Dichtheitsprüfung mindert Steuer

Dichtheitsprüfung mindert Steuer

Prüfung der Abwasserleitung spart Geld


Hausbesitzer haben nach neuem Recht dafür sorgen, dass die Abwasserleitungen technisch in Ordnung sind. Die Kosten für die Prüfung können Sie nun glücklicherweise von der Steuer absetzen.

Abwasserleitung ok?

Hauseigentümer sollen eine Dichtheitsprüfung sämtlicher Abwasserleitungen für Schmutz- und Niederschlagswasser auf ihrem Grundstück von einem Sachkundigen vornehmen lassen – und bei Mängeln auf eigene Kosten reparieren.

Die Dichtheitsprüfung wird von Sachkundigen, meist Gas- und Wasserinstallateuren, durchgeführt. Die Kosten dafür zahlen Sie als Grundstückseigentümer. Dies mindert nun auch deren Steuer.

Finanzamt zuerst anderer Meinung

Das Finanzamt war zuerst gegenteiliger Meinung: Die Dichtheitsprüfung stelle keine begünstigte Handwerkerleistung dar (Kurzinfo 020/2010 der OFD Münster). Denn die Prüfung sei mit einer Gutachtertätigkeit vergleichbar. „Aufwendungen, bei denen eine Gutachtertätigkeit im Vordergrund steht, sind nicht begünstigt“ (BMF-Schreiben, Teilziffer 22).

Gute Nachricht für Hausbesitzer

Wir empfahlen bereits 2013 in unserem Beitrag, gegen einen ablehnenden Steuerbescheid Einspruch einzulegen. Glücklich, wer dies getan hat! Denn nun hat der Bundesfinanzhof zugunsten der Hausbesitzer entschieden: Die Kosten einer Dichtheitsprüfung der privaten Abwasserleitung sind sehr wohl als Handwerkerleistung zu berücksichtigen sind. Somit kann auch die Steuerermäßigung beansprucht werden.

Prüfung dient der Erhaltung des Gebäudes

Die Dichtheitsprüfung der Abwasserleitung dient – so die BFH-Richter – der Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Hausanlage und ist damit als (vorbeugende) Erhaltungsmaßnahme zu beurteilen. Die regelmäßige Überprüfung von Geräten und Anlagen auf deren Funktionsfähigkeit erhöhe deren Lebensdauer, sichere deren nachhaltige Nutzbarkeit, diene überdies der vorbeugenden Schadensabwehr und zähle damit zum Wesen der Instandhaltung.

Dies gelte auch dann, wenn hierüber eine Bescheinigung „für amtliche Zwecke“ erstellt werde. Denn durch das Ausstellen einer solchen Bescheinigung werde eine handwerkliche Leistung weder zu einer gutachterlichen Tätigkeit noch verliere sie ihren Instandhaltungscharakter.

Welche Kosten mindern die Steuer?

Begünstigt sind folgende Leistungen:

  • Überprüfung der Funktionsfähigkeit der Anlage
  • vorbeugende Maßnahmen zur Schadensabwehr
  • Beseitigung eines bereits eingetretenen Schadens.
Die Kosten sind mit 20 Prozent, höchstens 1.200 Euro, von der Steuerschuld abziehbar (Aktenzeichen VI R 11/3). Auch falls als Folge der Dichtheitsprüfung Reparaturmaßnahmen an den privaten Abwasserleitungen erforderlich werden, können Sie für diese Kosten ebenfalls die Steuerermäßigung in Anspruch nehmen.

Was gilt fürVermieter?

Vermieter können die Kosten für die Dichtheitsprüfung und eventuelle Reparaturen der Abwasserleitungen als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung absetzen. Hierbei handelt es sich um Instandhaltungsmaßnahmen, die der Vermieter nicht auf die Mieter umlegen kann.

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