Börsenzeitschriften

Doch absetzbar?


Ein angestellter Ingenieur darf die Kosten für fünf abonnierte Börsenzeitschriften als Werbungskosten abziehen. Das haben die Richter am Finanzgericht München entschieden. Der Ingenieur konnte glaubhaft machen, dass die Zeitschriften die Basis für berufliche Investitionsentscheidungen waren, da jede Ausgabe akribisch ausgewertet wurde.

Der Fall:

Der Diplomingenieur ist im Bereich Marketing tätig und muss die langfristige Entwicklung der Konjunktur und das Konsumverhalten beurteilen. Aus den genannten Zeitschriften entnehme er Informationen zur internationalen wirtschaftlichen Entwicklung. Die Kenntnis gesamtwirtschaftlicher Vorgänge sei für die Prognosen unerlässlich und könne am besten aus den Zeitschriften gezogen werden.

Die Entscheidung:

Sehr positiv ist eine wichtige Klarstellung der Richter: Für die Beurteilung als Arbeitsmittel kommt es nicht allein darauf an, ob die Zeitschrift für die eigentliche Berufstätigkeit genutzt wird. Auch die Verwendung einer Zeitschrift zur Vorbereitung oder Nachbereitung von Arbeitsprozessen oder Dienstbesprechungen kann eine ausschließliche oder zumindest weitaus überwiegende berufliche Nutzung der Literatur begründen.

Zudem ist eine weitere Aussage der Richter interessant: Je mehr solcher Zeitschriften Sie als Werbungskosten geltend machen, umso besser für Sie. Denn “die Vielzahl der Zeitschriften spricht eher für als gegen deren berufliche Nutzung”.

Tipp: Nutzen Sie Zeitschriften oder andere Medien zur Vorbereitung oder Nachbereitung von Arbeitsprozessen oder Dienstbesprechungen? Dann setzen Sie diese in der Steuererklärung auf jeden Fall an. Je mehr Medien Sie nutzen, desto besser!

Wenn sich die Finanzbeamten trotzdem quer stellen: Dann teilen Sie die Kosten in einen privaten und beruflichen Anteil auf. Aufgrund der aktuellen Rechtsprechung zum Thema  (BFH,  1/06) sollte dies kein Problem sein. (FG München vom 3.3.2011, 5 K 3379/08)

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