten anerkannt wird, ist von den Lebensumständen abhängig. Die Lebenserfahrung spielt bei der Entscheidung der Finanzämter eine große Rolle.

Brille

Eine Brille, die als Sehhilfe und nicht zum Schutz am Arbeitsplatz getragen wird, kann nicht als Werbungskosten angesetzt werden. Dies haben die Richter vom Bundesfinanzhof im Jahr 2005 entschieden. Die Richter waren der Meinung, dass es sich hierbei um ein Heil- oder Hilfs­mittel handelt.

Anschaffungskosten von mehr als € 410

Dabei ist eine Grenze von € 410 netto, das heißt ohne Umsatzsteuer zu beachten, oder € 487,90 (inklusive 19 Prozent Umsatzsteuer). Betragen die Anschaffungskosten für ein Arbeitsmittel mehr als € 410 ohne Umsatzsteuer, sind die Aufwendungen auf mehrere Jahre in der Steuererklärung zu verteilen. Die Verteilung richtet sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer eines Arbeitsmittels. Die Nutzungsdauer ist in den amtlichen AfA-Tabellen festgelegt. Diese sind der Steuersoftware von Buhl eingearbei­tet. Im Jahr der Anschaffung ist der jährliche Abschreibungsbetrag für das erste Jahr zu kürzen, um den Betrag, der auf den Zeitraum vor der Anschaffung entfällt.

Anschaffungskosten bis € 410

Betragen die Anschaffungskosten für ein Arbeitsmittel weniger als € 410 ohne Umsatzsteuer, haben Sie ein Wahlrecht. Sie können die Kosten für den Kauf des Arbeitsmittels, das über mehrere Jahre genutzt wird, auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer verteilen, entsprechend dem Beispiel. Oder Sie können direkt im Jahr der Anschaffung die Kosten ansetzen. Der Abzug von bis zu € 410 Anschaffungskosten netto können nur für selbstständig nutzungsfähige bewegliche Arbeitsmittel im Jahr der Anschaffung in der Erklärung angegeben werden.

Zu den nicht selbstständig nutzungsfähigen Arbeitsmitteln gehören zum Beispiel die Peripheriegeräte eines Computers, wie zum Beispiel der Drucker. Er ist auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben, auch wenn er weniger als € 410 gekostet hat, da er nur zusammen mit dem Computer genutzt werden kann. Somit ist er nicht selbstständig nutzungsfähig. Handelt es sich bei dem Drucker um ein Multifunktionsgerät, ist eine selbstständige Nutzung zum Beispiel als Fax möglich. Die Anschaffungs­kosten können im Jahr der Anschaffung angesetzt werden, sofern das Gerät nicht mehr als € 410 ohne Umsatzsteuer kostet.

Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VI R 50/03

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