Das Familienheim vererben

Das Familienheim vererben

Wann droht Erbschaftssteuer?


Die Vererbung der selbstgenutzten Wohnimmobilie an den Ehepartner oder an Kinder, Stiefkinder oder Kinder verstorbener Kinder bleibt von der Erbschaftssteuer befreit – jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Wann ist die Erbschaft steuerfrei?

Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass der Erblasser das Familienheim vor dem Erbfall selbst bewohnt hat und die Erben die Immobilie nach der Erbschaft zehn Jahre lang selber zu Wohnzwecken nutzen.

Der Erbe muss das Familienheim zu eigenen Wohnzwecken nutzen. In der Wohnung muss sich der Mittelpunkt des familiären Lebens befinden. Die Befreiung ist danach nicht möglich, wenn die Wohnung nur als Ferien- oder Wochenendwohnung genutzt wird oder für einen Berufspendler nur die Zweitwohnung darstellt.

Zehn Jahre Immobilie selbst nutzen

Die Steuerbefreiung fällt rückwirkend weg, wenn der Erbe die Selbstnutzung des Familienheims innerhalb von zehn Jahren aufgibt. Sie ist aber dann zu gewähren, wenn der Erbe aus objektiv zwingenden Gründen an der Selbstnutzung gehindert ist oder deswegen innerhalb von zehn Jahren aufgeben muss. Das wäre der Fall bei Tod oder bei Pflegebedürftigkeit (Stufe III) mit Umzug ins Pflegeheim, nicht jedoch bei einer beruflichen Versetzung. Aber was gilt, wenn der Erbe das Familienheim nicht selber nutzen kann, weil er aus beruflichen Gründen an einem fernen Ort beschäftigt ist und dort zur Wohnsitznahme verpflichtet ist?

Berufliche Gründe reichen nicht aus

Nun hat das Finanzgericht Münster entschieden, dass berufliche Gründe für die fehlende Selbstnutzung des geerbten Familienheims nicht ausreichen, um die Erbschaftssteuerbefreiung zu erhalten. Wenn also der Erbe wegen seiner beruflichen Tätigkeit an einem auswärtigen Ort einer Residenzpflicht unterliegt und deshalb das Familienheim nicht selber bewohnen kann, gibt’s keine Steuerbefreiung (Urteil des Finanzgerichtes Münster, Aktenzeichen 3 K 1321/11).

Dass es genau zu dieser Frage verhinderten Eigennutzung aus beruflichen Gründen zum Streit kommen werde, war bereits im Gesetzgebungsverfahren problematisiert worden. Es besteht hier ein Widerspruch zu der allseits geforderten Mobilität der Arbeitnehmer. Nun muss der Bundesfinanzhof für eine Klärung sorgen (Aktenzeichen II R 13/13).

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